Claudia Schwertl

Vorläufiger Arbeitstitel: „Die Geschichte der Pädagogik der frühen Kindheit zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Österreich.“

Das Dissertationsprojekt steht noch am Anfang und somit wird im vorliegenden Abstract das Ziel verfolgt, einen Einblick in die weiteren Schritte sowie in die aktuellen Forschungsideen zu geben.

Blickt man auf den derzeitigen Diskurs der österreichischen Elementarpädagogik, zeigt sich dieser – so die zugrunde gelegte Annahme für das Forschungsvorhaben – eher einseitig (vgl. Rösler, Schwab & Sild 2019, S. 177ff). Denn es scheint, dass andere Forschungstraditionen vielmehr ausgeblendet und somit vergessen (Assmann 2016) werden. Die Dissertation setzt sich zum Ziel, historisch „tiefer zu graben“ und zu versuchen, die pädagogischen Theorien zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Österreich – vor allem in Wien – zu beleuchten. Dabei sollen diese hinsichtlich ihrer Relevanz für die Pädagogik der frühen Kindheit in Erinnerung (ebd.) gerufen werden. In der ersten Recherche wird der Fokus zunächst auf die sozialistischen Ideen rund um den Austromarxismus gelegt. Neben Max Adler oder Otto Glöckel wird in diesem Zusammenhang auch Siegfried Bernfelds Vorstellung von Erziehung betrachtet.

Die methodische Herangehensweise soll sich daran orientieren, politische, gesellschaftliche, kulturelle oder religiöse Kontexte ebenfalls als relevante Felder zur Hervorbringung erziehungswissenschaftlichen Wissens zu sehen und sie dementsprechend miteinzubeziehen (Rieger-Ladich, Rohstock & Amos 2017, S. 10). Aus der Sicht des jetzigen Forschungsstands muss versucht werden, auch Denktraditionen und Bedingungen vor dem 20. Jahrhundert zu berücksichtigen. Gleichzeitig scheint es relevant zu sein, pädagogische Ideen, die als Antwort auf diese Zeit gesehen werden können – wie beispielsweise das Wiener Kinderkollektiv (Spielhofer 1974) – zu betrachten. 

 

Literatur: 

Assmann, Aleida (2016): Formen des Vergessens. Göttingen: Wallstein Verl. 

Rieger-Ladich, Markus/ Rohstock, Anne/ Amos, Karin (2019): Wissen und macht, 

Wissenschaft und Disziplin. Eine Einleitung. In: dies. (Hrsg.): Erinnern Umschreiben Vergessen. Die Stiftung des disziplinären Gedächtnisses als soziale Praxis. Weilerswist: Velbrück, S. 7-16. 

Rösler, Katharina/ Schwab, Birgit/ Slid, Elisabeth (2019): Zwischen Aufbruch und Stillstand –

Entwicklungen des elementarpädagogischen Bereichs von 1995 bis 2018. In: Heidemarie Lex-Nalis/ Katharina Rösler: Geschichte der Elementarpädagogik in Österreich. Weinheim: Beltz, S. 177-199. 

Spielhofer, Karin (1974): Kinderkollektiv kontra Kindergarten: Bilddokumentation des 2. 

Wiener Kinderkollektivs. Wien: Jugend und Volk.