Die Erforschung des ‚Doing Social Work‘ – Theorie und Empirie sozialpädagogischer Professionskulturen : Seminar, Master-Modul: Sozialpädagogik: Devianz und Normalisierung. Theorie und Empirie organisierter Hilfe, Universität Trier   

  • Kurzbeschreibung:  „Gute Soziale Arbeit ist klientenzentriert und adressatenbezogen.“ Diese Position stellt in der Theorie und Praxis Sozialer Arbeit einen weitgehend geteilten und unhinterfragten Glaubenssatz dar. Nur zu häufig wird übersehen, dass das „KlientIn-Sein“ oder „AdressatIn-Sein“ keine natürliche Eigenschaft von Menschen ist. Vielmehr werden Menschen in der Sozialen Arbeit bzw. in Sozialen Diensten erst in einer spezifischen Art und Weise „als“ KlientIn oder „als“ AdressatIn hergestellt. Neuere Beiträge zur sozialpädagogischen Professionsforschung in Deutschland und aus dem englischsprachigen Raum tragen dem Rechnung, indem sie untersuchen, wie Beziehungen zwischen „Professionellen“ und „KlientInnen“ in Interaktionen und im Rahmen von institutionellen Ordnungen produziert und formiert  werden. Vor allem qualitativ ausgerichtete Forschungen haben in den vergangenen Jahren vermehrt Handlungslogiken und Wissensbestände von „Professionellen“ und der „Profession“ im Alltag verschiedener (sozial-)pädagogischer Felder rekonstruiert. Das aktuelle Erstarken einer sozialpädagogischen Professions(kultur)forschung kann dabei als eine Weiterentwicklung und empirisch-reflexive „Erdung“ anhaltender Debatten um Profession, Professionalität und Professionalisierung im Bereich der Sozialen Arbeit betrachtet werden. Das Seminar geht solchen Forschungen nach, in denen z.B. gefragt wird: Wie werden bspw. Kinder als sozialpädagogischer Gegenstand in Formen der Familienhilfe oder Heimunterbringung hergestellt? Einführend wird gefragt, was eine Professionsforschung sein kann und was sie leisten soll. Daran anschließend werden Methoden betrachtet, die hier häufig zum Einsatz kommen (u.a. Ethnomethodologie, Ethnographie). Im Kern des Seminars stehen aktuelle, ausgewählte Studien, die das „sozialpädagogische Geschäft“ sichtbar machen und aufzeigen, wie darin KlientInnen adressiert, kategorisiert, und bearbeitet werden. In das Seminarkonzept sind zwei Gastvorträge eingebunden, die in der Vorlesung „AdressatInnen der Sozialpädagogik“ stattfinden.