DISSERTATIONSPROJEKT:

Frühe Kindheit(en). Praxeologische Analysen zur Hervorbringung ‚früher Kindheit(en)‘ im Kontext frühpädagogischer Institutionen

Etwa seit der Jahrtausendwende erfährt die Bildung, Betreuung und Erziehung von Kindern zunehmend gesellschaftliche, wie wissenschaftliche Aufmerksamkeit und Bedeutsamkeit. Dies zeigt sich beispielsweise am Diskurs um die ‚Akademisierung‘ der Elementarpädagogik bzw. Pädagogik der frühen Kindheit sowie – aktuell in Österreich – der Neueinrichtung elementarpädagogischer Studiengänge.

Die Professionalisierung dieser relativ jungen Disziplin bedarf (auch) einer grundlagentheoretischen Forschung – diese steht insbesondere in Österreich jedoch erst am Beginn. Als noch nicht hinreichend erforscht gilt u.a. die Frage, was ‚frühe Kindheit‘ ist, was sie überhaupt sein kann und (normativ) sein soll – und auf welche Weise sie von unterschiedlichen Akteur:innen in Wissenschaft und Praxis als solche ‚hergestellt‘ bzw. ‚hervorgebracht‘ wird.

Diese Frage nach der frühen Kindheit klingt im Alltagsverständnis zwar banal. Ihre Beantwortung hat aber enorme Konsequenzen: So sind es die jungen Kinder, die im Fokus elementarer Einrichtungen stehen. Und die Annahmen darüber, was frühe Kindheit ist, haben erhebliche Auswirkungen darauf, wie der frühpädagogische Alltag mit Kindern gestaltet wird. Das Ziel der Dissertationsschrift soll es daher sein, Grundlagenwissen zu generieren, um hiermit einen (kleinen) Beitrag für die Elementarpädagogik bzw. Pädagogik der frühen Kindheit zu leisten.

(Auch) auf die Kritik an erwachsenenzentrierten Perspektiven auf Kindheit reagierend, sollen im Rahmen des Dissertationsprojekts insbesondere die Kinder – als zentrale Akteur:innen im Feld der frühen Kindheit – im Fokus der empirischen Erhebungen stehen. Im Rahmen ethnographischer Feldaufenthalte in elementarpädagogischen Einrichtungen in unterschiedlichen österreichischen Bundesländern findet eine Teilnahme am Kindergartenalltag, für einen Zeitraum von ca. 2 Wochen pro Einrichtung, statt. Dabei interessiert insbesondere die Perspektive von Kindergartenkindern auf (frühe) Kindheit.

Der Forschungsprozess kennzeichnet sich durch eine praxeologische Analyseperspektive. Im Rahmen der ethnographischen Datenerhebung werden unterschiedliche Methoden kombiniert (z.B. teilnehmende Beobachtung, Interviews). Die rekonstruktive Auswertung erfolgt mittels Dokumentarischer Methode.

Voraussichtliche Projektlaufzeit: 2018-2022
Hauptbetreuung: Prof. Dr. Birgit Bütow (Universität Salzburg)
Nebenbetreuung: Prof. Dr. Iris Nentwig-Gesemann (Universität Bozen)