Ringvorlesung

Im Jahr 1982 setzte Hertha Firnberg die Einrichtung eines Sonderkontingents für frauenspezifische Lehrveranstaltungen auf Bundesebene durch. Ab diesem Zeitpunkt wurden Lehrveranstaltungen die sich Frauen*- bzw. Geschlechterfragen widmen, auch an der Universität Salzburg durchgeführt. Die „Frauen-Ringvorlesung“ wurde im Jahr 1986 etabliert und wird bis heute, unter verändertem Titel, fortgesetzt. Konzeption und Organisation dieser geschichtsträchtigen Lehrveranstaltungsreihe, übernahmen im Laufe der Jahre unterschiedliche Personen. Die besprochenen Inhalte wurden begleitend in Sammelbänden publiziert. Weiterführende Informationen dazu finden Sie unter Publikationen.

Seit 2020 zeichnet Zoe Lefkofridi, Univ.- Professorin für Politik & Geschlecht, Diversität & Gleichheit, für diese Lehrveranstaltung verantwortlich.

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Herbst 2019: Repräsentation und Kritik: Politiker*innen-Stereotype in den Medien

Organisation und Konzeption: Cornelia Brunnauer, Ingrid Schicker, Christine Steger, Martina Thiele

Im Mittelpunkt steht die Analyse aktueller medialer (Selbst-)Repräsentationen von Politiker*innen. Haufig sind diese Repräsentationen von Kritik begleitet. Wer in welcher Form und in welchen Medien Politiker*innen wofür kritisiert, ist neben der Analyse medialer (Selbst-)Repräsentationen ein weiteres wichtiges Thema der Ringvorlesung. Ebenso ein Trend in der politischen Kommunikation, der in letzter Zeit verstärkt wissenschaftliche Aufmerksamkeit erfährt: das Umgehen kritischer und unabhängiger Berichterstattung durch social media und die Nutzung eigener Kommunikationskanäle.
In der Vorlesung sollen vor allem aktuelle Ereignisse aufgegriffen und sowohl von Wissenschafter*innen unterschiedlicher Disziplinen als auch von Journalist*innen und Politiker*innen analysiert und kommentiert werden. Von besonderem Interesse sind dabei Stereotypisierungen, die in der Berichterstattung, aber auch in den Selbstrepräsentionen der Politiker*innen vorkommen und die zum einen Auskunft geben über soziale Normierungen und Diskursverschiebungen im Berufsfeld Politik, zum anderen über das Verhältnis von Medien und Politik in Zeiten digitalisierter Kommunikation. Einen Schwerpunkt in der Beschäftigung mit Politiker*innen-Stereotypen spielen sicher Geschlechterstereotype und Fragen des (un)doing gender. Doch ermöglichen intersektionale Perspektiven ein umfassenderes Verständnis des Zusammenwirkens verschiedener sozialer Kategorien, so dass Geschlecht nicht isoliert, sondern in seiner Verschränkung mit weiteren Kategorien wie Alter, Körperlichkeit, Klasse, Ethnie etc. diskutiert wird.


Sommer 2017: Polemik und Gender

Organisation: Hildegard Fraueneder, Christa Gürtler
Konzeption: Hildegard Fraueneder, Christa Gürtler, Christopher F. Laferl, Ralph Poole und Norbert Christian Wolf

Die öffentliche Ringvorlesung des Programmbereichs „Kunstpolemik-Polemikkunst“ nimmt die in der jüngeren Vergangenheit vermehrt auftretenden Angriffe auf die Genderforschung und eine zunehmend affektgeladene Abwehr gegen geschlechterpolitische Forderungen zum Ausgang und greift folgende Fragen auf: Weshalb lösen Diskussionen um Aspekte von Gender diese heftigen und auf hohe mediale Resonanz stoßenden Debatten aus beziehungsweise worin gründet das damit verbundene Erregungspotential? Ist Gender aufgrund der immer breiter werdenden Verwendung und Popularisierung noch ein Begriff der Kritik und welche Fronten bilden sich innerhalb der Genderforschung? Welche Modi des Streitens werden und wurden eingesetzt und ist Polemik gar eine spezifisch männliche Artikulationsform? Welche Argumente werden in der aktuellen Diskussion neu entwickelt und welche polemischen Einwände können auf eine lange Tradition zurückgreifen?

Programm: Polemik und Gender


 

Sommer 2015: SEXUALITÄT – MACHT – GEWALT

Konzeption und Organisation: Silvia Arzt, Cornelia Brunnauer, Bianca Schartner

Perspektiven aus der Genderforschung auf Kinder und Jugendliche in pädagogischen Kontexten Auch 50 Jahre nach der „sexuellen Revolution“ in den 1960er-Jahren ist das Thema Sexualität gerade im Blick auf Kinder und Jugendliche ein heftig umstrittenes, aber auch von viel Sprachlosigkeit gekennzeichnet. Sexualität als Lebensmacht steht der Pornografisierung der Lebenswelt (bzw. dem sehr freizügigen Umgang mit Körpern in der Öffentlichkeit) gegenüber, epistemische, körperliche und psychische Gewalt sind (zu) alltäglich. Die 14. Interdisziplinäre Ringvorlesung Gender Studies an der Universität Salzburg zeigt Perspektiven aus der Frauen- und Geschlechterforschung auf. Wie kann das Themenfeld Sexualität – Macht – Gewalt jenseits heteronormativer Orientierungen zur Sprache gebracht werden?

Programm: Sexualität, Macht, Gewalt


Sommer 2012: Geschlecht und Alter(n)

Konzeption und Organisation: Cornelia Brunnauer, Gabriele Hörl, Ingrid Schmutzhart

Begrifflichkeiten wie alternde Gesellschaft, Überalterung, demographischer Wandel, Finanzierung des Pensionssystems, Steigerung der Lebenserwartung, Agilität im Alter oder Best Agers bestimmen den öffentlichen Diskurs der westlichen Welt in Medien und Politik insbesondere dann, wenn Engpässe in der Finanzierbarkeit von Pensions-, Pflege- und Sozialsystemen geortet werden. In der 13. Ringvorlesung aus dem Bereich Gender Studies wurde aus geschlechtersensibler Perspektive der Prozess des Lebensfortschrittes unter besonderem Fokus auf das Alter  beleuchtet.

Programm: Geschlecht und Alter(n)


Sommer 2010: Kann die Migrantin sprechen? Migration und Geschlechterverhältnisse

Konzeption und Organisation: Ulrike Brandl, Eva Hausbacher, Ralph Poole, Ingrid Schmutzhart

„Can the subaltern speak?“ fragt Gayatri Spivak in einem der Schlüsseltexte postkolonialer Theorie. Ihre Antwort darauf ist wenig optimistisch: Die „fremde“ Frau bleibe immer lediglich Repräsentierte und besitze als diese „Andere“ keine Stimme. Der Titel der Ringvorlesung greift Spivaks Frage auf und lädt dazu ein, sie weiterzudenken und von ganz verschiedenen Seiten neu zu beleuchten. Die Beiträge der 12. Ringvorlesung aus dem Bereich Gender Studies untersuchen das Phänomen der Migration in seinen geschlechtsspezifischen Zusammenhängen aus interdisziplinärer Perspektive. Sie diskutieren die vielfältigen Verschränkungen von kultureller Differenz und Geschlechterdifferenz. Dabei werden Fragen der Intersektionalität ebenso beleuchtet wie die Entwicklung von multi- über inter- zu transkulturellen Perspektiven und die vielfältigen Zusammenhänge von Mobilität und Gender.

Programm: Migration und Geschlechterverhältnisse


Winter 2007/08: Geschlecht, Bildung und Kunst. Chancengleichheit in der Wissensgesellschaft des 21. Jahrhunderts

Konzeption und Organisation: Tina Hascher, Teresa Schweiger, Monika Oebelsberger

Was für eine Rolle spielt Gender – verstanden als soziales Geschlecht – im Unterricht? Welche Möglichkeiten und Chancen haben Lehrende, Unterricht geschlechtergerecht zu gestalten und welche Unterschiede ergeben sich aus dem zu unterrichtenden Gegenstand? Oder gibt es gar keine Verschiedenheiten? Was für eine Rolle spielen Schulen und Universitäten als Wissens- und Wertevermittler in Bezug auf die Geschlechterfrage? Diesen und verwandten Fragestellungen zu Bildung, Geschlecht und Kunst widmet sich die diesjährige Ringvorlesung aus dem Bereich Gender Studies, die erstmals von den Universitäten Salzburg und Mozarteum gemeinsam angeboten wird und somit einen Bogen von Wissenschaft, Unterricht und Kunst schafft.

Programm: Geschlecht, Bildung und Kunst


Winter 2005/06: gender in motion. Genderdimensionen der Zukunftsgesellschaft

Konzeption und Organisation: Karoline Bankosegger, Edgar Forster, Iris Radler

gender in motion deutet auf Prozesse ökonomischer, politischer und gesellschaftlicher Veränderungen hin, die stets vor dem Hintergrund von Globalisierung und Neoliberalismus diskutiert werden müssen. In der Ringvorlesung wird es um damit einhergehende Transformationen gehen, die im Rahmen folgender Fragestellungen diskutiert werden: Wie wirken sich postfordistische Umwälzungen auf Arbeits- und Geschlechterverhältnisse aus? Was bedeutet die Verlagerung der hauptsächlich von Frauen verrichteten Haushaltsarbeit auf Migrantinnen, die bezahlte Haushaltsarbeit häufig aus einer existentiellen Zwangslage heraus übernehmen? Wie kann die kritische Reflexion hegemonialer Verortetheit bei der Entwicklung von antirassistischen und feministischen Bildungskonzepten nutzbar gemacht werden?

Programm: gender in motion


Winter 2003/04: Geschlechtergerecht

Konzeption und Organisation: Kirstin Eckstein, Brigitta Lurger, Gudrun Zagel

Unterschiede zwischen Frauen und Männern haben vielfach für den Ausschluss von Frauen aus wesentlichen Bereichen gesellschaftlichen Lebens und gesellschaftlicher Machtausübung geführt. Im letzten Jahr­hundert wurden die Forderungen nach einer Änderung des Rechts, mit dessen Hilfe so lange die Unterdrückung von Frauen durchgesetzt wurde, immer lauter. Am Anfang stand gleiches Recht für Männer und Frauen, wie etwa das Recht auf Bildung oder das Wahlrecht. Heute prägen Forderungen nach Gleichberechtigung in Erwerbs-, Haus- und Familienarbeit, Um­setzung von Gender Mainstreaming oder Probleme des Sexual­strafrechts den Diskurs. Dazu kommt die Erkenntnis, dass mit Gesetzen nicht nur Gleichberechtigung durchgesetzt, sondern auch Gleichstellungspolitik betrieben werden kann. Frauen- und geschlechterspezifische Ansätze in den Rechtswissenschaften und Legal Gender Studies analysieren kritisch wie Recht, Weiblichkeit, Männlichkeit und das Verhältnis der Geschlechter zueinander begründet und beeinflusst.

Programm: Geschlechtergerecht


Winter 2002/03: (Männer-)Krieg und (Frauen-)Frieden? Geschlechterdimensionen in historischen und aktuellen Konflikten

Konzeption und Organisation: Elisabeth Anker, Silvia Arzt, Kirstin Eckstein, Julia Neissl

Das Bild des kriegerischen Mannes und der friedliebenden Frau wurde bereits in den ersten Jahren der Frauenforschung in seiner Konstruktionsverhaftung demontiert. Die dualistische Konstruktion der Geschlechter hatte in diesem Zusammenhang für die Frauen eine eher positiv konnotierte Position reserviert, bis in der Diskussion der Begriff „Mittäterinnenschaft“ eingebracht wurde. Im Fokus der Analysen standen und stehen bis heute jedoch die Auswirkungen von Kriegen für Frauen (und Kinder), die Gewaltbereitschaft der Männer sowie die daraus folgenden Konsequenzen. Wie interkulturelle Verschiebungen auf der weltpolitischen Entscheidungs­ebene zu vielfältigen Konfliktfeldern führen, zeigte sich in den letzten Jahren nur allzu oft: von den Kriegen im ehemaligen Jugoslawien bis zur Nahost-Krise und den kriegerischen Interventionen der USA in Afghanistan.

Programm: (Männer-)Krieg und (Frauen-)Frieden


Winter 2001/02: Gender Studies – Denkachsen und Perspektiven der Geschlechterforschung

Konzeption und Organisation: Ingrid Bauer, Julia Neissl

Schon seit geraumer Zeit werden auch im deutschsprachigen Raum immer intensiver Forschungsansätze verfolgt, in denen nicht mehr „die Frau“ im Mittelpunkt des Interesses steht, sondern die Kategorie Gender – als kulturelle Konstruktion und soziale Institution – Referenzpunkt der Analyse ist. Gender Studies fragen nach der Bedeutung des Geschlechts für Kultur, Gesellschaft und Wissenschaften. Sie rücken die spezifischen Ausformungen der Geschlechterdifferenz in verschiedenen – historischen und gegenwärtigen – Gesellschaften in den Vordergrund, thematisieren die Mechanismen und Strategien, die diese Systeme erhalten, analysieren die Gender-Praxis auf der Ebene der Individuen und untersuchen die Bedeutung der Kategorie Geschlecht für das soziale Handeln von Frauen und Männern.

Programm: Denkachsen und Perspektiven der Geschlechterforschung


Frauen* – Ringvorlesungen

Winter 1999/00: Politik und Geschlecht

Konzeption und Organisation: Petra Grabner, Elisabeth Wolfgruber


Winter 1998/99: Unter die Haut. Körperdiskurse in Geschichte(n) und Bildern

Konzeption und Organisation: Christa Gürtler, Eva Hausbacher


Winter 1997/98: Geschlecht und Arbeitswelten

Konzeption und Organisation: Ingonda Hannesschläger, Julia Neissl


Sommer 1993: Frauen bringen Welten zur Sprache

Konzeption und Organisation: Gunda Barth-Scalmani, Sabine Fuchs, Margreth Friedrich


Winter 1988/89: Feministische Wissenschaft. Methoden und Perspektiven

Konzeption und Organisation: Katharina Bachinger, Ingrid Bennewitz, Gabriele Blaikner-Hohenwart, Getraud Steiner


Winter 1986/87: Frauenbilder-Frauenrollen-Frauenforschung

Konzeption und Organisation: Christa Gürtler, Sigrid Schmid-Bortenschlager, Brigitte Mazohl-Wallnig