Theorien und Debatten in der Geographie WiSe 2021/22

Arbeiten in der Krise –In und jenseits der Pandemie

15.12. 2021 Michael Fütterer (Frankfurt am Main/Salzburg)
Sozialpolitisches Rollback unter Corona? Das Beispiel Indien.
Moderation: Stefanie Hürtgen

 Link zum Webex Meeting am 15.12.2021 18:00 Uhr

Generelle Informationen zur Reihe „Arbeiten in der Krise“:
Die Corona-Krise hat die Arbeitswelt in den Fokus der Öffentlichkeit gebracht. Eine kurze Zeit standen ganze Branchen still, viele Beschäftigte wurden entlassen, gingen in Kurzarbeit, aber manche konnten auch ins Homeoffice wechseln. Andere wiederum haben als „systemrelevante“ Arbeiter*innen die gesellschaftliche Versorgung sichergestellt. Betrachten wir die jüngeren Entwicklungen genauer, dann stellt Corona allerdings keineswegs den völlig überraschenden, einzigartigen Kriseneinschnitt dar. Vielmehr zeigt eine genauere sozial-ökologische Betrachtung, dass wir es mit einer strukturellen, schon lange anhaltenden „Dauerkrise“ in der Arbeitswelt zu tun haben. Schlagworte sind hier die zunehmende Prekarisierung von Arbeitsverhältnissen, die weit verbreitete Überarbeitung durch hohen Arbeitsdruck und Personalmangel und die entsprechende Erschöpfung (Stress und burnout). Zur strukturellen Krise der Arbeitswelt gehören zudem die ökologischen und sozialen Verheerungen in der globalen Organisation von Arbeit (beispielsweise in der Textil- und Elektronikproduktion) oder die ausbleibende gesellschaftliche Anerkennung von zumeist weiblich-migrantischer Pflege- und Sorgearbeit in den Familien und Pflegeeinrichtungen. Wir nähern uns entlang ausgewählter thematischer Schlaglichter der Problematik „Arbeiten in der Krise“ und fragen nach Ansätzen eines alternativen, sozialökologischen Begriffs von Arbeit und Ökonomie. Wir nehmen dabei eine dezidiert transnationale Perspektive ein und diskutieren aktuelle geographische und sozialwissenschaftliche Analysen zum Thema.