Theorien und Debatten in der Geographie WiSe 2021/22

Arbeiten in der Krise –In und jenseits der Pandemie

Mittwoch, 24.11.2021, 18.00: Sabrina Apicella (Berlin) und Christian Reiner (Wien)
Globale Arbeit – Globale Kämpfe? Krise und ungleiche Entwicklung in globalen Warenketten. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit SÜDWIND Salzburg statt und ist Teil der Entwicklungspolitischen Hochschulwochen an der Universität Salzburg.

Während der Corona-Pandemie war viel von Engpässen in den globalen Lieferketten die Rede. Wir vertiefen den Blick auf diese globale Form kapitalistischer Produktionsorganisation und fragen nach der ihnen zugrundeliegenden Struktur sozialräumlicher Ungleichheit zwischen Nord und Süd, Ost und West, Land und Stadt usw. Zudem diskutieren wir die Bedeutung sozialer Kämpfe für bessere Arbeits- und Lebensbedingungen, u.a. am Beispiel des Logistikunternehmens Amazon.

 Link zum Webex Meeting am 24.11.2021 18:00 Uhr

Generelle Informationen zur Reihe „Arbeiten in der Krise“:
Die Corona-Krise hat die Arbeitswelt in den Fokus der Öffentlichkeit gebracht. Eine kurze Zeit standen ganze Branchen still, viele Beschäftigte wurden entlassen, gingen in Kurzarbeit, aber manche konnten auch ins Homeoffice wechseln. Andere wiederum haben als „systemrelevante“ Arbeiter*innen die gesellschaftliche Versorgung sichergestellt. Betrachten wir die jüngeren Entwicklungen genauer, dann stellt Corona allerdings keineswegs den völlig überraschenden, einzigartigen Kriseneinschnitt dar. Vielmehr zeigt eine genauere sozial-ökologische Betrachtung, dass wir es mit einer strukturellen, schon lange anhaltenden „Dauerkrise“ in der Arbeitswelt zu tun haben. Schlagworte sind hier die zunehmende Prekarisierung von Arbeitsverhältnissen, die weit verbreitete Überarbeitung durch hohen Arbeitsdruck und Personalmangel und die entsprechende Erschöpfung (Stress und burnout). Zur strukturellen Krise der Arbeitswelt gehören zudem die ökologischen und sozialen Verheerungen in der globalen Organisation von Arbeit (beispielsweise in der Textil- und Elektronikproduktion) oder die ausbleibende gesellschaftliche Anerkennung von zumeist weiblich-migrantischer Pflege- und Sorgearbeit in den Familien und Pflegeeinrichtungen. Wir nähern uns entlang ausgewählter thematischer Schlaglichter der Problematik „Arbeiten in der Krise“ und fragen nach Ansätzen eines alternativen, sozialökologischen Begriffs von Arbeit und Ökonomie. Wir nehmen dabei eine dezidiert transnationale Perspektive ein und diskutieren aktuelle geographische und sozialwissenschaftliche Analysen zum Thema.