08.11.2007

AbsolventInnen der Universität Salzburg belegen die ersten vier Plätze beim BCCS Business Award

Mag. Elisabeth Rösler, Dipl.Ing. Gerhard Mitterlechner, Dipl.Ing. Roland Hufnagel und Mag. Paulina Anna Ducka wurden Mittwoch Abend mit dem BCCS Business Award 2007, einem Preis für innovative Diplomarbeiten, ausgezeichnet.

Beim BCCS Business Award 2007, dem Preis für innovative Diplomarbeiten, belegten AbsolventInnen der Universität Salzburg die ersten vier Plätze.

BCCS Business Award

Vorne v.l.n.r.: Dr. Rudolf Hittmair (Geschäftsführer BCCS), der Zweitplatzierte Dipl.Ing. Gerhard Mitterlechner, die Erstplatzierte Mag. Elisabeth Rösler, die Viertplatzierte Mag. Paulina Anna Duck, Forschungsrektor Albert Duschl | Hinten v.l.n.r.: Dr. Kirsten Petersen, der Fünftplatzierte Mag. Florian Kurz und der Drittplatzierte Dipl.Ing. Roland Hufnagel.

Von den 23 eingereichten Arbeiten stammten 14 Diplomarbeiten von der Universität Salzburg, 8 von der Fachhochschule Salzburg und eine von der Kunstuniversität Mozarteum. Eine unabhängige Jury aus Vertretern renommierter Wirtschaftsunternehmen bewertete die Arbeiten auf ihren Innovationsgehalt und ihre Umsetzbarkeit.

Neuartiger Impfstoff zur Vorbeugung gegen Allergien

Elisabeth Rösler wurde mit ihrer Arbeit „Generation of Self-replicating RNA Vaccines für Immunotherpy of Type I“ zur diesjährigen Siegerin des BCCS Business Award 2007 gekürt und von Universitätsprofessor Josef Thalhammer vom Fachbereich Molekulare Biologie der Universität Salzburg betreut.

Als neuartige und sehr sichere Alternative, vor allem im Hinblick auf eine klinische Anwendung bieten sich RNA Impfstoffe an. Im Rahmen der Diplomarbeit von Elisabeth Rösler, die in Zusammenarbeit mit dem Christian Doppler Labor für Allergiediagnostik und Therapie und der Firma Biomay, durchgeführt wurde, konnte erstmals die vorbeugende Wirkung von RNA Impfstoffen untersucht werden. Als Modellmoleküle dienten zwei klinisch relevante Pollenallergene aus Birke und Wiesen-Lieschgras. Dabei konnte die junge Forscherin im Tiermodell nachweisen, dass durch die neuen RNA Impfstoffe eine eindeutige Schutzwirkung gewährleistet wird. Impfstoffe auf RNA-Basis erfüllen aufgrund ihrer hohen Sicherheit und Immunogenität alle notwendigen Voraussetzungen für weiterführende, klinische Untersuchungen. Sie bieten auch die Möglichkeit einer präventiven Impfstrategie gegen allergische Erkrankungen. Insbesondere die starke Zunahme von allergischem Asthma bei Kindern und Jugendlichen stellt eine hohe Belastung für das Gesundheitssystem dar. Die Entwicklung neuer oder verbesserter Therapiestrategien ist daher von größter Wichtigkeit.

Tel: 0662-8044-5713

Tunnelbohrungen erleichtern

Den zweiten Platz belegte Dipl.Ing. Gerhard Mitterlechner mit seiner Arbeit “Automatic Classification of Geology Using Tunnel Boring Machine Data”. Betreut wurde die Arbeit von Universitätsprofessor Helmut Mayer vom Fachbereich Computerwissenschaften.

Die Konstruktion von Tunnelbauwerken ist ein komplexer und kostenintensiver technischer Vorgang. Für die Geschwindigkeit der Bohrung, die Menge und Art der benötigten Ausbaumaßnahmen und die daraus resultierenden Gesamtkosten sind die geologischen und geomechanischen Verhältnisse äußerst wichtig. Häufig wird beim Tunnelbau der Einsatz von Tunnelbohrmaschinen der traditionellen Sprengung bevorzugt.

Mitterlechner untersuchte in seiner Arbeit, ob die während der Tunnelbohrung generierten Signale an den Sensoren der Tunnelbohrmaschine geeignet sind, um eine automatische Erkennung der angetroffenen geologischen Gegebenheiten vorzunehmen. Es handelt sich dabei um Methoden des sogenannten Machine Learning (intelligenter Computer). Zur Lösung dieses Klassifizierungsproblems werden auch Methoden der statistischen Mustererkennung benötigt. Ein automatisches Klassifizierungssystem kann für verschiedene Zwecke eingesetzt werden: als Warnsystem, wenn die Tunnelbohrmaschine in Zonen stark zerlegten Gesteins eindringt, als Entscheidungshilfe für die Steuerung der Maschine zur weiteren Feineinstellung oder als Ergänzung der geologischen Tunneldokumentation.

Das Wetter von morgen

Dipl.Ing. Roland Hufnagl belegte mit seiner Diplomarbeit „Realistic Cloud Visualization Based on Meteorological Data“ den dritten Platz. Seine Arbeit betreute Universitätsprofessor Martin Held vom Fachbereich Computerwissenschaften.

Mit Hilfe von Computergrafik gelang es Roland Hufnagl, Wolken realistisch darzustellen. Durch ein speziell entwickeltes Klassifikationsverfahren können darüber hinaus verschiedene Wolkentypen gezeigt werden. Da bislang auch hochaufgelöste Wettermodelldaten nur die grobe Struktur der Bewölkung liefern konnten, entwickelte Hufnagl eine Wolkenmodellierung, die die Struktur der Wolken in den Daten beibehält. Im Ergebnis werden die Wolken in ihrer vollen dreidimensionalen Struktur dargestellt. Das neue Verfahren ermöglicht verschiedene Wolkenansichten, wie z.B. aus der Perspektive eines Satelliten oder eines Betrachters am Boden.

Dieses neue Visualisierungsverfahren für meteorologische Daten dient vor allem der Wetterpräsentation in den Medien. Die moderne Wettervorhersage basiert bislang auf numerischen Wettermodellen, die wegen ihrer Komplexität nicht direkt einem Laienpuplikum präsentiert werden. Daher wurde das Wetter bisher in vereinfachter Form präsentiert. Der neue wissenschaftliche Ansatz verfolgt hingegen eine natürliche Darstellung, welche einerseits die volle räumliche Struktur der Daten beibehält, und andererseits auch intuitiv verständlich ist.

Bekämpfung von Infektionskrankheiten

Mag. Paulina Anna Ducka verfasste ihre Diplomarbeit über die biochemische und strukturelle Charakterisierung der Collagenase T aus Clostridium tetani. Betreut wurde sie von Universitätsprofessor Johann Brandstetter vom Fachbereich Molekulare Biologie.<o:p></o:p>

Bakterielle Collagenasen sind eine Familie verwandter Proteine und sind in zweierlei Hinsicht von großem Interesse: Sie bieten eine Angriffsstelle zur gezielten Bekämpfung vielfältiger Infektionserkrankungen, – im vorliegenden Fall etwa des Wundstarrkrampfs. Bakterielle Collagenasen werden schon heute unter anderem zum Aufschluss diverser Gewebe sowie zur Isolierung und medizinischen Verwendung von therapeutisch relevanter Zellen verwendet.

Kontakt: Tel: 0662-8044-7278