05.10.2007

DE-PLAN Diabetesprävention durch Lebensstiländerung

Ein Projekt der Universitätsklinik für Innere Medizin I, des interfakultären Fachbereiches Sport- und Bewegungswissenschaft der UNI Salzburg und der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität

Seit 1960 hat sich weltweit die Zahl der Diabetiker mehr als verzehnfacht. Ursachen dafür sind hauptsächlich die Zunahme von Übergewicht und Bewegungsmangel. Mehr als 90% aller Diabetiker haben einen sog. Typ 2 Diabetes (T2D, vormals „Altersdiabetes“). Nach Schätzungen der WHO gibt es derzeit weltweit etwa 250 Mio. Diabetiker. Es wird prognostiziert, dass diese Zahl bis zum Jahr 2025 auf fast 400 Mio. anwachsen wird. Daneben gibt es mindestens noch einmal so viele Personen mit einer prädiabetischen Zuckerstoffwechselstörung.

Etwa 7% aller Österreicher leiden bereits an Diabetes, das sind etwa 600.000 Personen. Mindestens ebenso viele ÖsterreicherInnen haben eine Vorstufe dieser Erkrankung, d. h. ein hohes Risiko in den nächsten Jahren daran zu erkranken. 80% aller Typ 2 Diabetiker versterben an Herzkreislauferkrankungen. Der Diabetes ist außerdem die häufigste Ursache für Erblindung, Nierenversagen und Beinamputation. Die Kosten zur Behandlung der Erkrankung sind enorm (mehr als 10% aller Gesundheitsausgaben).Daher müssen große Anstrengungen zur Prävention des T2D unternommen werden.

Das Projekt DE-PLAN Salzburg wurde vom Arbeitskreis „Prävention durch Lebensstiländerung“ der Universität Salzburg initiiert und wird derzeit unter der Leitung von Univ.-Doz. Dr. B. Paulweber (Innere Medizin I, SALK/PMU) und dem IFFB Sport- und Bewegungswissenschaft (Univ.-Ass. Dr. S. Ring-Dimitriou) umgesetzt. Wie Prof. Tuomilehto (Leiter DE-PLAN Europa) ausführte – „1Keks am Tag weniger oder 1km schnelles Gehen am Tag sparen 50 Kilokalorien und führen zu einer Gewichtsreduktion um 2,5 kg im Jahr“  braucht es nicht viel, um den Lebensstil zu ändern.

155 Männer und Frauen im Alter von 45-65 Jahren und hohem Risiko für T2D haben sich bereit erklärt am 2-jährigen Interventionsprogramm teilzunehmen, und die 5 Lebensstilziele [1) Gewichtsreduktion um 5% vom Ausgangsgewicht, 2) nur 30% Fettaufnahme der Kalorienzufuhr, 3) weniger als 10% Zufuhr an gesättigten Fetten, 4) mindesten 15g Ballaststoffzufuhr pro 1000 kcal und 5) mindestens 4 h pro Woche körperliche Aktivität] mit vereinten Kräften zu erreichen. Im Rahmen von 14 Schulungsmodulen werden die TeilnehmerInnen über ein Risiko-reduzierendes Bewegungs- und Ernährungsverhalten in Theorie und Praxis ausgebildet. Anschließend erfolgen in regelmäßigen Abständen Kontaktaufnahmen zur Motivation, das neu erlernte Verhalten aufrechtzuerhalten, sowie Untersuchungen der Zielfaktoren wie z. B. Ausmaß der körperlichen Aktivität, Änderung des Ernährungsverhaltens, des Bauchumfangs, des Blutdrucks und des Zuckerwertes. In Kooperation mit ASKÖ, UNION, Vita Club, Holmes Place, Kiesertraining und Yogatraining wird das bewegungsspezifische Programm bereitgestellt, das von den TeilnehmerInnen selbst ausgewählt wird.

Folgende Fragen werden dabei untersucht: Trägt eine die glykämische Last berücksichtigende Kohlehydratarme Ernährungsschulung stärker zur Risikoreduktion bei als eine klassische eher kohlenhydratreiche, fettarme Ernährungsweise? Profitieren Personen die an einem Krafttrainingskurs teilnehmen im gleichen Ausmaß hinsichtlich einer Verbesserung ihres Risikoprofils wie jene die an einem Ausdauertrainingskurs oder an einem Yogakurs teilnehmen? Schließlich wird mittels Kosten-Nutzen-Analyse auch nach dem kosten-günstigsten und effektivsten Programm zur Prävention des T2D gesucht. Unterstützt wird das Programm vom Land Salzburg, SGKK, Arbeitsmedizinischer Dienst des AVOS, Polar Electro, Novartis Pharma, Merck, MSD, Abbott, Pfizer und Genericon Pharma.

Informationen:
Dr. Susanne Ring-Dimitriou
IFFB Sport- und Bewegungsswissenschaft, Universität Salzburg
Rifer Schlossalle 49, 5400 Hallein