02.05.2007

Erfolgreiche Softwareentwicklung: Drittes Christian Doppler Labor an der Universität Salzburg

Das neue CD-Labor für Embedded Software Systems wurde von Wolfgang Pree, Professor am Fachbereich Computerwissenschaften, in Zusammenarbeit mit dem Industriepartner AVL List GmbH initiiert.

„Das dritte Christan Doppler Labor an der Universität Salzburg ist ein weiterer Schritt, Ergebnisse universitärer Grundlagenforschung in die anwendungsorientierte Forschung und Entwicklung eines international tätigen Industrieunternehmens einfließen zu lassen“, betonte Rektor Heinrich Schmidinger anlässlich der Eröffnung. Mit AVL List habe die Universität Salzburg eines der führenden High Tech Unternehmen des österreichisch-steirischen Automobilclusters gewonnen, so der Rektor.

drittes Dopplerlabor

Foto v.l.n.r.: Dr. Josef Affenzeller, AVL List GmbH, Landeshauptfrau Gabi Burgstaller, Rektor Heinrich Schmidinger (hinten), Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Pree, Univ.-Prof. Dr. Franz Rammersdorfer, CD-Gesellschaft (hinten), Dr. Ulrike Unterer, Bundeswirtschaftsministerium

Leiter des Doppler Labors ist der Informatiker Universitätsprofessor Wolfgang Pree. Ziel seiner Forschungsarbeit ist, die Konstruktion von Software für technische Systeme wie Motorenprüfstände weiter zu rationalisieren und damit die Qualität zu verbessern.

Embedded Software Systems (eingebettete Systeme) sind Computer, die in Geräten und Alltagsgegenständen eingebaut sind. Das Spektrum reicht von Mobiltelefonen über medizinische Geräte bis hin zu Autos, Flugzeugen und Satelliten. Viele Anwendungen, wie zum Beispiel die Steuerungssysteme von Airbags, sind sicherheitskritisch. Ein Versagen der Software kann lebensgefährlich sein. „Angetrieben von den Problemen der Industrie, können wir den Wissensstand vorantreiben“, betont Informatiker Wolfgang Pree. Die Forschungsarbeit, die in den Universitäten geleistet werden, verbunden mit der Entwicklungsarbeit in den Industrieunternehmen ergebe zu gleichen Teilen den Erfolg, so Pree.

Das Ziel des CD-Labors Embedded Software Systems ist es, die Industrie bei der Verbesserung der Qualität von Embedded Software zu unterstützen. Denn die Art und Weise, wie heute Embedded Software entwickelt wird, birgt viele potenzielle Fallstricke, die oft die Ursache für die als „Elektronikprobleme“ bekannten Pannen sind.

Das neue CD-Labor ist während seiner siebenjährigen Laufzeit mit einem Budget von 2,1 Millionen Euro ausgestattet. Das Land Salzburg steuert 105.000 Euro bei und der Industriepartner AVL List in Graz finanziert mehr als 1 Million Euro. AVL erwartet sich von der Kooperation den Ausbau seiner weltweit führenden Position in der Motoren- und Prüfstandentwicklung.

Der Antrag zur Errichtung des CD-Labors erhielt von drei internationalen Fachgutachter/innen äußerst positive Beurteilungen. Univ.-Prof. Dr. Franz Rammersdorfer von der Christian Doppler Gesellschaft erwartet, dass die Forschungsarbeiten sowohl für die beteiligte Firma AVL als auch für die Universität Salzburg und damit auch für das Land Salzburg sehr fruchtbringend sein werden. Derzeit gibt es österreichweit 44 Doppler-Labors, bis 2010 soll deren Anzahl auf 70 ansteigen.

Wolfgang Pree

Prof. Pree wurde im Alter von 32 Jahren als Professor für Informatik an dieUniversität Konstanz berufen. In den insgesamt mehr als 10 Jahren im Auslandwar er zudem Assistent an der Universität Zürich, Assistant Professor an derWashington University, bei der Siemens AG in München und als Gastprofessoran einem der besten Informatik-Departements der Welt, an der University ofCalifornia in Berkeley. Dort wurde der Grundstein für eine erfolgreicheKooperation im Bereich Embedded Software gelegt. Seit seiner Berufung andie Universität Salzburg im Jahr 2002 hat Professor Pree nun bereits über 3Millionen Euro an Drittmitteln eingeworben, die zu international beachtetenForschungsergebnissen und zur Gründung einer Spin-Off-Firma führten.

Kontakt:

Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pree
Lehrstuhl für Praktische Informatik und Softwaretechnik
Tel: +43-662-8044-6444
www.SoftwareResearch.net