27.07.2009

PUPILLE ALS MÜDIGKEITSINDIKATOR

Gerichtsmediziner der Universität Salzburg haben im Rahmen des 24-Stunden Cart-Rennens in Saalfelden am vergangenen Wochenende durch Messungen der Pupille die Fahrtauglichkeit der Rennteilnehmer überprüft.

Nach Unfallstatistiken ist jeder dritte Autofahrer und jeder zweite Lkw- und Buslenker übermüdet. „Das ist seit kurzem auch durch eine objektive Untersuchungsmethode der Pupille messbar“, sagt der Gerichtsmediziner Privatdozent Dr. Fabio Monticelli. „Der Durchmesser der menschlichen Pupille unterliegt Schwankungen, die bei Übermüdung zunehmen“, so Monticelli. Beim pupillometrischen Schläfrigkeitstest wird mit Hilfe von Infrarottechnologie der Pupillenunruheindex gemessen. Aus den Ergebnis lässt sich ablesen, ob der Fahrer noch in der Lage ist, sicher zu lenken oder bereits zu Sekundenschlaf – der Ursache für jeden dritten Verkehrsunfall –  neigt.

Pupillomat

Foto: Beim Test mittels Pupillomat: Fabio Monticelli | © PLUS

Fabio Monticelli hat sich im Jahre 2007 über medikamentös beziehungsweise drogeninduzierter zentral-nervöser Beeinträchtigung und deren Messbarkeit mit Hilfe von Pupillenuntersuchungen habilitiert. Beim diesjährigen 24-Stunden Cart-Rennen in Saalfelden war er wieder im Einsatz, um 48 Fahrer zu unterschiedlichen Tages- und Nachtzeiten zu testen. Durch diese Messungen des Pupillenunruheindex sollten weitere Erkenntnisse über die Fahrtüchtigkeit bei Schlafentzug gewonnen werden. Um etwaige Verfälschungen der Ergebnisse durch Aufputschmittel auszuschließen, führt Universitätsprofessor Dr. Thomas Keller forensisch-toxikologische Zusatzuntersuchungen durch.

Mit dem kürzlich vom Interfakultären Fachbereich Gerichtsmedizin der Universität Salzburg  erworbenen Untersuchungsgerät „Pupillomat“ werden weitere Testreihen durchgeführt. Sie zielen auf eine bessere Einschätzbarkeit der verminderten Reaktionsfähigkeit durch Übermüdung ab. Um möglichst viele Messwerte sammeln zu können wird Monticelli weiterhin vom Facharzt für Gerichtsmedizin Dr. Fritz Priemer und von Beamten der Oberösterreichischen Landesregierung Linz, Abteilung Verkehr, unterstützt.