01.12.2010

DIES ACADEMICUS

Der Dies Academicus ist ein Festtag der Paris Lodron Universität Salzburg zu Ehren herausragender Persönlichkeiten des wissenschaftlichen Lebens. Dienstag, 7. Dezember 2010, 11.00 Uhr, Große Universitätsaula (Eingang Max Reinhardt Platz).

Unter den Auspizien von Bundespräsident Dr. Heinz Fischer werden Mag. Doris Peckl-Schmid und Mag. Irene Holzer promoviert. Die Dekane stellen die neuen Habilitationen der vier Fakultäten vor. Dem Schauspieler Prof. Dr.h.c. Klaus Maria Brandauer, dem Literaten Mag. Erich Hackl, Infineon-Chefin Mag. Monika Kircher-Kohl, dem Materialwissenschaftler Universitätsprofessor Dr. Ewald Werner wird die Würde eines Ehrendoktors und Diplomingenieur Dr. Wolfgang Pöhl die Würde eines Ehrenbürgers verliehen. Dienstag,  7. Dezember 2010, 11.00 Uhr, Große Universitätsaula (Eingang Max Reinhardt Platz).

Doris Peckl-Schmid

Die Damen und Herren von den Medien sind sehr herzlich zum akademischen Fest eingeladen.

Promotionen sub auspiciis praesidentis

Doris Peckl-Schmid

In ihrer Dissertation beschäftigte sich Frau Mag. Doris Peckl-Schmid mit dem Protein HAX 1. Sie konnte nachweisen, dass dieses Protein eine wichtige Rolle für die Aufrechterhaltung eines intakten Knochenmark-Milieus für die Entwicklung von B-Zellen und bestimmten Stammzellen einnimmt.

Peckl-Schmid wurde 1979 in Hallein bei Salzburg geboren. Sie maturierte 1999 an der Handelsakademie mit Auszeichnung und begann im selben Jahr ihr Studium der Genetik und Molekularen Biologie an der Universität Salzburg. 2009 schloss sie das Studium mit der Doktorarbeit „Generation and characterisation of Hax1 knockout mice. The role of Hax1 in B cell development and homeostasis“ ab. Peckl-Schmied erhielt ein Doc-fForte – Frauen in Forschung und Technologie – Stipendium der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, das nur hoch qualifizierten Doktorandinnen aus den Bereichen Technik und Naturwissenschaften sowie Biowissenschaften, Mathematik und Medizin zuerkannt wird. Neben zahlreichen Kongressteilnahmen hat Peckl-Schmid auch bereits mehrere Publikationen verfasst.

Irene Holzer

Mag. Irene Holzer widmete sich in ihrer Dissertation den Messkompositionen von Adrian Willaerts (einflussreicher Komponist des 16 Jahrhunderts; ca. 1490-1562). Doktorvater Universitätsprofessor Jürg Stenzl betont, dass der eigentliche Nachweis von Willaerts kompositorischen Verfahren erst durch Irene Holzers vorliegende Arbeit erbracht wird. Eine besondere Qualität der Dissertation von Frau Holzer sei es auch, dass sie im Zuge ihrer sehr spezifischen Überlegungen immer wieder grundsätzliche Probleme im Umgang mit älterer Musik zur Sprache bringe. Sie habe die umfangreiche Sekundärliteratur in allen Sprachen umfassend und kritisch herangezogen, verbunden mit einer eigenständigen Quellenarbeit und bemerkenswert klaren Darstellungsweise. Durch ein Stipendium der Österreichischen Akademie der Wissenschaften konnte Holzer neben ihren Quellenstudien auch Forschungsreisen unternehmen. Darüber hinaus war sie an der Universität Basel als Universitätsassistentin tätig.

Zurzeit arbeitet sie an einem Projekt zur Erstellung eines Lexikons für Musikhandschriften und –drucke der Renaissancezeit. Ab Herbst 2010 wird sie für ein Semester die Vertretung einer Assistenzprofessur für ältere Musikwissenschaft an der Universität Basel übernehmen. Privat treibt Holzer gerne Sport, geht wandern und musiziert gerne.

Irene Holzer wurde 1981 in Rauris (Salzburg) geboren. Sie besuchte dort die örtlichen Schulen und wechselte anschließend an das musische Gymnasium der Ursulinen in Salzburg, an dem sie auch maturierte. Ihre privaten und schulischen Interessen galten seit jeher der Musik. Sie spielte in vielen Ensembles sowohl in der Volksmusik als auch im klassischen Bereich. Später setzte sie sich im Rahmen ihres Studiums auch theoretisch mit Musik auseinander. Sie studierte Musikwissenschaft an der Universität Salzburg und entschied sich die wissenschaftliche Laufbahn einzuschlagen. Sie arbeitete als Studienassistentin an der Abteilung für Musik- und Tanzwissenschaft und war an der Konzeption zahlreicher E-learning-Kurse beteiligt.

Ehrendoktorate

Klaus Maria Brandauer

In Würdigung seiner herausragenden künstlerischen Leistungen, seines Wirkens in Salzburg und seiner damit verbundenen Verdienste um die regionale und internationale Profilbildung der Universität verleiht die Universität Salzburg an Klaus Maria Brandauer die Würde eines Ehrendoktors der Philosophie (Dr. phil. h. c.).

Der vielfach international ausgezeichnete Film- und Theaterschauspieler, Regisseur und Drehbuchautor Klaus Maria Brandauer hat insbesondere durch seine Tätigkeit bei den Salzburger Festspielen wesentlich zum internationalen Ansehen von Salzburg als Kultur- und Universitätsstandort beigetragen: Debüt 1975 in Büchners „Leonce und Lena“; Figaro in Beaumarchais „Der tolle Tag oder Figaros Hochzeit“; Jedermann (1983-1989) und heuer als Ödipus auf Kolonos (2010). An den „Salzburger Vorlesungen“ beteiligte er sich mit einem Abend über Luis Bunuel.  In seinem gesamten Wirken hat Klaus Maria Brandauer Meilensteine der Theaterkunst gesetzt und die existentielle und politische Aktualität der Stoffe von der Antike bis zur Gegenwart aufgezeigt.

Prof. Dr.h.c. Klaus Maria Brandauer wurde am 22. Juni 1944 in Altaussee in der Steiermark geboren. Er gehört zu den wenigen Österreichern, die sich als Schauspieler in Hollywood einen Namen machen konnten. Nach seinem ersten Bühnenengagement 1963 wechselte Klaus Maria Brandauer bereits 1964 ans Landestheater Salzburg und kam über Düsseldorf ans Wiener Theater in der Josefstadt. Seit 1971 gehört er dem Ensemble des Burgtheaters an und avancierte bald zu einem der gefragtesten Schauspieler des deutschen Sprachraums. Zwischen klassischen Texten und einem modernen Repertoire wechselnd, hat Klaus Maria Brandauer die Österreichische Theatergeschichte wesentlich geprägt. 1996 wurde er zum Hochschulprofessor für Rollengestaltung am Max-Reinhardt-Seminar ernannt. Als Filmschauspieler gelang Klaus Maria Brandauer 1982 der internationale Durchbruch in Istvan Szabos Verfilmung „Mephisto“.

Erich Hackl

In Würdigung seiner außergewöhnlichen Leistungen verleiht die Universität Salzburg Mag. Erich Hackl die Würde eines Ehrendoktors der Philosophie (Dr. phil. h. c.).

Erich Hackl kommt das außerordentliche Verdienst zu, mit seinem literarischen und essayistischen Werk beharrlich gegen das Vergessen anzuschreiben und die Erinnerung an die Opfer der Gewaltgeschichten Europas und Lateinamerikas im 20. Jahrhundert, an Krieg, Bürgerkrieg, Terror, Folter und Menschen im Widerstand wach zu halten.

Weltweit bekannt geworden ist Erich Hackl mit seiner Erzählreportage „Abschied von Sidonie“ (1989). Dieses Buch zeigt exemplarisch, was bereits seine vorangehenden Werke auszeichnete: Eine bestechend klare, an Heinrich von Kleists und Johann Peter Hebels Prosa geschulte Sprache, deren nüchterne analytische Kraft die emotionale Beteiligung des Lesers herausfordert und zugleich zu Reflexion und eigenständiger Deutung anregt, sowie sorgfältige sozialhistorische Recherche als Grundlage und Voraussetzung seines literarischen Schreibens. Von herausragender Bedeutung ist Erich Hackl auch als Essayist und Übersetzer.

Hackl ist nicht nur aufgrund seiner hohen Sprachkunst ein außergewöhnlicher Übersetzer, sondern auch wegen seines Engagements für Autorinnen und Autoren, die nicht im Mainstream der lateinamerikanischen Bestsellerliteratur liegen, z. B. für die uruguayische Autorin Idea Vilarino, den indigenen Schriftsteller Humberto Ak’abal aus Guatemala oder Miguel Mármol aus El Salvador. Dazu kommt sein Einsatz für verfolgte Schriftstellerkollegen und -kolleginnen.

Mag. Erich Hackl, geb. am 26. Mai 1954 in Steyr, Absolvent der Paris-Lodron-Universität (Studium der Germanistik und Hispanistik) und seit fast dreißig Jahren als freier Schriftsteller tätig.

Monika Kircher-Kohl

In Würdigung ihrer außerordentlichen Verdienste verleiht die Universität Salzburg Frau Mag. Monika Kircher-Kohl die Würde einer Ehrendoktorin der Philosophie an der Naturwissenschaftlichen Fakultät.

Monika Kircher-Kohl hat sich als Spitzenmanagerin einen Namen gemacht und Infineon Austria auch in der dramatischen Wirtschaftskrise der letzten Jahre hervorragend geführt. Für ihre Managementqualitäten wurde sie von der Wirtschaftsuniversität Wien schon 2008 als Managerin des Jahres ausgezeichnet. Die Jury begründete dies unter anderem mit ihrer jahrelangen erfolgreichen Managementtätigkeit, ihrer integrativen Persönlichkeit und ihrem Engagement für ein familienfreundliches Umfeld im Unternehmen, ihrem Einsatz für Aus- und Weiterbildungsangebote sowie für den Forschungs- und Entwicklungsstandort Österreich.

Darüber hinaus hat sie sich insbesondere auch im Bereich der Förderung der technischen Wissenschaften sowie in der Bildungs-, Wissenschafts- und Gleichstellungspolitik große Verdienste erworben. Sie ist unter anderem dafür verantwortlich, dass Infineon Austria mehrere Kooperationen mit österreichischen Universitäten eingegangen ist und Forschungs- und Innovationsaktivitäten als wesentlicher Faktor der Standortsicherung umgesetzt werden. In Salzburg wurde aufgrund ihrer Initiative 2009 mit Infineon Austria als Wirtschaftspartner ein Christian-Doppler-Labor („Contextual Interfaces“), das sich mit Benutzerschnittstellen im Automobil, in der Fabrik und zwischen Menschen und Fabriksrobotern beschäftigt.

Ein besonderes Anliegen ist Frau Kircher-Kohl die Förderung von Frauen in der Technik. Dies zeigen nicht nur die unternehmensinternen Frauenförderungsprogramme, sondern auch ihre tatkräftige Unterstützung des Programms „FIT – Frauen in die Technik“. Für das Engagement in der Förderung von Frauen in technischen Berufen wurde Infineon Austria mit dem österreichischen Staatspreis für Chancengleichheit in Forschung und Entwicklung 2009 vom Bundesministerium für Verkehr, Infrastruktur und Technologie ausgezeichnet.

Frau Mag. Monika Kircher-Kohl, geb. am 8. Juli 1957 in Spittal/Drau, hat Wirtschaftswissenschaften an der Wirtschaftsuniversität Wien und in Mexico City studiert. Nach zehn Jahren erfolgreicher Tätigkeit als Vizebürgermeisterin der Stadt Villach ist sie in den Vorstand der Infineon Technologies Austria AG gewechselt. Seit Juni 2007 ist sie Vorstandsvorsitzende (CEO) dieses Unternehmens.

Ewald Werner

In Würdigung seiner besonderen Verdienste verleiht die Universität Salzburg Herrn Univ.-Prof. Dipl.Ing. Dr. Ewald Werner die Würde eines Ehrendoktors der Philosophie an der Naturwissenschaftlichen Fakultät.

Zur Universität Salzburg hat er insofern eine besondere Beziehung, da er sich für die Einrichtung der gemeinsamen Studiengänge der PLUS und der TUM „Bachelor Ingenieurwissenschaften“ und „Master Materialwissenschaften“ sehr eingesetzt hat.

Seine Hauptarbeitsgebiete, deren Ergebnisse in zahlreichen Publikationen und Vorträgen veröffentlicht wurden, sind Werkstoffmechanik, Phasenumwandlungen, Legierungs- und Prozessentwicklung, Elektronenmikroskopie, Röntgenmetallographie, Neutronenbeugung und numerische Simulation. Seine hervorragenden wissenschaftlichen Leistungen auf diesen Gebieten wurden durch die Verleihung zahlreicher international renommierter Preise gewürdigt.

Herr Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Ewald Werner, geboren am 17. März 1956 in Leoben, graduierte 1980 zum Dipl.-Ing. im Fachgebiet Werkstoffwissenschaften der Montanuniversität Leoben (MUL). Nach der Promotion 1984 zum Dr. mont. an der MUL schloss er die Zeit als Universitätsassistent (ETH Zürich, MUL) mit der Habilitation für das Lehrgebiet Metallphysik in 1991 ab und wurde anschließend Assistenzprofessor und in weiterer Folge Außerordentlicher Universitätsprofessor an der MUL. 1997 nahm er den Ruf auf den Lehrstuhl für Mechanik (seit 2002 Lehrstuhl für Werkstoffkunde und Werkstoffmechanik) sowie die Berufung zum Mitglied des Direktoriums des Institutes für Werkstoffe und Verarbeitung und zum Leiter des Staatlichen Materialprüfungsamtes für den Maschinenbau der TU München (TUM) an, wo er noch heute tätig ist.

Wolfgang Pöhl

In Würdigung seiner besonderen Verdienste verleiht die Universität Salzburg Herrn Dr. Wolfgang Pöhl die Würde eines Ehrenbürgers der Universität Salzburg.

Herr Dr. Pöhl hat durch seine sehr guten Kontakte zur Technischen Universität München einerseits und zur Industriellenvereinigung andererseits ganz wesentlich die Partnerschaft zwischen Universität Salzburg und Technischer Universität München initiiert und herbeigeführt. Die Einrichtung des gemeinsam von beiden Universitäten betriebenen Studiums der Ingenieurwissenschaften und dessen Finanzierung durch das Land Salzburg sowie durch die Industriellenvereinigung ist seinem Einsatz zu verdanken. Daran anknüpfend hat er wesentlich zum erfolgreichen Aufbau des Fachbereichs Materialforschung und Physik an unserer Universität beigetragen.

Herr Bergrat h.c. Senator h.c. Dipl. Ing. Dr. mont. Wolfgang Pöhl wurde am 17. April 1940 in Salzburg geboren. Das Studium des Bergwesens schloss er 1966 ab, 1980 promovierte er zum Doktor der Technischen Wissenschaften. Seine berufliche Laufbahn ist geprägt durch zahlreiche höchste Management- und Vorstandsfunktionen im Bergbau sowie in Wirtschaft und Industrie bis er von 1999 bis 2003 das Amt des Rektors der Montanuniversität Leoben innehatte. Sein großes Interesse lag dabei immer bei der Schnittstelle zwischen Wirtschaft/Industrie und Wissenschaft. Seine zahlreichen Veröffentlichungen zu wirtschaftlichen Themen und zur angewandten Unternehmensführung im Umfeld des Bergwesens belegen dieses Interesse nicht nur, sondern dokumentieren auch seine wissenschaftliche Tätigkeit in eindrucksvoller Weise.