09.12.2010

PREIS FÜR WISSENSCHAFT UND FORSCHUNG

Der Internationale Preis für Wissenschaft und Forschung 2010 geht an Sonja Puntscher Riekmann, Vizerektorin und Politikwissenschaftlerin an der Universität Salzburg. Das Kuratorium des Kulturfonds der Landeshauptstadt Salzburg würdigt damit ihre speziellen wissenschaftlichen Leistungen und ihr erfolgreiches Engagement in Fragen der europäischen Vernetzung. Einen Förderpreis für Wissenschaft und Forschung erhält Dr. Ulrike Zobl vom Schwerpunkt Wissenschaft und Kunst.

„Der Kulturfonds der Stadt Salzburg ist darauf fokussiert, unabhängig vom Kulturbudget jährlich Personen und Aktivitäten auszuzeichnen, die in ihrem Wirken die Stadt mit begleitet und geformt haben oder dies immer noch tun“, so Bürgermeister Dr. Heinz Schaden. Weiters wurden mit dem  Internationalen Preis für Kunst und Kultur Universitätsprofessorin Ursula Hübner und mit der Anerkennung für das Lebenswerk Professor Karl-Heinz Ritschel ausgezeichnet. Förderpreise gehen außerdem an Andrea Grill, Helene Weinzierl, Peter Fuschlberger, Caoline Richards und den SaWaZi-Kinder-/Jugendzirkus.

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Sonja Puntscher Riekmann wurde 1954 in Bozen geboren. Ab 1973 studierte sie Germanistik, Romanistik und Philosophie in Wien, wo sie mit einer Arbeit über “Mozart. Ein bürgerlicher Künstler” 1981 zum Dr.phil. promovierte. Als Scholarin am Insititut für Höhere Studien in Wien erlangte sie 1984 ihr Post-Graduate-Diplom der Politikwissenschaft. Sie begann ihre Karriere als freiberufliche Politikwissenschafterin, Publizistin und Übersetzerin, es folgten Forschungsaufenthalte in Europa und

den USA. Ende der 1980er Jahre hat Sonja Puntscher Riekmann die Leitlinien der Grünen zur Ökologie-, Sozial- und Demokratiepolitik mitgestaltet, während der 1990er lehrte sie Politikwissenschaften in Wien und Innsbruck. 1994 war sie für die Grünen im Nationalrat, 1999 bis 2000 Mitglied des ORF-Kuratoriums. Mit ihrer Schrift “Die Neuordnung Europas. Das Dispositiv der Integration” habilitierte Puntscher Riekmann 1997. Sie leitet mit dem Salzburg Centre of European Union Studies ein interdisziplinäres Forschungs- und Lehrzentrum auf internationalem Exzellenzniveau, das eng verbunden ist mit der Heranbildung einer neuen akademischen Generation.

Im August 2008 wurde dem Zentrum unter ihrer Ägide der Status eines EU-geförderten „Jean Monnet Centres of Excellence“ zuerkannt. Zugleich ist Sonja Puntscher-Riekmann Mitglied in zahlreichen hochkarätigen Institutionen, darunter die Akademie der Wissenschaften, das DDr. Batliner-Europa- Institut, das Europäische Forum Alpbach und die Österreichische Gesellschaft für Außenpolitik.

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Dr. Elke Zobl

Elke Zobl, geboren 1975 in Mittersill, studierte u.a. Kunst- und Kulturwissenschaften an derAkademie der Bildenden Künste in Wien. Ihre Doktorarbeit schrieb sie über “The Global Grrrl Zine Network: A DIY Feminist Revolution for Social Change”. Anschließend forschte sie fünf Jahre lang als Post-Doc an der University of California in San Diego weiter zum Thema grrrl zines und alternative Medien und hielt Zine- Workshops für Mädchen und junge Frauen. Wieder in Österreich war sie drei Jahre lang als Obfrau im Vorstand der Radiofabrik tätig, seit 2009 leitet sie als Hertha-Firnberg-Stipendiatin zwei Forschungsprojekte zur feministischen

Medienproduktion an der Universität Salzburg und hat vor kurzem die Leitung des Programmbereichs „Contemporary Arts & Cultural Productions“ übernommen. Elke Zobls wissenschaftliche Arbeit ist eng verbunden mit ihrem Engagement und Interesse für zivilgesellschaftliche Partizipation und Feminismus als Teil einer größeren Bewegung für soziale, politische, ökologische und ökonomische Gerechtigkeit. In verschiedenen kulturellen und sozialen Projekten setzt sie sich für die Bildung und Ermächtigung von jungen Menschen, insbesondere von Mädchen und jungen Frauen, und deren aktive und selbstbestimmte Teilnahme am kulturellen und politischen Leben ein. Dies verfolgt sie sowohl mit den von ihr initiierten Online-Plattformen „Grassroot Feminism“ und „Grrrl Zine Network“ als auch in ihrer Tätigkeit im Rahmen des in Salzburg neu begründeten interuniversitären Schwerpunkts „Wissenschaft und Kunst“ der Paris Lodron Universität und der Universität Mozarteum.

Fotos: © Privat