10.11.2010

RECHT UND KUNST

Salzburger Vorlesung mit Karl Korinek, Präsident des Verfassungsgerichtshofes a.D.

Am 18. November spricht er zum Thema „Das Recht als Garant und Grundlage künstlerischen Schaffens“.

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Foto: Karl Korinek | © Privat


Korinek analysiert die Bedeutung des Grundrechts der Kunstfreiheit für Gesetzgebung, Verwaltung und Gerichtsbarkeit und zeigt – auch anhand von Beispielen –, dass eine unverhältnismäßige Beschränkung der Kunstfreiheit unzulässig ist. Sowohl der Gesetzgeber als auch die Vollziehungsorgane haben bei ihren Entscheidungen oder Verfügungen die Freiheit des künstlerischen Schaffens immer mit zu bedenken.

Der Vortragende geht auch darauf ein, wie Konflikte zwischen verschiedenen Trägern der Kunstfreiheit – etwa bei einer Oper zwischen dem Regisseur, dem Dirigenten und den Darstellern – gelöst werden können. Er zeigt die verschiedenen Lösungsmöglichkeiten und betont, dass letztlich die Verantwortung immer beim künstlerischen Leiter liegen muss.

Während die Freiheit künstlerischen Schaffens verfassungsrechtlich garantiert ist, ist die Förderung von Kunst weitgehend der verfassungsrechtlich ungebundenen politischen Gestaltung überlassen. Sie ist deswegen aber nicht minder bedeutsam, stellt doch die Kulturförderung eine wesentliche Investition in die geistige Infrastruktur einer Gesellschaft dar.

Universitätsprofessor Karl Korinek, Ehrendoktor und ehemaliges Mitglied des Uni-Rates der Universität Salzburg, war von 2003 bis 2008 Präsident des Verfassungsgerichtshofes. Er gehört verschiedenen österreichischen und internationalen wissenschaftlichen Vereinigungen ein, u.a. der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Mehr als 200 juristische Arbeiten, darunter selbständige Publikationen vor allem zu Fragen des Verfassungsrechts und der Verwaltungswissenschaften zeugen von seinem außerordentlichen wissenschaftlichen Schaffen. Korinek verbindet seine Leidenschaft für das Recht aber auch mit einem besonderen kulturellen und musikalischen Wissen. 2005 gelang ihm mit „Der Onkel Julius oder Der Wiederaufbau Österreichs in Anekdoten“ ein Sachbuch-Bestseller.

Mit den Salzburger Vorlesungen haben Universität und Stadt Salzburg erfolgreich einen neuen Treffpunkt von Wissenschaft und Öffentlichkeit etabliert. Herausragende Persönlichkeiten des intellektuellen Lebens nehmen zu brisanten Themen unserer Gesellschaft Stellung. Universität und Stadt wollen damit einen Beitrag zum öffentlichen Diskurs leisten.

Info und Anmeldung:

Karl Korinek, „Das Recht als Garant und Grundlage künstlerischen Schaffens“,

18. November, 19.00 Uhr, Hörsaal 230, Kapitelgasse 4

Anmeldungen unter: www.uni-salzburg.at/salzburgervorlesungen

oder unter Tel: 0662-8044-2438