01.02.2010

SCHUTZIMPFUNG GEGEN ALLERGIEN WIRD MÖGLICH

Forscherteam der Universität Salzburg gelingt internationaler Durchbruch mit sogenannten genetischen Impfstoffen

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Foto: v.l.n.r.: Universitätsprofessor Josef Thalhamer, Mag. Esther Weinberger, Mag. Elisabeth Rösler, Dr. Richard Weiss, Dr. Sandra Scheiblhofer | © L. Caputo

In westlichen Zivilisationsländern leidet bereits jeder Dritte an Allergien. Josef Thalhamer und seinem Team ist nach jahrelanger Forschungsarbeit am Christian Doppler Labor für Allergiediagnostik und Therapie der Universität Salzburg ein entscheidender Schritt gelungen: die Schutzimpfung gegen Allergien. Kooperiert wurde mit dem Wiener Biotech-Unternehmen Biomay.

Genetische Impfstoffe

Während bisher nur bereits vorhandene Allergien gegen Hausstaub, Birkenpollen oder Gräser mit Therapien gelindert werden konnten, wird in Zukunft das Auftreten allergischer Reaktionen bereits im Ansatz verhindert – durch sogenannte genetische Impfstoffe. Das Wirkprinzip dieser Impfstoffe beruht auf der genetischen Information, der DNA oder RNA: Der Organismus reagiert auf diese und lernt eine Reaktion. Konkret erfolgt auf die Impfung die Bildung eines Proteins, das im Körper die gewünschte Immunantwort hervorruft.

Da bei dieser Schutzimpfung kein künstlich hergestelltes Allergen verabreicht wird, sondern dem Körper nur die genetische Information zur Bildung eines Proteins verabreicht wird, fehlen störende Nebenwirkungen. Außerdem wird der Impfstoff wieder vollständig von den Körperzellen abgebaut.

Während hierzulande Beschwerden häufig durch Birkenpollen oder Gräser ausgelöst werden, leiden z. B. Japaner unter den Pollen der Zedern. Das Wissenschaftsteam hat daher in einer breit angelegten Studie 29 verschiedene Allergene erforscht, um die innovative Impfmethode weltweit zu ermöglichen. Publiziert wurde die Arbeit im international renommierten >Journal of Allergy and Clinical Immunology.

Die Salzburger Forscherinnen und Forscher konnten nicht nur den Schutz vor Allergien durch die genetische Impfung belegen, sondern auch den wirkungsvollen therapeutischen Einsatz bei bereits vorhandenen Allergien nachweisen. Inzwischen arbeitet die weltweit führende Forschergruppe um Josef Thalhamer bereits am nächsten Innovationsschritt: Schutzimpfungen gegen Allergien sollen sogar über Pflaster möglich werden. Die gewünschte Information für das Immunsystem dringt dabei über Hautzellen in den Körper ein – ohne schmerzhaften Einstich.

Weitere Informationen:

media summary: http://www.aaaai.org/media/jaci/content.asp?contentid=8420

Kontakt:

Univ.-Prof. Dr. Josef Thalhamer

Team:  Mag. Elisabeth Rösler, Mag. Esther Weinberger, Dr. Sandra Scheiblhofer, Dr. Richard Weiss

Fachbereich Molekulare Biologie, Abteilung Allergie und Immunologie

Hellbrunnerstraße 34 | A-5020 Salzburg

Tel: +43 662-8044-5737

www.uni-salzburg.at

Bisher war nur die Behandlung bereits bestehender Allergien möglich – in Zukunft kann gegen allergische Reaktionen auf Gräser, Baumpollen und Co. vorsorglich geimpft werden.