23.10.2011

ILSE AICHINGER: BEHUTSAM KÄMPFEN

Anlässlich des 90. Geburtstags von Ilse Aichinger veranstaltet die Universität Salzburg vom 27. bis 29. Oktober 2011 ein internationales Symposion. In Vorträgen, Buchpräsentationen, Gesprächen, Film und Lesungen werden aktuelle Lesarten zu Leben und Werk von Ilse Aichinger präsentiert. Alle Interessierten sind herzlich willkommen.

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Foto: Stefan Moses | © S. Fischer Verlag

Ilse Aichinger (1.11.1921) ‚kämpft behutsam‘ mit Worten – und gegen Worte, denn sie setzt ihr bedachtes Sprechen gegen offene und verdeckte Machtkonstruktionen in unserer Sprache und Gesellschaft. So erreicht, was mit dem „Aufruf zum Mißtrauen“ 1946 zum Programm erklärt wurde, später eine Intensität der Hinterfragung von Sprache, die bis an die Grenze der Auflösung ihrer alltäglichen Bedeutung führt.

Sprach- und Erkenntniskritik markiert Aichingers gesamtes Werk. Ihre Sprachbewegung ist eine prüfende, nur weniges erreicht für sie den angestrebten Rang ‚gesicherter‘ Worte. Es stellt sich die Frage, welche Worte aus den Sprach- und Denkwelten anderer AutorInnen oder PhilosophInnen Aichinger gelten lässt, mit welchen sie in eine Korrespondenz tritt.

Von 1963 bis 1984 lebte Ilse Aichinger in Großgmain bei Salzburg und schrieb einige ihrer wichtigsten Werke. Die Tagung aus Anlass des 90. Geburtstags möchte die besondere Bedeutung und Aktualität von Ilse Aichinger in mehrfacher Weise untersuchen und dazu beitragen, die Aufmerksamkeit auf eine der stillsten Dichterinnen dieses Landes zu fokussieren und zur Lektüre ihres Werkes anregen. In Vorträgen, Buchpräsentationen, Gesprächen, Film und Lesungen werden aktuelle Lesarten zu Leben und Werk von Ilse Aichinger präsentiert.

Die Veranstaltungen sind für alle Interessierten zugänglich!

ILSE AICHINGER: BEHUTSAM KÄMPFEN

27. – 29. Oktober 2011

Salzburg, Edmundsburg, Mönchsberg 2

 

Veranstalter:

Universität Salzburg, Fachbereich Germanistik

Kooperationspartner bei der Veranstaltung: Hommage an Ilse Aichinger (Salzburger Literaturforum Leselampe, Zentrum für jüdische Kulturgeschichte)

Mit Unterstützung von Stadt und Land Salzburg 

 

Kontakt:

Dr. Irene Fußl |       

Dr. Christa Gürtler |

FB Germanistik

Unipark der Paris Lodron Universität Salzburg

Erzabt-Klotz-Straße 1 | A-5020 Salzburg

 

Programm:

Donnerstag, 27. Oktober 2011

18.00   Tagungseröffnung

Norbert Christian Wolf (Fachbereichsleiter)

Irene Fußl und Christa Gürtler (Organisatorinnen)

18.30   Roland Berbig (Berlin)

Ich wollte das Ende ändern“ – Eine unglaubwürdige Archivreise zu Ilse Aichinger

19.30   Brita Steinwendtner (Salzburg)

„Ilse Aichinger: Schreiben ist Sterben lernen“ Filmvorführung und Gespräch

20.30   Empfang

Freitag, 28. Oktober 2011

9.00     Hannah Markus (Berlin)

Schlechte Wörter als Familiensprache?

Die „Prosagedichte“ von Ilse Aichinger und Günter Eich

9.30     Wolfgang Görtschacher (Salzburg)/David Malcolm (Danzig)

Kann man Ilse Aichingers Lyrik ins Englische übersetzen?

Und warum möchte man das tun?

10.00   Anne Betten/Ute Fellner (Salzburg)

„Und wir haben noch kein einziges Wort verlernt“ –

Ilse Aichingers ‚weiter sprechen‘ in entfremdeter Sprache

10.30   Pause

11.00   Hans Höller (Salzburg)

„was gegen uns gerichtet scheint, wenden“

Die Aichinger-Linie in der österreichischen Erzählliteratur nach 1945

11.30   Barbara Thums (Tübingen)

Grenzräume des Schreibens – Blitzlichter des Erinnerns:

(Dis)Kontinuitäten in der Poetik Ilse Aichingers

12.00   Mittagessen

15.00   Simone Fässler (Zürich)

Immer dieselben Wege gehen? Zum Verhältnis von Früh- und Spätwerk

15.30   Joanna Drynda (Poznan)

Intermedialität bei Ilse Aichinger

Hommage an Ilse Aichinger

18.00   Buchpräsentation

Simone Fässler: „Ilse Aichinger: Es muss gar nichts bleiben. Interviews 1952 – 2005“

Lesung

Gespräch „Ilse Aichinger: Selbstbilder – Fremdbilder“

mit Simone Fässler (Zürich), Doris Moser (Klagenfurt) und Reto Ziegler (Wien) Moderation: Christa Gürtler (Salzburg)

20.00   Lesungen

Franz Hammerbacher (Wien)

Margret Kreidl (Wien)

Uljana Wolf (New York/Berlin)

Eintritt: 8/6/4 (Für Tagungsteilnehmer frei)

Samstag, 29. Oktober 2011

9.00     Dagmar Lorenz (Chicago)

Die zunehmende Schärfe der Erinnerung‘: Das Bild der Großmutter bei Ilse Aichinger

9.30     Christoph Leitgeb (Wien)

Ilse Aichinger: Zur Unheimlichkeit der Geschichte

10.00   Pause

10.30   Neva Slibar (Ljubljana)

Ilse Aichinger und Ingeborg Bachmann. Parallelen und Differenzen in ihrem Frühwerk

11.00   Françoise Rétif (Rouen)

Vom Nachteil, geboren zu sein. Ilse Aichinger und E.M. Cioran

11.30   Abschlussgespräch

12.30   Fahrt nach Großgmain mit Mirjam Eich