25.11.2013

DIES ACADEMICUS

Die Paris Lodron Universität feierte am 22. November 2013 ihren akademischen Festtag, den Dies Academicus. Unter den Auspizien von Bundespräsident Dr. Heinz Fischer wurden Mag. Dr. Esther Schönauer, MA und Dipl. Ing. Dr. Peter Wild, Bakk. techn. promoviert. Die Dekane stellten sechs neue Habilitationen vor. Universitätsprofessor Dr. Hans Dieter Seghezzi wurde die Würde eines Ehrendoktors der Wirtschaftswissenschaften verliehen und Herrn Kantonsrat Urs Lauffer die Würde eines Ehrensenators. Landtagsdirektor a.D. Hofrat Dr. Karl W. Edtstadler erhielt für seine besonderen Verdienste um die Universität Salzburg einen Ehrenring.

Promotionen sub auspiciis praesidentis

Esther Schönauer

wurde am 22. März 1979 in Salzburg geboren. Sie besuchte das Bundesrealgymnasium in Neumarkt am Wallersee und studierte zunächst Politikwissenschaft und Slawistik. Im Anschluss absolvierte sie das Bachelorstudium Molekulare Biowissenschaften gefolgt von dem Masterstudium Molekulare Biologie an der Universität Salzburg. Von 2009 bis 2013 war Esther Schönauer Mitglied des Doktoratskolleges „Immunity in Cancer and Allergy“ und verfasste ihre Doktorarbeit bei Professor Dr. Hans Brandstetter. In ihrer Forschung beschäftigte sie sich unter anderem mit dem Protein Urokinase, das in der Krebstherapie zur Entwicklung von Arzneistoffen verwendet wird. „Frau Schönauer konnte insbesondere auch die Wechselwirkung der Urokinase mit einem Inhibitor aufklären, der in der Krebsdiagnose und –therapie Verwendung finden soll“, erklärt Professor Brandstetter. Die Ergebnisse ihrer Arbeiten wurden auch im angesehenen Journal Nature Structural & Molecular Biology publiziert. Darüber hinaus erhielt Schönauer 2009 den Würdigungspreis des Bundesministeriums für Wissenschaft und Forschung.

Peter Wild

geboren am 4.11.1982 in Oberndorf bei Salzburg, ist Postdoctoral Research Assistant an der Uni Reading, UK in der Computational Vision Group von Dr. James Ferryman. Dort forscht er zurzeit an biometrischen Verfahren im Rahmen des EU Forschungsprojekts „Fastpass – Ein harmonisiertes, modulares Referenzsystem für alle automatischen Grenzübergangsstellen Europas“. Für seine Dissertation „Fortgeschrittene Segmentierung und Komparatoren für Irisbiometrie in der Überwachung“ 2012 am Fachbereich Computerwissenschaften der Uni Salzburg in Prof. Dr. Andreas Uhl’s Multimedia Signal Processing and Security Lab erhielt er den European Biometrics Industry Award 2013 der European Association for Biometrics sowie den Würdigungspreis des BM für Wissenschaft und Forschung 2013. Er ist Mitautor eines Buches über Iriserkennung, veröffentlichte 3 Zeitschriften- und 22 Konferenzartikel. Neben seiner Forschungstätigkeit an der Uni Salzburg (2007-2013) hielt er Lehrveranstaltungen an der Uni Salzburg (ab 2008), Fachhochschule Salzburg (ab 2009), und Pädagogischen Hochschule Salzburg (ab 2001).

Habilitationen 2013

Univ.-Ass. Dr. phil. Sigrid Brandt erhielt die Venia docendi für Kunstgeschichte. Der Titel ihrer Habilitation lautet: „Stadtbaukunst. Eine Studie zu den Methoden ihrer Geschichtsschreibung“.

Ass. Prof. Mag. Dr. Thomas Steinmaurer erhielt die Venia docendi für Medien- und Kommunikationswissenschaft. Seine Habilitationsschrift lautet: „Mobile Individuen im Netz der Konnektivität. Zur Theorie und Geschichte mediatisierter Kommunikation.“

Ass. Prof. Dr. Anna Kathrin Bleuler erhielt die Venia docendi für ältere deutsche Sprache und Literatur. Ihre Habilitationsschrift verfasste sie über: „Essen – Trinken – Liebe. Aspekte einer Poetik des Alimentären in der höfischen Minnedichtung.“

Ass. Prof. Dr. Sabine Würth erhielt die Venia docendi für Sportpsychologie. Ihre Habilitationsschrift lautet: „Verausgabungsbereitschaft und Overconformity im Kontext von Verletzungen im Sport“.

Dr. Martin Hahn erhielt die Venia docendi für Mikrobielle Ökologie. Seine Habilitationsschrift verfasste er zum Thema: „Ecology, Diversity and Taxonomy of Abundant Freshwater Bacteria”.

Dr. Raphael Berger erhielt die Venia docendi für Anorganische Chemie. Seine Habilitationsschrift lautet: „Aufklärung schwacher und korrelationsbasierter Wechselwirkungen durch Molekülstrukturuntersuchungen in der Gasphase und im Festkörper und Untersuchungen zu magnetisch induzierten molekularen Ringströmen und elektronendelokalisierten Bindungssituationen“.

Ehrenring für Landtagsdirektor a.D. Hofrat Dr. Karl W. Edtstadler

Hofrat Karl Edtstadler hat sich um die Rechtswissenschaften, insbesondere um das Öffentliche Recht besonders verdient gemacht. Er fungierte als Bindeglied zwischen dem Salzburger Landtag und der Rechtswissenschaftlichen Fakultät. Eine besondere Unterstützung ließ Karl Edtstadler der Kooperation der Rechtswissenschaftlichen Fakultät im Rahmen der Universitätspartnerschaften mit zahlreichen russischen Universitäten, darunter die Moskauer Staatliche Universität sowie ostmitteleuropäischer Universitäten zukommen. Edtstadler war verantwortlich für die Organisation und inhaltliche Gestaltung eines Empfangs, der rund zehn Jahre durch den jeweiligen Präsidenten des Salzburger Landtages als Höhepunkt der alljährlichen Österreich-Russischen Sommerschulen gegeben wurde.

Darüber hinaus trat Karl Edtstadler als Vortragender zu jeweils themenbezogenen bundesstaatlichen Aspekten im Rahmen der Sommerschulen in Erscheinung und lehrte an Moskauer Universitäten im Auftrag der Salzburger Rechtswissenschaftlichen Fakultät. Edtstadler war sowohl Herausgeber von juristischen Schriften als auch Mitautor an Sammelbänden und Festschriften der Rechtswissenschaftlichen Fakultät.

Dr. Karl Edtstadler wurde am 16. Februar 1948 in Innsbruck geboren. Er studierte an der Universität Salzburg Rechtswissenschaften und war bis zu seiner Promotion als Studienassistent am Institut für Strafrecht tätig. 1971 trat er in den Landesdienst als rechtskundiger Beamter ein, wurde später Sekretär von Landeshauptmann DI DDr. Hans Lechner und in der Folge Mitarbeiter von Landeshauptmann Dr. Wilfried Haslauer. Seit 1988 bekleidete er die Position des Landtagsdirektors und wurde zum Hofrat ernannt. Peter Edtstadtler ist seit 1974 mit der AHS-Professorin Mag. Christine Edtstadler verheiratet. Das Paar hat drei Töchter.

Verleihung des Ehrendoktorates an Universitätsprofessor Dr. Hans Dieter Seghezzi

Prof. Hans Dieter Seghezzi, 1933 in Besigheim, Baden-Württemberg geboren, studierte Physik in Stuttgart und forschte am Max-Planck-Institut für Metallforschung. Bereits mit 28 wurde er Leiter der Qualitätsstelle der Hilti AG, drei Jahre später wurde er mit der Leitung der gesamten Forschung und Entwicklung der Hilti AG betraut, 1977 wurde er Vorstandsmitglied. 1988 erhielt er einen Ruf auf eine Professur für Technologie an der Hochschule St. Gallen.

Somit hat Seghezzi drei Karrieren vorzuweisen: Als Forscher, Manager und Universitätsprofessor. In allen Arbeitsgebieten war ihm das Wort „Qualität“ ein ständiger Begleiter. Qualitätssicherung, Qualitätsbewusstsein, Qualitätsmanagement – die jahrzehntelangen Erfahrungen gipfelten in dem von ihm entwickelten „Integrierten Qualitätsmanagement“. Es ist unter anderem sein Verdienst, dass Qualitätsmanagement als eigenständige Disziplin in der Betriebswirtschaftslehre anerkannt wurde. Daneben gelten auch seine Überlegungen zur „ganzheitlichen Unternehmensführung“ und zu „integrierten Führungssystemen“ als fixer Bestandteil der Managementlehre.

Enge Kontakte zur Universität Salzburg bestehen seit 1995. Zunächst war er Vortragender am damaligen Institut für Wirtschaftswissenschaften und in weiterer Folge wirkte er am Aufbau der University of Salzburg Business School maßgeblich mit. Seghezzis überaus erfolgreiches „Wirken für die Qualität“ hat viele Ehrungen und hohe Ämter mit sich gebracht. Beispielhaft seien erwähnt: Vorstandsmitglied der European Foundation for Quality Management, Vorstandsmitglied der Schweizerischen Akademie der Technischen Wissenschaften. Die Schweizerischen Stiftung für Forschung und Ausbildung «Qualität» (SFAQ) hat heuer bereits zum achten Mal den mit 8.000 CHF dotierten Hans Dieter Seghezzi-Preis zur Förderung des Qualitätsmanagements vergeben. In Würdigung seiner Verdienste hat der Senat der Paris-Lodron-Universität Salzburg beschlossen, Herrn Hans Dieter Seghezzi die Würde eines Ehrendoktors der Wirtschaftswissenschaften zu verleihen.

Kantonsrat Urs Lauffer wird Ehrensenator

Urs Lauffer, Bürger von Zürich und Uster, wurde 1958 geboren und ist als Unternehmer, Unternehmensberater und auch als sog. „freisinniger“ Politiker in der Schweiz tätig. Er ist Mitinhaber der Unternehmensberatung für Kommunikation “Lauffer & Frischknecht” und übt zahlreiche Funktionen in Unternehmens- und Stiftungsräten aus. So gehört er beispielsweise dem Verwaltungsrat der F. Hoffmann-La Roche AG, Basel an und ist Präsident der Fritz-Gerber-Stiftung für begabte junge Menschen sowie der von ihm gegründeten Paradies-Stiftung für soziale Innovation.

Als Politiker ist Urs Lauffer nach Funktionen im Zürcher Gemeinderat und Verfassungsrat heute Mitglied des Zürcher Kantonrates und der Aufsichtskommission für Bildung und Gesundheit. Urs Lauffer engangiert sich ganz besonders in wirtschafts-, sozial- und bildungspolitischen Bereichen. Als geschäftsführendes Mitglied der Humer-Stiftung für akademische Nachwuchskräfte fördert er auch das Doktorandenkolleg des Salzburg Centre of European Union Studies (SCEUS). Hier konnten bisher sechs Studierende ihre Forschungsarbeiten zu wichtigen Fragen des europäischen Integrationsprozesses abschließen, weitere sechs werden im kommenden Jahr folgen.

Foto v.l.n.r.: Ehrenringträger Dr. Karl Edtstadler, die sub auspiciis Promovenden Dipl. Ing. Dr. Peter Wild und Mag. Dr. Esther Schönauer, Bundespräsident Dr. Heinz Fischer, Ehrendoktor Univ.-Prof. Dr. Hans Dieter Seghezzi, Ehrensenator Kantonsrat Urs Lauffer, Landeshaupmannstellvertreterin Dr. Astrid Rössler und Rektor Univ.-Prof. Dr. Heinrich Schmidinger sowie die Szepterträger der Universität Salzburg.

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