29.05.2013

MENSCHENHANDEL

Im Rahmen der Ringvorlesung „Menschenhandel“ spricht Dr. Gerhard Pfeisinger, Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung, über Menschenhandel und unfreie Arbeit in Lateinamerika. Donnerstag, 6. Juni 2013, 17-19 Uhr, Universität Salzburg, Fachbereich Geschichte, Rudolfskai 42, HS 380.

Das Ende des organisierten Atlantik-Sklavenhandels und der Siegeszug des freien Welthandels im 19. Jahrhundert bedeutete aber noch lange nicht das Ende der unfreien Arbeit. Aufgrund des hohen Arbeitskräftebedarfs der Plantagenökonomie wurden nun weltweit nach neuen Bezugsquellen gesucht und in Form der Kontraktarbeit von Hunderttausenden indischer und chinesischer „Kulis“ auch gefunden. Das Elend des Arbeitsalltags dieser meist unfreiwillig emigrierten Arbeiter/innen hat sich von dem afrikanischer Sklaven wenig unterschieden.

In seinem Vortrag setzt sich Dr. Reisinger mit der Geschichte des Sklavenhandels in Brasilien, der Karibik und Argentiniens auseinander. Unter dem Regime der Plantagenökonomie insbesondere des Zuckers und anderer Erzeugnisse in Brasilien und der Karibik, wurden Millionen Menschen aus den verschiedenen Teilen Afrikas verschleppt, um als Sklaven ein einzig von europäischen Interessen dominiertes Agrarprodukt zu erzeugen.

Das Ende des organisierten Atlantik-Sklavenhandels und der Siegeszug des freien Welthandels im 19. Jahrhundert bedeutete aber noch lange nicht das Ende der unfreien Arbeit. Aufgrund des hohen Arbeitskräftebedarfs der Plantagenökonomie wurden nun weltweit nach neuen Bezugsquellen gesucht und in Form der Kontraktarbeit von Hunderttausenden indischer und chinesischer „Kulis“ auch gefunden. Das Elend des Arbeitsalltags dieser meist unfreiwillig emigrierten Arbeiter/innen hat sich von dem afrikanischer Sklaven wenig unterschieden.

Unfreiwillige Massenmigration und verschiedene Formen unfreier Arbeit haben innerhalb weniger Jahrhunderte einen irreversiblen interkontinentalen Prozess in Gang gesetzt, dessen Folgen bis heute für viele Regionen in Lateinamerika prägend sind. Erzwungene Wanderung und erzwungene Arbeit, Menschenhandel und extreme Ausbeutung standen an der Wiege der Weltmarktintegration Lateinamerikas.

Die Ringvorlesung wurde von der Universitätsprofessorin und Vizerektorin der Universität Salzburg, Sylvia Hahn und Mag. Gabriele Ott vom Fachbereich Geschichte konzipiert und organisiert.

Weitere Vorträge:

13.6.: Clemens Sedmak (Kings College London/Universität Salzburg): Können Menschen Waren sein? Zu den Grenzen des Marktes.

20.6.: Helga Konrad (BM a.D., ehemalige OSZE-Sonderbeauftragte im Kampf gegen Menschenhandel): Menschen / Frauen / Kinderhandel – Aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen

Ort und Zeit: Universität Salzburg, Fachbereich Geschichte, Rudolfskai 42, HS 380, jeweils Do 17-19 Uhr

Der Zutritt zur Ringvorlesung ist frei. Gäste sind herzlich willkommen.