12.04.2013

SALZBURGER VORLESUNG MIT OLIVER RATHKOLB

„Ein Fest der Martern“ – Oliver Rathkolb spricht über die nationalsozialistischen Bücherverbrennungen als symbolische Politik. Eine Veranstaltung zum Tag der Salzburger Bücherverbrennung am 29. April an der Universität Salzburg.

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Foto: © Universität Wien

Im Vortrag des renommierten Wiener Zeithistorikers Oliver Rathkolb geht es um die Bücherverbrennungen im Nationalsozialismus. Rathkolb bezeichnet die nationalsozialistischen Bücherverbrennungen als Versuche des Regimes, öffentlich totale Souveränität herzustellen. Damit knüpft er an Michel Foucault an, der sich in seiner Studie “Überwachen und Strafen“ mit der so genannten „großen Marter“ auseinandersetzt. Damit ist totale öffentliche Auslöschung gemeint, die Bestandteil der vormodernen Strafjustiz war.

Im Nationalsozialismus wurde durch die Auslöschung des kritischen Wortes eine etwaige Opposition noch vor der physischen Verfolgung und Vernichtung vorweg ausgeschaltet. Viele junge Nationalsozialisten wurden – meist an den Universitäten – im „Feuerrausch“ als nationalsozialistische Elite auf die ideologischen Feinde eingeschworen und in der Anwendung von symbolischer Gewalt und offensivem Antisemitismus bestätigt.Rathkolb wird neben Fallbeispielen auch die Reaktionen in der Gesellschaft und im Ausland sowie die Folgen für die Autorinnen und Autoren  analysieren.

Montag, 29. April 2013, 19.00 Uhr,

Universität Salzburg, Hörsaal 230, Kapitelgasse 4

Anmeldung: www.uni-salzburg.at/salzburgervorlesungen  oder

Tel: 0662-8044-2439 (Anrufbeantworter)

Vorankündigung:

Anmeldung: www.uni-salzburg.at/salzburgervorlesungen

16. Mai 2013, Universität Salzburg, 12.00 Uhr,Max Gandolph Bibliothek:

M. Cherif Bassiouni, DePaul University, Chicago. Englischer Vortrag zum Thema “International Criminal Justice and Realpolitik: the Time has Come for Justice to Prevail over Politics.”

7. Juni 2013, Universität Salzburg, 19.00 Uhr, Edmundsburg:

Mercedes Bunz, Deutsche Kulturwissenschaftlerin und Journalistin. „Die vernetzte Gesellschaft“. Die Medienexperten Michael Kerbler (Ö1) und Alexandra Föderl-Schmid (Chefredakteurin Der Standard) sprechen über die Gefahren, die uns durch unsere Netz-Nutzung drohen und den möglichen Verlust unserer Privatsphäre.