22.05.2013

WISSENSBRÜCKE KOMMEN | GEHEN | BLEIBEN.

Die Ausstellung Migrationsstadt Salzburg zeigt auf, dass Migration kein Phänomen der Gegenwart, sondern Teil der Menschheitsgeschichte ist. Sie gibt Einblicke in die lange Geschichte von Zu- und Abwanderung in Salzburg und möchte das Bewusstsein schärfen, dass in der Stadt schon immer Menschen unterschiedlicher Herkunft Leben, Arbeit, Politik, Gesellschaft und Religion in vielfältiger Form mitgestaltet haben. Ausstellung am Makartsteg vom 23. Mai bis 1. Juli 2013

Die Ausstellung Migrationsstadt Salzburg zeigt auf, dass Migration kein Phänomen der Gegenwart, sondern Teil der Menschheitsgeschichte ist. Sie gibt Einblicke in die lange Geschichte von Zu- und Abwanderung in Salzburg und möchte das Bewusstsein schärfen, dass in der Stadt schon immer Menschen unterschiedlicher Herkunft Leben, Arbeit, Politik, Gesellschaft und Religion in vielfältiger Form mitgestaltet haben.

„Migration hat unsere Stadt von Beginn an bis heute nachhaltig und auf vielfältigste Weise geprägt. Ohne Zuwanderung hätten wir keine barocke Altstadt und wäre Salzburg keine international anerkannte Kultur- und Wissensstadt. Diese Ausstellung zeigt wichtige Beiträge der zugewanderten Bevölkerung für die Stadt Salzburg. Damit wollen wir Integration und ein respektvolles Miteinander aller BewohnerInnen fördern“, stellt Heinz Schaden, Bürgermeister der Menschenrechtsstadt Salzburg, fest.

Aktuell haben in der Stadt Salzburg fast 150.000 BürgerInnen aus über 140 Ländern ihren Hauptwohnsitz. Während in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts die Zuwanderung durch die Anwerber-Abkommen für GastarbeiterInnen, ihren Familiennachzug und durch Flüchtlingsströme überwog, sind es im 21. Jahrhundert hauptsächlich EU-Staatsangehörige, die in die Stadt Salzburg ziehen. Heute leben 34.085 BürgerInnen mit anderer Staatsangehörigkeit in der Mozartstadt, das sind 22,8 Prozent der SalzburgerInnen. Sie kommen vor allem aus Deutschland, Bosnien-Herzegowina, Serbien, Türkei und Kroatien.

„Die Ausstellung „Wissensbrücke“ am Makartsteg wird heuer zum zweiten Mal von der Universität gestaltet. Im vorigen Jahr stand die Geschichte der Universität im Mittelpunkt. Nun geht es um Migration – ein Thema, das in den letzten Jahrzehnten wieder verstärkt in die Öffentlichkeit gerückt ist und auch mit der Geschichte unserer Bildungseinrichtung eng verbunden ist. Aktuell kommen die Lehrkräfte und StudentInnen aus 112 Ländern. Diese internationale Vielfalt gewährleistet bestmögliche Qualität in Lehre und Forschung, so Heinrich Schmidinger, Rektor der Universität Salzburg.

Unter dem Motto Kommen| Gehen| Bleiben werden einer breiten Öffentlichkeit auf zwölf deutsch- und englischsprachigen Ausstellungstafeln exemplarisch einige wichtige, markante und für die Stadt prägende Zu- und Auswanderungen vorgestellt.

  • So waren etwa die Eliten und Regenten des alten Erzstifts Salzburg durchwegs Zuwanderer.
  • Auch Salzburgs Landespatron, der fränkische Adelige Rupert, kam um 700 in missionarischem Auftrag in die Stadt.
  • Über Jahrhunderte hinweg zogen hoch spezialisierte italienische ArbeitsmigrantInnen nach Salzburg.
  • Der Architekt Santino Solari aus dem Gebiet des Comer Sees prägte beispielsweise mit seinen barocken Bauten (Dom, Befestigungsanlagen) das Bild der Stadt.

„Die lange Geschichte der Migration kam in der Öffentlichkeit bisher ebenso zu kurz wie die Ergebnisse zahlreicher Studien, die dazu in den letzten Jahrzehnten entstanden sind. Mit dieser Ausstellung wollen wir eine Brücke zwischen der Stadtbevölkerung und der universitären Geschichtsforschung schlagen und so möglichst viele SalzburgerInnen erreichen“, betonen Sylvia Hahn, Vizerektorin der Universität Salzburg, und Sabine Veits-Falk, Historikerin im Stadtarchiv.

Neben freiwilliger Zuwanderung wie Arbeits- Bildungs- und Karrieremigration nach Salzburg sind auch Abwanderung, Flucht und Vertreibung Thema der Ausstellung. So beispielsweise die Vertreibung von rund 22.000 ProtestantInnen aus den Salzburger Gebirgsregionen im Zuge der Gegenreformation oder der vorübergehende Aufenthalt von zehntausenden Flüchtlingen nach dem Zweiten Weltkrieg in den Barackenlagern der Stadt.

Die Ausstellung wurde von der Universität Salzburg in Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv, dem Integrationsbüro sowie dem WirtschaftsService der Stadt Salzburg umgesetzt. Sie beruht auf den Ergebnissen einer Lehrveranstaltung am Fachbereich Geschichte der Universität Salzburg im Wintersemester 2012/13 (Leitung Vizerektorin ao.Univ. Prof. Dr. Sylvia Hahn und Mag. Dr. Sabine Veits-Falk, Historikerin am Stadtarchiv), in der gemeinsam mit den Studierenden das Thema erarbeitet und die Ausstellung konzipiert wurde.

Das Integrationsbüro bietet begleitend zur Ausstellung kostenlos Stadt-Spaziergänge für Schulklassen ab der 8. Schulstufe an. Dauer jeweils 1,5 Stunden:

  • Fr, 24.5., und Di, 18.6., 10 Uhr: „Auf den Spuren von Roma und Sinti in der Stadt“
  • Di, 28.5., und Di, 4.6., Do 20.6., jeweils 10 Uhr: „Auf den Spuren von Zuwanderung“

Außerdem wurden auf Grundlage der Ausstellung Vorschläge für Unterrichtseinheiten zum Thema Migration entwickelt. Diese sind auf der Homepage der Stadt www.stadt-salzburg.at / integration zu finden.

„Den vielfältigen Migrationswegen der Menschen, die in die Stadt kamen, ist bisher wenig Beachtung geschenkt worden. Mit der Ausstellung wollen wir auf die interessante und lange Geschichte der Migrationsstadt Salzburg aufmerksam machen und diese bei unseren Spaziergängen den SchülerInnen auch näher bringen. Den jungen Leuten möchten wir bewusst machen, dass Zu- und Abwanderung Teil unserer Geschichte sind und schon immer Menschen unterschiedlicher Herkunft das Leben in der Stadt mitgestaltet und zum Wohlstand beigetragen haben“, laden Daiva Döring und Anja Hagenauer vom Integrationsbüro Stadt Salzburg zum Besuch der Ausstellung und zum Mitwandern ein.

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