09.12.2014

Erika Weinzierl Preis 2014 für Martina Feichtenschlager

Das Zentrum für Gender Studies und Frauenförderung der Universität Salzburg vergab heuer bereits zum siebten Mal den Erika Weinzierl-Preis für eine hervorragende Abschlussarbeit aus dem Bereich der Frauen- und Geschlechterforschung. Die Jury entschied sich für die Dissertation „Entblößung und Verhüllung. Inszenierungen weiblicher Fragilität und Verletzbarkeit in der mittelalterlichen Literatur“ von Martina Feichtenschlager. Erstmalig wurde auch ein Erika Weinzierl-Stipendium vergeben. Es ging an Heidrun Wankiewicz für ihre Dissertation aus dem Bereich der Frauen- und Geschlechterforschung.

Martina Feichtenschlager beschäftigt sich in ihrer Arbeit mit spezifischen Szenen der höfischen Epik, worin der weibliche Körper im weißen Hemd gezeigt wird sowie um Szenen der „Entblößung“ und „Verhüllung“ einer weiblichen Figur im Text. Im Fokus stehen dabei der weibliche entblößte Leib und das als „Pendant“ begriffene weiße Hemd, das die Figur am Leib trägt. Das Hemd fungiert als symbolische und symbolisierte Ausdrucks- und Zeichenfläche. Darüber hinaus geht es um die Frage, inwiefern die Inszenierung des weiblichen entblößten Leibes Fragilität und Verletzbarkeit beinhaltet. Die vielschichtigen Zusammenhänge sollen anhand dieser Untersuchung erarbeitet und herausgestellt werden.

Das Stipendium geht an Frau Heidrun Wankiewicz für ihre Arbeit an dem Forschungsprojekt: „Gender Planning – Gender Mainstreaming in der räumlichen Planung. Top down & bottom-up Strategien als Bausteine zu einer nutzerInnen- und gleichstellungsorientierten (feministischen) Raumplanung“. Feministische Planungskritik und Gender Mainstreaming haben gezeigt, dass bisher in Raumplanung und Regionalentwicklung die Versorgungsarbeit nicht berücksichtigt wurde und dies zu weiterer geschlechtsspezifischer Ungleichheit führte. Im Mittelpunkt der Dissertation steht die wissenschaftliche Analyse der Praxisprojekte der Autorin aus Österreich und den Alpenraumländern im Vergleich mit anderen europäischen Praktiken einer feministischen, alltagstauglichen „gegenderten“ Raumplanung. 

Als Namensträgerin für den Preis und das Stipendium konnte die Grande Dame der österreichischen Zeitgeschichtsforschung, Universitätsprofessorin Erika Weinzierl, gewonnen werden. Sie hat über Jahre in Forschung und Lehre an der Paris Lodron Universität Salzburg gewirkt – damals als eine der ersten Professorinnen Österreichs. Frau Weinzierl ist am 28. Oktober 2014 in Wien gestorben. Sie bleibt ein großes Vorbild für junge Wissenschafterinnen und deren Schaffen. Die Vergabe der Preise und Stipendien trägt dazu bei, an diese großartige Persönlichkeit zu erinnern.

Der Erika Weinzierl-Preis für Abschlussarbeiten aus dem Bereich der Frauen- und Geschlechterforschung an der Universität Salzburg wird vom Frauenbüro Stadt Salzburg und von der Stabsstelle für Chancengleichheit, Anti-Diskriminierung und Frauenförderung des Landes Salzburg gestiftet, das Erika Weinzierl-Stipendium von der Abteilung Kultur, Bildung und Wissen der Stadt Salzburg.

Foto: v.l.n.r.: Dekanin Ingrid Paus-Hasebrink, Martina Feichtenschlager, Ulrich Weinzierl und Heidrun Wankiewicz | © PLUS
Foto: v.l.n.r.: Dekanin Ingrid Paus-Hasebrink, Martina Feichtenschlager, Ulrich Weinzierl und Heidrun Wankiewicz | © PLUS