01.09.2014

MENSCHEN MACHEN SCHULE

Unter dem Motto ‚Menschen machen Schule‘ startete am 1. September 2014 eine mehrtägige Fortbildungsveranstaltung für rund 200 LehrerInnen und erstmals auch PädagogInnen aus Kinderbetreuungseinrichtungen. Drei Salzburger Hochschulen bieten den TeilnehmerInnen aus Österreich und Bayern ein umfangreiches Programm, welches gezielt auf die Erfordernisse der Praxis abgestimmt und entsprechend neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse erstellt wurde.

Eine sich stetig verändernde Gesellschaft stellt Schulen, deren Leitungen und Lehrkörper vor besondere Herausforderungen. Um SchülerInnen optimal fördern zu können, sind entsprechende Weiterentwicklungen von Schulen von Relevanz. LehrerInnen kommt dabei eine besondere Aufgabe zu. 

Bereits Lehramtsstudierende und UnterrichtspraktikantInnen erwerben von Beginn der berufspraktischen Ausbildung an, für den eigenen Unterricht erforderliche Kompetenzen. Diese gilt es im weiteren Berufsleben durch gezielte Personalentwicklungsmaßnahmen fort- und weiterzubilden wie heutige wissenschaftliche Ergebnisse immer wieder zeigen.  Die Notwendigkeit und Wechselwirkungen der Praxisorientierung bei der LehrerInnenausbildung stehen im Mittelpunkt der diesjährigen pädagogischen Sommerfortbildung der zentralen Salzburger Bildungseinrichtungen für PädagogInnen.  

Unter dem Motto ‚Menschen machen Schule‘ beginnt heute, am 1. September 2014 eine mehrtägige Fortbildungsveranstaltung für rund 200 LehrerInnen und erstmals auch PädagogInnen aus Kinderbetreuungseinrichtungen. Drei Salzburger Hochschulen bieten den TeilnehmerInnen aus Österreich und Bayern ein umfangreiches Programm, welches gezielt auf die Erfordernisse der Praxis abgestimmt und entsprechend neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse erstellt wurde: Die School of Education der Universität Salzburg, die Pädagogische Hochschule Salzburg und die Universität Mozarteum Salzburg.    

Prof. Dr. Matthias Baer (MBA) – Pädagogische Hochschule Zürich

Menschen machen Schule. Aspekte des Eröffnungsvortrags über den Erwerb von Unterrichtskompetenz und ihre Weiterentwicklung im Beruf

Voraussetzung für die Entwicklung von Unterrichtskompetenz sind die Planung und Reflexion des Unterrichts von Lehramtsstudierenden, UnterrichtspraktikantInnen und Lehrpersonen mit viel Berufserfahrung.  Letztere sind ja maßgeblich an der Ausbildung der nachfolgenden LehrerInnengeneration beteiligt. Das Kompetenzstrukturmodell der Pädagogischen Hochschule Zürich beschreibt die  Kompetenzen von Lehrpersonen mit zwölf Standards. Auf diese Standards ist die gesamte, neu konzipierte Ausbildung an der Pädagogischen Hochschule Zürich ausgerichtet.

Beispielsweise spielen in vier Forschungsprojekten auf Video aufgenommene Unterrichtsstunden eine zentrale Rolle. Experten analysieren den Unterricht, hinzu kommen die Selbsteinschätzungen der Lehrenden. Dieser sogenannte multiperspektivische Ansatz ermöglicht einen realistischen Blick auf den Erwerb von Unterrichtskompetenzen während des Studiums. Darüber hinaus haben wir Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den beteiligten Pädagogischen Hochschulen Zürich, St. Gallen (CH), Vorarlberg (A) und Weingarten (D) erörtert.

Außerdem hat sich gezeigt, dass gezielte Weiterbildung nach dem Abschluss des LehrerInnenstudiums unabdingbar ist. Dabei stellt sich die Frage, ob mit der erwünschten Praxisorientierung während des Studiums bzw. im Unterrichtspraktikum unerwartet ungünstige Wirkungen auf den Erwerb von Unterrichtskompetenz einhergehen könnten. Dies könnte insbesondere dann der Fall sein, wenn BetreuungslehrerInnen bzw. MentorInnen selber noch nicht in der Weise unterrichten, wie es das in den theoretischen Teilen der Ausbildung vermittelte heutige wissenschaftliche Lehr- und Lernverständnis erforderlich macht. Daher erscheint eine gezielte Weiterbildung in Bezug auf die Unterrichtskompentenzen nach dem Abschluss des Lehramtsstudiums von entscheidender Bedeutung.    

Prof. Mag. Johannes Plötzeneder – Amtsführender Präsident des Landesschulrates für Salzburg

Auch beim Landesschulrat ist man über die positiven Entwicklungen sehr erfreut. Im Bereich der Fortbildung läuft der Großteil der angebotenen Kurse über den Schreibtisch des Amtsführenden Präsidenten des Landesschulrates Prof. Mag. Johannes Plötzeneder. Ein Teil wird vom Ministerium direkt vorgegeben, einen weiteren kann die Hochschule selbst festsetzen.

„Gerade in Zeiten des immer noch relativ neuen Modells des kompetenzorientierten Unterrichtens und der im kommenden Schuljahr im AHS Bereich für alle Schulen verpflichtenden Zentralmatura ist es umso wichtiger, dass hier alle beteiligten Institutionen eng zusammenarbeiten und an einem Strang ziehen. Die SummerSchool ist ein ausgezeichnetes Beispiel dafür. Schließlich profitieren letztendlich die Schülerinnen und Schüler von gut fortgebildeten Lehrerinnen und Lehrern – dies muss in allen Bereichen des Schulalltags unser primäres Ziel sein. Im Bereich der LehrerInnenausbildung NEU gilt es trotz vielversprechender Zeichen verstärkter Zusammenarbeit zwischen Universitäten und Hochschulen noch einiges an Entwicklungsarbeit zu leisten.“

Dr.in Mag.a Elfriede Windischbauer – Rektorin der Pädagogischen Hochschule Salzburg

„Menschen machen Schule“ lautet das Motto der diesjährigen Summer School. Ich  möchte den Fokus auf diejenigen Menschen an Schulen legen, die hier die eindeutige Mehrheit bilden und für die Schulen in erster Linie gemacht sind: die Schülerinnen und Schüler. Schüler und Schülerinnen erwerben an Schulen fachliches und überfachliches Wissen und Kompetenzen. Sie schließen hier aber auch soziale Kontakte, sie erfahren, wie Gemeinschaften funktionieren, wie Konflikte gelöst werden können. Sie haben Erfolgs- und Misserfolgserlebnisse, lernen, mit Bewertungen und Leistungsdruck umzugehen. Jene Menschen, die „Schule machen“ müssen dementsprechend einen räumlichen, personellen und sozialen Rahmen schaffen, in dem Schülerinnen und Schülern – entsprechend ihren individuellen Fähigkeiten und Interessen – gute Entwicklungsmöglichkeiten erhalten.

Univ.-Prof. Dr. Jörg Zumbach – Co-Direktor der School of Education der Universität Salzburg

Nicht nur die Ausbildung von künftigen Lehrkräften, sondern auch die Fort- und Weiterbildung unserer Lehrerinnen und Lehrer sind ein wesentlicher Garant für die Qualitätsentwicklung und -sicherung im österreichischen Bildungssystem. Mit der Gründung der School of Education hat die Universität Salzburg ein deutliches Zeichen für die hohe Relevanz der Lehrerinnen- und Lehrerbildung gesetzt.  

Die Aktualität der Themen sei charakteristisch für die Salzburg Summer School. Lehrerinnen und Lehrer aller Schulformen erhalten hierdurch neue Impulse für den Berufsalltag und zugleich Freiraum für einen gegenseitigen fachlichen Diskurs. 

Insbesondere die enge Zusammenarbeit von kompetenten Institutionen und Personen gewährleistet die Nachhaltigkeit des angebotenen Programms.   In einer Kombination von aktuellen Inhalten und der Möglichkeit zum fachlichen Austausch in angenehmer Atmosphäre entwickelt sich die Salzburg Summer School zu einer richtungsweisenden Einrichtung für die Fort- und Weiterbildung von Lehrerinnen und Lehrern aller Schulformen.

Studierende
Foto: Studierende | © PLUS