08.09.2015

Die „Salzburg Summer School“ – zeigt, wie Bildung gelingt

Sommerfortbildung für Pädagoginnen und Pädagogen geht in die dritte Runde

Der gesellschaftliche Wandel bringt veränderte Familienbilder, Schülerinnen und Schüler aus unterschiedlichen Kulturen, neue Medien und Bildungsreformen mit sich und stellt Pädagoginnen und Pädagogen vor neue Herausforderungen. Um mit den Entwicklungen Schritt zu halten, spielen Fort- und Weiterbildungsangebote im Erziehungs- und Bildungsbereich eine immer wichtigere Rolle.  

Das  Gemeinschaftsprojekt „Salzburg Summer School“ knüpft hier an und bietet heuer zum dritten Mal mehr als 200 Pädagoginnen und Pädagogen aus österreichischen und bayerischen Schulen, Kindergärten und Bildungseinrichtungen eine Plattform zur Fortbildung und zum Austausch mit Vertreterinnen und Vertretern aus Wissenschaft und Forschung. Vom 7. bis 9. September stehen unter dem Motto „… und Schule gelingt!“ spannende Vorträge, rund 20 Workshops und ein informatives Diskussionsforum auf dem Programm. Gastgeber sind wieder die Geschäftsstelle für Fort- und Weiterbildung der School of Education der Paris Lodron Universität Salzburg, die Pädagogische Hochschule Salzburg Stefan Zweig und die Universität Mozarteum Salzburg. Im Fokus der Vorträge und Workshops der dritten „Salzburg Summer School“ stehen die gesellschaftlichen, institutionellen und individuellen Bedingungen, die Schule und Unterricht täglich gelingen lassen.  

Motivation entscheidend für Schulerfolg  

In ihrem Eröffnungsvortrag erläuterte Univ.-Prof.in Dr.in Ricarda Steinmayer von der Technischen Universität Dortmund, wie wichtig die Motivation für die schulische Leistung und das Gelingen von Schule sei. Der Motivationsrückgang bei Schülerinnen und Schüler werde häufig als eine Folge negativer Leistungsrückmeldungen – zum Beispiel durch schlechte Noten – betrachtet. Mehrere Studien hätten hier Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt. Lernziele etwa, die von den Schülerinnen und Schülern als persönliche Ziele zur Verbesserung der eigenen Kompetenzen gesehen werden, würden ein Absinken der Motivation verhindern. Im Rahmen der Unterrichtsgestaltung könnten Lernziele dementsprechend gefördert und damit die Motivation und schulische Leistung nachhaltig verbessert werden.  

Konzept des Dialogisches Lernens  

Univ.-Prof. em. Dr. Urs Ruf vom Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Zürich stellte in seinem Hauptvortrag das Konzept des Dialogischen Lernens vor. Dabei soll mit der einfachen offenen Frage „Wie machst Du es?“ Schülerinnen und Schülern ein wertschätzendes, erfolgversprechendes und gelingendes Lernumfeld eröffnet werden. Die Frage lenke den Blick auf Gelungenes und mache viele Werte und Werkzeuge sichtbar, mit denen die Schülerinnen und Schüler Lernangebote besser nutzen könnten.  

Dialogforum „Gelingende Schule“  

Wie Schule gelingen kann wurde beim Dialogforum „Gelingende Schule“ im Rahmen der „Salzburg Summer School“ diskutiert. Drei Schulen aus dem deutschsprachigen Raum stellten ihre innovativen Schulkonzepte vor und gaben Einblicke in die Schulpraxis.  

Volksschuldirektorin Dipl.-Päd. Gabriele Weber von der Volksschule Vasoldsberg in der Steiermark ging darauf ein, wie Schule unter Einbezug des Lehrkörpers, von Familien, Kindergärten, Sekundarschulen und tertiären Bildungseinrichtungen als große Familie gelebt werden kann und wie Schülerinnen und Schüler in Vasoldsberg dadurch auf vielfältige Art und Weise gefördert werden.  

Eva-Maria Espermüller-Jug, Rektorin der Anne-Frank-Realschule in München, berichtete über gelingende Unterrichtskonzepte zum selbstständigen Lernen im schulischen Alltag und gezielte Fördermaßnahmen von Mädchen in naturwissenschaftlichen Fächern. Ihre Schule wurde für das ganzheitliche Erziehungskonzept in den vergangenen Jahren bereits mehrfach ausgezeichnet.  

Rektor Karsten Ex von der Gemeinschaftsschule Oberhausen aus dem Landkreis Karlsruhe stellte ein modernes, pädagogisches Konzept leistungsheterogener Klassen vor. Dieses ermöglicht seinen Schülerinnen und Schülern ab der fünften Jahrgangsstufe gemeinsam zu lernen, um je nach Neigung und Leistungsvermögen jeden Schulabschluss bis hin zur allgemeinen Hochschulreife anzustreben.  

Spannende Workshops  

Herzstück der „Salzburg Summer School“ sind neben den Vorträgen und dem neuen Diskussionsforum eine Fachausstellung sowie eine Vielzahl an Workshops. Die stark praxisbezogenen Workshops finden in den Räumlichkeiten des Unipark Nonntal, der Pädagogischen Hochschule Salzburg Stefan Zweig, an der Naturwissenschaftlichen Fakultät und der Abteilung Bildende Künste, Kunst- und Werkpädagogik der Universität Mozarteum Salzburg, statt. Die Workshop-Teilnehmerinnen und Teilnehmer befassen sich unter anderem mit Vorurteilen im Kindergartenalltag, geschlechtersensibler Erziehung, Humor in der Schule, Störungen im Schulalltag, Inklusion in der Schule und den Themen Diversität, Migration und Interkulturalität.  

Weitere Informationen zur dritten „Salzburg Summer School“ und das Programm sind im Internet unter www.salzburgsummerschool.sbg.ac.at abrufbar.  

Statements

„Wir freuen uns auf den interdisziplinären Austausch mit anderen Fachbereichen im Rahmen der ‚Salzburg Summer School‘. Heuer bieten wir spannende Workshops zum Lernen mit Bildern, zur Nutzung von Podcasts im Unterricht, der Song-Begleitung mit der Gitarre und der bildnerisch-gestaltende ‚Spurensuche‘ an.“ Univ.-Prof. Franz Billmayer, Professor für Bildnerische Erziehung an der Universität Mozarteum Salzburg  

„Das Motto der heurigen ‚Salzburg Summer School‘ ‚… und Schule gelingt!‘ ist an die vielen Bedingungen angelehnt, welche erst das Gelingen unseres Bildungssystems ermöglichen – von den persönlichen Kompetenzen der Pädagoginnen und Pädagogen selbst bis hin zu den schulischen Strukturen, innovativen Bildungskonzepten und Erkenntnissen aus der Wissenschaft und Forschung. Mit der ‚Salzburg Summer School‘ wollen wir den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Möglichkeit geben, sich bei top-aktuellen Vorträgen und Workshops weiterzubilden und das gelernte in die Praxis umzusetzen.“ Univ.-Prof. Dr. Hubert Weiglhofer, Direktor der School of Education der Paris Lodron Universität Salzburg  

„Pädagoginnen und Pädagogen sind heute mehr denn je gefordert, nicht nur fachlich, sondern auch didaktisch und pädagogisch auf dem neuesten Stand zu sein. Sie sind maßgeblich daran beteiligt, dass ‚Schule gelingt‘. Mit der ‚PädagogInnenbildung NEU‘ und der Bundesinitiative ‚SQA – Schulqualität Allgemeinbildung‘ zur Qualitätsentwicklung und -sicherung an Österreichs Schulen stehen wir außerdem vor innovativen Veränderungen in der Schullandschaft. Auch im vorschulischen Bereich gibt es Neuerungen. Das zeigen der neue Masterlehrgang Elementarpädagogik an der Universität Salzburg oder unser Lehrgang Praxisanleitung im Elementarbereich. Die ‚Salzburg Summer School‘ bietet die Möglichkeit, sich gemeinsam auf die Herausforderungen und Veränderungen vorzubereiten und diese auch mitzugestalten.“ Mag.a Dr.in Elfriede Windischbauer, Rektorin der Pädagogischen Hochschule Salzburg Stefan Zweig  

„Die ‚Salzburg Summer School‘ kann in ihrer dritten Auflage mit Vorträgen und vielen interessanten Workshops aufwarten. Und mit dem neuen Dialogforum wollten wir den gegenseitigen Wissens- und Erfahrungsaustausch noch weiter verstärken. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer können auf diese Weise neue Schulkonzepte aus erster Hand kennenlernen und erfahren, wie woanders Schule gelingt. Die Kombination aus aktuellen Inhalten und der Möglichkeit zum intensiven Austausch zwischen Lehrerinnen und Lehrern aller Schulformen, Kindergartenpädagoginnen und Forscherinnen und Forschern sind das Erfolgsrezept der ‚Salzburg Summer School‘.“

Univ.-Prof. Dr. Jörg Zumbach, Co-Direktor der School of Education der Paris Lodron Universität Salzburg    

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Foto: Unkpark | © PLUS