27.04.2015

NEUE PHILOSOPHINNEN AN DER UNIVERSITÄT SALZBURG

Charlotte Werndl befasst sich mit der Philosophie der Klimawissenschaften und Christopher Gauker beforscht vor allem Fragen der Sprachphilosophie und der Philosophie des Geistes. Gemeinsam haben sie das Ziel, den Salzburger Fachbereich Philosophie zu einem Zentrum für analytische Philosophie in Europa zu machen.

Seit dem Wintersemester 2014 ist Christopher Gauker Professor für Theoretische Philosophie am Fachbereich Philosophie der Kultur- und Gesellschaftswissenschaftlichen Fakultät. Vor seiner Tätigkeit in Salzburg war der gebürtige US-Amerikaner 26 Jahre lang Professor an der University of Cincinnati. Er hat sein Doktoratstudium an der University of Pittsburgh abgeschlossen, wo seine Dissertation von einem der bedeutendsten Philosophen des 20. Jahrhunderts, Wilfrid Sellars, betreut wurde. Die Basis seiner Deutschkenntnisse wurde durch einen Aufenthalt als Austauschstudent in Frankfurt gelegt. 

Professor Gauker interessiert sich vor allem für Themen aus der Sprachphilosophie und der Philosophie des Geistes. Er ist der Meinung, dass ein starkes Verhältnis zwischen dem Denken mittels Begriffen und der Sprache besteht, denkt aber auch, dass es eine Art bildhaftes Denken gibt, das unabhängig von der Verwendung von Begriffen ist. Außerdem entwickelt er eine Art nicht-referenzieller formaler Semantik, durch die die logischen Verhältnisse zwischen Sätzen erklärt werden können. Unter einer Vielfalt von Büchern und Aufsätzen in führenden Zeitschriften für Philosophie ist sein letztes Buch, Words and Images: An Essay on the Origin of Ideas (Oxford University Press 2011), besonders erwähnenswert.

Charlotte Werndl ist seit 2014 Universitätsprofessorin für Logik und Wissenschaftstheorie am Fachbereich Philosophie der Kultur- und Gesellschaftswissenschaftlichen Fakultät. Sie ist außerdem Visiting Professor am Department of Philosophy, Logic and Scientific Method der London School of Economics.

In zwei großen Forschungsprojekten forscht sie zur Philosophie der Klimawissenschaften. Dabei beschäftigt sie sich unter anderem mit den Fragen, welchen Klimamodellen größeres Vertrauen und welchen weniger Vertrauen geschenkt werden kann und wie mit Unsicherheit in der Klimaforschung umgegangen werden soll. Ein weiterer Forschungsschwerpunkt liegt in Evidenz und Philosophie der Statistik. Hier steht die Frage im Vordergrund, welche Methoden angewandt werden sollen, um gute Evidenz für eine Behauptung zu erlangen. Weiter forscht sie zur Philosophie der Physik und Philosophie der Mathematik. Hierbei beschäftigt sie sich unter anderem mit den Grundlagen der Statistischen Mechanik und den Arbeiten von Ludwig Boltzmann, etwa mit der Frage, wie die Physik die zeitliche Gerichtetheit von Prozessen erklären kann.

Nach einem Doppelstudium in Philosophie und Mathematik an der Universität Salzburg schloss sie ein Doktorat in Philosophie an der University of Cambridge ab und arbeitete danach als Postdoc an der University of Oxford. Anschließend war die gebürtige Salzburgerin als Lecturer und später als Associate Professor am Department of Philosophy, Logic and Scientific Method an der London School of Economics tätig. Fotos: Kolarik/LEO

Foto: C. Werndl und C. Gauker | © Kolarik/LEO
Foto: C. Werndl und C. Gauker | © Kolarik/LEO