22.01.2015

PROF. ERNST WANGERMANN FEIERT 90. GEBURTSTAG. DIE UNIVERSITÄT GRATULIERT HERZLICH.

Der am 22. Jänner 1925 in Wien geborene Ernst Wangermann studierte in Oxford Geschichte und war an der Universität Salzburg ordentlicher Universitätsprofessor für Österreichische Geschichte. Wangermann zählt zu den profiliertesten Forschern über die Aufklärung im 18. Jahrhundert. Neben seiner Forschungs- und Lehrtätigkeit an der Universität Salzburg hatte Professor Wangermann auch Gastprofessuren in Cornell, Ithaca (New York) und an der Universität Wisconsin in Madison inne. Seit 1995 ist er emeritiert.

Als 14jähriger floh Wangermann gemeinsam mit seinem Bruder mit einem Kindertransport vor dem nationalsozialistischen Regime nach England. Nach Vollendung der Schule in Manchester bestand Wangermann die Aufnahmeprüfung in das renommierte Balliol College der Universität Oxford, wo er von 1946 bis 1952 Geschichte studierte. Für seine Dissertation über die österreichischen Jakobinerprozesse im ausgehenden 18. Jahrhundert erhielt er ein Stipendium, das er mit einem Forschungsaufenthalt in seiner ehemaligen Heimatstadt Wien verband. Trotz seines Wunsches nach Österreich zurückzukehren, blieb dieser Wunsch – wie vielen Emigranten der 1930er und 1940er Jahre – auch Ernst Wangermann vorerst versagt. Nach Fertigstellung seiner Dissertation in England arbeitete Wangermann zunächst einige Jahre als Mittelschullehrer. 1962 erhielt er eine Dozentur an der Universität Leeds und wurde dort später zum außerordentlichen Professor für Europäische Geschichte der Neuzeit ernannt.

1984 kehrte Wangermann aufgrund seiner Berufung zum ordentlichen Universitätsprofessor an die Universität Salzburg nach Österreich zurück. Seit dieser Zeit lebt, arbeitet und forscht Professor Wangermann in der Stadt Salzburg. Er schätzt und liebt diese Stadt mit ihrem  vielfältigen Kulturangebot. Er hat es daher auch nicht bereut, dass er den Schritt zurück nach Österreich unternommen hat um hier in Salzburg an der Universität tätig zu sein. Im Jahr 1994 hat Wangermann unter anderem ein Buch über die bürgerliche Stadtkultur im 18. Jahrhundert herausgebracht (Genie und Alltag: Bürgerliche Stadtkultur zur Mozartzeit, Salzburg 1994, gemeinsam mit G. Barth-Scalmani).

Darüber hinaus hat er einige ausgezeichnete Dissertationen zu Salzburg betreut, wie beispielsweise jene von Frau Sabine Veits-Falk zu Armut in einer Zeit des Umbruchs und der Stagnation: das Beispiel Salzburg von der Aufklärung bis zum Liberalismus. In seinen Forschungen setzte sich Prof. Wangermann neben den Reformbestrebungen unter Maria Theresia und Josef II. auch mit Josef von Sonnenfels, mit Gottfried van Swieten als Reformer des österreichischen Bildungswesen oder den Freimaurern und deren intellektuellen und künstlerisch musikalischen Werken, wie jene von Ignaz von Born oder Wolfgang A. Mozart, auseinander. Wangermann zählt zu den profiliertesten Forschern über die Aufklärung im 18. Jahrhundert – oder, wie es Prof. Franz A.J. Szabo formulierte: „Wangermann (ist) einer der wichtigsten Pfeiler, Anreger und Urheber der Erforschung der österreichischen Aufklärung. Neben seiner Forschungs- und Lehrtätigkeit ist er bis heute in der international scientific communtiy ein vielfach und weltweit gefragter Referent zum Thema und die Zeit der Aufklärung.

Foto: Ernst Wangermann | © privat
Foto: Ernst Wangermann | © privat