27.07.2016

3.8.: AUSSTELLUNGSERÖFFNUNG „DICHTER BEI DEN FESTSPIELEN“ IM LITERATURARCHIV

Dichter bei den Festspielen: Thomas Bernhard – Peter Handke

Bei den Salzburger Festspielen 2016 wird Thomas Bernhards Stück Der Ignorant und der Wahnsinnige neu inszeniert. Aus diesem Anlass zeigt das Literaturarchiv in Zusammenarbeit mit der Adolf Haslinger Literaturstiftung, dem Archiv der Salzburger Festspiele sowie den Freunden der Salzburger Festspiele die Ausstellung Dichter bei den Festspielen: Thomas Bernhard – Peter Handke. Kuratiert wird die Ausstellung von Martin Huber und Manfred Mittermayer, die künstlerische Gestaltung liegt bei Peter Karlhuber.  

Die Ausstellung ist vom 4. bis 31. August im Literaturarchiv Salzburg zu sehen. Die Eröffnung findet am 3. August um 18 Uhr in der Max Gandolph Bibliothek, Kapitelgasse 5-7, statt.

In der Ausstellung wird von Thomas Bernhard neben dem aktuellen Festspielstück besonders die Komödie Der Theatermacher behandelt, die 1985 bei den Festspielen uraufgeführt wurde und mittlerweile zum meist inszenierten Drama des Autors avanciert ist. Gegenübergestellt werden den beiden Bernhard-Stücken zwei Theaterwerke Peter Handkes: Über die Dörfer (1982) und Immer noch Sturm (2011). Auch seine Arbeiten für die Festspiele gehören zu den Höhepunkten der letzten Jahrzehnte dieses Festivals. Und durch seine Freundschaft mit Adolf Haslinger, dem Gründer der (heute nach ihm benannten) Stiftung Salzburger Literaturarchiv, wurde in Salzburg die Grundlage für eine bedeutende Sammlung von Handke-Archivalien gelegt.

Die Beziehung Bernhards zu den Festspielen folgte vor allem in ihrer ersten Hälfte einer permanenten Pendelbewegung zwischen Erfolg und anschließendem Zerwürfnis. Insgesamt fünf Stücke gelangten im Landestheater zur Aufführung, der Autor und seine Bühnenkünstler feierten große Triumphe, Bernhards Stücke lösten aber auch wiederholt öffentliche Erregungen aus. Zwei weitere Dramen (Ein Fest für Boris und Die Berühmten) wurden, obwohl sie für Salzburg gedacht waren, nicht hier uraufgeführt. Nachdem Bernhard mit Der Ignorant und der Wahnsinnige bei den Festspielen künstlerisch erfolgreich debütiert hatte, aber nach dem »Notlichtskandal« im Streit geschieden war, folgte bereits 1974 die Komödie Die Macht der Gewohnheit. Im Sommer 1981 kam mit dem Stück Am Ziel die dritte Produktion bei den Salzburger Festspielen zustande, 1985 folgte Der Theatermacher, ehe 1986 mit dem Stück Ritter, Dene, Voss ein fulminanter Abschluss der Zusammenarbeit des Autors mit den Festspielen gelang.

Über die Dörfer war 1982 das erste Stück Peter Handkes, das bei den Salzburger Festspielen gespielt wurde; der Autor schrieb das stark autobiographisch grundierte Stück in Salzburg, wo er von 1979 bis 1988 in der Villa seines Freundes Hans Widrich und dessen Frau Gerheid wohnte. Im August 2011 wurde Immer noch Sturm auf der Perner Insel in Hallein uraufgeführt, ein Stück, das in der Anknüpfung an die eigene Familiengeschichte mit Über die Dörfer in Verbindung steht, aber weiter in die Geschichte des (slowenischen) Widerstands gegen den Nationalsozialismus ausgreift. Zwischen den beiden Uraufführungen kam es 1986 durch Vermittlung von Widrich, damals Pressechef der Festspiele, zur Aufführung von Aischylos‘ Tragödie Prometheus, gefesselt in Handkes Übersetzung. 2006 folgte die Neuinszenierung von Die Unvernünftigen sterben aus im Rahmen des »Young Directors Project«; 2009 die deutschsprachige Erstaufführung von Bis daß der Tag euch scheidet oder Eine Frage des Lichts im Landestheater.

Eine Begleitbroschüre informiert über die inhaltlichen Schwerpunkte der Ausstellungsvitrinen. Verschiedene Beiträge erweitern den Blick auf die Theaterarbeit der beiden Autoren, eine kurze Dokumentation ihrer Stücke für die Festspiele bildet den Abschluss.

Informationen:Öffnungszeiten:4. bis 31. August 2016Mo–Fr: 10–17 Uhr; Sa, So: 13–18 Uhr Eintritt frei  Ausstellungseröffnung:3. August 2016, 18 Uhr, Max Gandolph Bibliothek, Kapitelgasse 5–7Grußworte: Rektor Heinrich Schmidinger (Universität Salzburg),Präsidentin Helga Rabl-Stadler (Salzburger Festspiele)Vorstellung der Ausstellung durch die Kuratoren Gespräch mit Hans Höller über Peter Handke Walter Kappacher: Der Maulwurf. Träume mit Thomas Bernhard (Lesung)Im Anschluss laden die Organisatoren zu einem kleinen Buffet.

 Einladungs-Pdf

Einladungspdf

Pressespiegel:
03.08.2016 – salzburg.com – „Bernhard und Handke: Zwei, die auf Salzburger Todesboden ernten“
04.08.2016 – Kronen Zeitung Gesamt/S. 36 – „Literaturarchiv Salzburg: Bernhard und Handke als Thema – Text aus der Gerichtsmedizin“
06.08.2016 – orf.at – „Bernhard, Handke und die Salzburger Festspiele“