19.05.2016

WISSENSBRÜCKE KOMMEN| GEHEN| BLEIBEN.

Bereits zum vierten Mal bietet die Universität Salzburg in Kooperation mit dem Stadtarchiv eine Ausstellung am Markartsteg. Die diesjährige „Wissensbrücke“ widmet sich im Rahmen von Salzburg 20.16 dem vor 50 Jahren geschlossenen Anwerbeabkommen mit Jugoslawien. Sie erzählt von der Arbeitsmigration und den Lebenswelten der so genannten „Gastarbeiter“ in den Jahren 1960 bis 1980. Die Ausstellung am Makartsteg dauert von 26. Mai bis 31. August 2016.

Im Jahr 1966 schloss Österreich ein Anwerbeabkommen mit Jugoslawien. Auf diese Weise kamen zahlreiche ArbeitsmigrantInnen nach Salzburg. Viele von ihnen blieben hier und gründeten Familien, weitere Frauen und Männer folgten. Durch die Migration entstanden enge Verbindungen zwischen den beiden Staaten und grenzüberschreitende Netzwerke.

Die diesjährige Ausstellung der Wissensbrücke auf dem Makartsteg widmet sich der Geschichte dieser MigrantInnen von 1960 bis 1980. Neben offiziellen Dokumenten illustrieren private Fotos das Erwerbs- und Alltagsleben der MigrantInnen und ihrer Kinder, deren Freizeitaktivitäten und berufliche Erfolge.

Der Bevölkerungsverlust bedingt durch Krieg und Auswanderung und der Wirtschaftsboom führten ab den 1960er-Jahren zu einem Arbeitskräftemangel. Mit dem Anwerbeabkommen sollten Erwerbstätige ins Land geholt werden. Die Arbeitsbewilligungen waren zeitlich befristet um sicherzustellen, dass die als „Gastarbeiter“ bezeichneten Arbeitskräfte wieder zurückkehren. Dass die Menschen bleiben könnten, daran dachte niemand. Bis 1973 stieg die Anzahl der Arbeitskräfte aus Jugoslawien auf rund 20.000 an.

Sie arbeiteten in Baufirmen, im Gewerbe und im Tourismus. Schwere Tätigkeiten, geringes Einkommen und zahlreiche Überstunden prägten den Arbeitsalltag der MigrantInnen. An den Wochenenden fuhren viele zu ihren Familien. Mit dem verdienten Geld unterstützten sie ihre Angehörigen und bauten Häuser in Jugoslawien.

Ihre Freizeit verbrachten sie in jugoslawischen Kultur- und Sportvereinen; diese waren neben religiösen Institutionen eine wichtige Anlaufstelle. Viele MigrantInnen wagten über die Jahre den Sprung in die Selbstständigkeit. Sie eröffneten Geschäfte, Restaurants und Imbissstuben und trugen damit wesentlich zur gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklung von Land und Stadt Salzburg bei.

RTEmagicC_42141e399c

Foto: Schautafeln der Makartsteg-Ausstellung – Fotonachweis: Stadtarchiv


Web:  www.uni-salzburg.at/wissensbruecke und  www.stadt-salzburg.at/migrationsarchiv
Ausstellungszeitraum: 26. Mai 2016 bis 31. August 2016
Eröffnungstermin: 25.Mai 2016, 18.30 Uhr

Pressespiegel:

Bundesländer wollen Migration dokumentieren
 http://derstandard.at/2000041931901/Bundeslaender-wollen-Migration-dokumentieren