Presseinformation der Paris Lodron Universität Salzburg (PLUS) vom 26. Juli 2022

Symposium „Begegnungen. Stefan Zweig und Thomas Mann“

Am 28. und 29. Juli 2022 findet im Rahmen des 400-Jahr-Jubiläums der Paris Lodron Universität Salzburg und anlässlich des 80. Todestages von Stefan Zweig ein Symposium unter dem Titel Begegnungen. Stefan Zweig und Thomas Mann statt, das vom Stefan Zweig Zentrum, dem Fachbereich Germanistik und dem Literaturarchiv Salzburg in Zusammenarbeit mit der Deutschen Thomas-Mann-Gesellschaft veranstaltet wird.

Die Vortragsreihe beschäftigt sich mit der Beziehung zweier Autoren, die auf unterschiedliche Weise zu den international bekanntesten Schriftstellern und Intellektuellen ihrer Herkunftsländer wurden.

Der deutsche Nobelpreisträger und der österreichische Erfolgsschriftsteller, beide vor allem als Verfasser von Romanen und Erzählungen, aber auch zahlreicher Essays bedeutsam, befassten sich nicht nur immer wieder mit ähnlichen inhaltlichen Themen, sie waren vor allem durch die politische Entwicklung der ersten Jahrhunderthälfte mit zwei Weltkriegen, der Vertreibung ins Exil und der Bedrohung durch eine totalitäre Verbrechensherrschaft mit analogen gesellschaftlichen und historischen Herausforderungen konfrontiert, denen sie sich jeweils auf spezifische Weise stellten – und an denen der eine von ihnen letztlich zerbrach.

Die beiden führten nicht nur einen Briefwechsel über viele Jahre, außerdem trafen sie zwischen 1920 (in München) und 1939 (in den USA) mehrmals persönlich zusammen. 1923 hielt sich Thomas Mann auf Einladung Stefan Zweigs auch in Salzburg auf und trug hier mit dem Vortrag Goethe und Tolstoi einen für sein Selbstverständnis aufschlussreichen Text öffentlich vor. In Salzburg steht vor allem das Werk Stefan Zweigs seit einigen Jahren im Mittelpunkt der wissenschaftlichen Arbeit an der Universität: Seit 2008 leistet das Stefan Zweig Zentrum auf internationaler Ebene erfolgreiche Vermittlungs- und Forschungsarbeit, der Fachbereich Germanistik ist dabei vielfach Kooperationspartner (u.a. bei einem groß angelegten Stefan-Zweig-Handbuch und der „Salzburger Ausgabe“ des erzählerischen Werks, seit 2017 im Wiener Zsolnay-Verlag), und das Literaturarchiv Salzburg ist eine der drei weltweit wichtigsten Nachlass-Stätten zu Zweig, außerdem Standort des Projekts „Stefan Zweig digital“, das den gesamten Nachlass der Forschung zugänglich machen soll.

Neben den inhaltlichen Konzeptoren Arturo Larcati, Werner Michler, Manfred Mittermayer und Hans Wißkirchen werden bei der Tagung Konstanze Fliedl, Jutta Linder, Friedhelm Marx, Oliver Matuschek, Daniela Strigl, Hans Rudolf Vaget und Lina Maria Zangerl zu Themen wie der persönlichen Beziehung der Autoren, der Exil-Erfahrung, ihren politischen Positionen, ihrer Darstellung weiblicher Figuren, der digitalen Erschließung des Nachlasses sowie zur filmischen Rezeption referieren. Einen besonderen Schwerpunkt bilden Beiträge jüngerer Forscher*innen: Ferdinand Beilhardt, Simone Lettner, Julius Sonntag und Clemens Woldan.

Begleitend zum Symposium veranstalten die Salzburger Festspiele am 29. Juli eine von Bettina Hering gestaltete Lesung mit Claudia Michelsen und Martina Gedeck, die Texte von Erika Mann, Thomas Mann, Friderike Zweig und Stefan Zweig unter dem Titel In aufrichtiger Wertschätzung! vortragen werden. DAS KINO zeigt zwischen 5. und 12. Juli in den folgenden Tagen dazu begleitend eine kleine Filmreihe mit der Mann-Verfilmung Death in Venice von Luchino Visconti, der neuen Adaption von Zweigs Schachnovelle durch Philipp Stölzl sowie je einem Film mit Martina Gedeck (Die Wand) und Claudia Michelsen (42plus).

Veranstaltungsort ist der Europasaal, Edmundsburg, Mönchsberg 2.

Die Veranstalter bitten um Anmeldung mit Angabe der Personenzahl unter: oder telefonisch von 9-12 Uhr unter: 0662/8044-2026. Die Vorträge werden auch online zugänglich sein; Informationen dazu werden ebenfalls unter dieser Adresse gegeben.

Weitere Informationen zum Programm: https://www.plus.ac.at/400-jahre-plus/jubilaeumskalender-2022/kongresse-symposien/

Kontakt:

Dr. Manfred Mittermayer

Tel.: +43 662 8044 4912

Mobil: 0664-5222826

E-Mail: