The Choice for Europe since Maastricht: Member States‘ Preferences for Economic and Fiscal Integration


Die Krise der Eurozone hat Warnungen von Ökonomen verstärkt, dass die schwache Koordinierung in wirtschafts- und fiskalpolitischer Hinsicht zur Destabilisierung der Währungszone beiträgt. Um eine Wiederholung der Krise zu verhindern, fordern Ökonomen, politische Akteure und der „Blueprint“ der Europäischen Kommission die Konstruktuion einer tiefen und echten Wirtschafts- und Währungsunion mit einer verstärkten Steuerungsarchitektur, die über die Mechanismen der letzten Jahre hinausgeht. Eine Vielzahl von Modellen zur Fiskalunion sind bisher diskutiert worden. Was fehlt sind nicht Ideen und ökonomische Analysen diverser Stabilisierungsmechanismen, sondern der politische Konsens zwischen den Mitgliedsschaften hinsichtlich des zu wählenden Integrationspfades.

Dieses Projekt widmet sich daher der Politik der wirtschaftlichen und fiskalischen Integration, im Besonderen den Konfliktstrukturen zwischen den Mitgliedsstaaten. Aus diesem Grund zielen wir darauf ab die Präferenzen der Mitgliedstaaten für unterschiedliche Modelle einer Fiskalunion zu studieren. Unser theoretischer Hintergrund baut auf der Literatur zur vergleichenden politischen Ökonomie und dem lberalen Intergovernmentalismus auf, worin argumentiert wird, dass domestische wirtschaftliche, fiskalische und politische Faktoren ausschlaggebend sind im Hinblick auf die Bildung mitgliedsstaatlicher Präferenzen. Um dies empirisch zu untermauern werden im Rahmen dieses Projektes ca. 165 semi-strukturierte Interviews mit Entscheidungsträgern in allen Mitgliedstaaten durchgeführt werden. Die Interview-Daten werden sowohl im Rahmen einer quantitativen Faktorenanalyse, wie auch im im Sinne von qualitativen Fallstudien analysiert. Es wird erwartet, dass die empirischen Ergebnsse des Projekts Anleitungen für eine durchführbare Reform der Governance-Strukturen im Hinblick auf eine effektive Stabilisierung der Währungsunion bieten können. Zusätzlich zur politischen Durchführbarkeitsanalyse, wird auch der rechtliche Kontext unterschiedlicher Integrationsszenarien beleuchtet.

Das Projekt ist ein Horizon 2020-Projekt, an dem zahlreiche Projektpartner aus insgesamt 8 europäischen Ländern beteiligt sind.

Projektlaufzeit: 1.6.2015-31.5.2019
ProjektkoordinatorInnen (SCEUS, Politikwissenschaft): Univ.-Prof. Dr. Sonja Puntscher Riekmann, Ass.-Prof. Dr. Fabio Wasserfallen