The Return of the Trees – Stabilisierung der Landschaft durch Änderung im Energiebedarf

Return of the Trees 04 (Lea Schönlber)
In vielen Berggegenden gibt es tief eingeschnittene Erosionsrinnen. Im Rahmen dieses Projektes soll untersucht werden, ob diese – heute inaktiven – Rinnensysteme auf Erosionsprozesse zurückzuführen sind, die im Spätmittelalter und der Frühen Neuzeit stattfanden. Damals wurden viele Hänge abgeholzt, um Brennholz zur Herstellung von Salz oder zur Erzgewinnung bereitzustellen. Vermutlich waren die dann kahlen Hänge unmittelbar starker Erosion ausgesetzt. Diese kam erst mit der kompletten Wiederbewaldung wieder zum Erliegen. Die aktuelle Erosionstätigkeit der Rinnen im Wald wird als sehr gering eingeschätzt.
Dieses Projekt quantifiziert mit historischen, geomorphologischen, geochronologischen und dendrochronologischen Ansätzen die Landschaftsdynamik und verknüpft wirtschaftlichen Wandel mit Umweltdynamik.
Teisenberg Profil 2b (Lea Schönleber)
Dabei wollen wir herausfinden, wann und durch welche Prozesse die Erosionsrinnen entstanden sind und welche Mengen ans Sediment erodiert wurden. Insbesondere interessiert uns dabei, wann sich die Rinnen wieder stabilisiert haben und wie lange diese Stabilisierungsphase gedauert hat. In bestimmten Einzugsgebieten, für welche historische Daten verfügbar sind, wollen wir dazu Erosionslandformen und ihre Ablagerungsspuren finden und diese analysieren. Die Integration der verschiedenen Methoden ermöglicht es, die Stabilisierung der Landschaft nach dem massiven Wandel in der Brennstoffwirtschaft zu quantifizieren und zuverlässige Zeitskalen für die Erholung der Waldflächen nach Störungen zu liefern.
Mining Products, 17th century, outpu07 (Lea Schönleber)
Karte von Lea Schönleber mit Daten der GeoSphere Austria, Mining Activity und IRIS (Interactive Resource Information System)
Projektteam:
Andreas Lang – ist Professor für Geographie mit Schwerpunkt Geomorphologie und forscht an verschiedenen Aspekten historischer Landschaftsentwicklung. Er ist Experte für Datierung vergangener Prozesse.
Martin Knoll – ist Professor für Europäische Regionalgeschichte. Er forscht unter anderem zur Umwelt- und Kulturgeschichte und beschäftigt sich dabei mit Prozessen regionalen Wandels in Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt.
Jan-Christoph Otto – ist Assoz.-Professor für Geographie mit dem Schwerpunkt Geomorphologie. Er erforscht aktuelle und vergangene Auswirkungen von Klima- und Umweltwandel auf Landschaften.
Bei Fragen oder Informationen zum Thema können Sie sich gerne melden: