KI in der Forschung

Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) in der Forschung eröffnet neue Möglichkeiten, stellt aber auch besondere Anforderungen an Transparenz, Nachvollziehbarkeit und ethische Verantwortung. Die Universität Salzburg verpflichtet sich zu klaren Standards, um wissenschaftliche Integrität und Qualität sicherzustellen.
Für Wissenschaft und Forschung wie auch für Studium und Lehre ist es essentiell über aktuelle Entwicklungen im Bereich KI informiert zu sein. Nutzen Sie daher hierzu unsere internen Weiterbildungen zu verschiedenen Themenbereichen wie Künstliche Intelligenz, digitale Kompetenzen oder Datenschutz. Finden Sie über PLUSonline eine Übersicht aktueller Weiterbildungen (Anmeldung erforderlich).
Auswahl aktueller Forschungsnetzwerke zum Thema KI
KI Call durch das Land Salzburg
Die Universität Salzburg arbeitet im Bereich der Künstlichen Intelligenz eng mit dem Land Salzburg zusammen, das im Rahmen seiner Wissenschafts- und Innovationsstrategie (WISS 2030) gezielt KI‑Forschungsprojekte unterstützt. Im landesweiten Fördercall „KI‑Forschung Salzburg 2025“ wurden aus 26 eingereichten Projekten vier interdisziplinäre ausgewählt, von denen drei maßgeblich an der Universität Salzburg angesiedelt sind. Diese reichen von KI‑gestützter Kunstanalyse über Anwendungen in der digitalen Bildung bis hin zu medizinischer Diagnostik und rechtskonformen KI‑Systemen für die Verwaltung. Die kooperative Forschungslandschaft zeigt, wie sowohl das Land als auch die Universität Salzburg gemeinsam daran arbeiten, verantwortungsbewusste KI‑Lösungen zu entwickeln, gesellschaftliche Herausforderungen mithilfe moderner Technologien zu adressieren und die Region als innovativen Forschungsstandort weiter zu stärken.
Lesen Sie auf der Website des Landes Salzburg mehr über aktuell geförderte Forschungsprojekte.
Life Sciences Center
Mit dem Life Sciences Center Salzburg (LSCS) entsteht ein neues interhochschulisches Zentrum, das die Life Sciences Aktivitäten der Universität Salzburg und der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität (PMU) bündelt und somit den Life-Sciences-Standort Salzburg gezielt stärkt. Das Land Salzburg und der Bund investieren von 2025 bis 2027 je zur Hälfte insgesamt 15 Millionen Euro in den Aufbau des Zentrums. Ziel ist es, Forschung, Lehre sowie die Überführung von Forschungsergebnissen in konkrete Anwendungen enger zu verknüpfen – mit spürbarem Nutzen für die Menschen in Salzburg.
Die Errichtung des LSCS ist ein zentrales Vorhaben des Life Sciences Masterplans Salzburg und Teil der langfristigen Wissenschafts- und Innovationsstrategie des Landes. Mit der Gründung des LSCS wird nun ein erster zentraler Umsetzungsschritt dieses Masterplans realisiert.
Lesen Sie auch unseren NEWS-Bericht zum Life Sciences Center.
CD-Labor für Authentifizierung von Personen und Objektoberflächen
Das Christian-Doppler-Labor für Authentifizerung von Personen und Objektoberflächen untersucht neuartige Verfahren zur zuverlässigen Identifikation von Personen und zur Authentifizierung physischer Objekte anhand ihrer mikroskopischen Oberflächenstrukturen. Die Forschung verbindet Methoden der digitalen Bildverarbeitung, Mustererkennung und des maschinellen Lernens, um sowohl biometrische Systeme als auch objektbasierte Sicherheitstechnologien präziser und effizienter zu gestalten.
Ein Schwerpunkt liegt auf der Integration fortgeschrittener Gesichtserkennungsverfahren in dynamische, realitätsnahe Szenarien, etwa bei Großveranstaltungen. Parallel dazu erforscht das Labor einerseits oberflächenbasierte Objektidentifikation, die es beispielsweise ermöglichen soll, mithilfe handelsüblicher Smartphone-Kameras Originalprodukte von Fälschungen zu unterscheiden. Andererseits wird die visuelle Oberflächenstruktur menschlicher Zähne eingehend untersucht; darauf aufbauend entstehen Verfahren, die es ermöglichen, sowohl die Zähne einer einzelnen Person als auch die Zähne verschiedener Personen anhand ihrer Oberflächenmerkmale zuverlässig zu unterscheiden.
Christian Doppler Laboratory for Geospatial and EO-based Humanitarian Technologies
Das Christian-Doppler-Labor für EO-basierte humanitäre Technologien (GEOHUM = The Christian Doppler (CD) Laboratory for geospatial and EO-based humanitarian technologies), angesiedelt an der Universität Salzburg, verfolgt das Ziel, satellitengestützte Erdbeobachtung (Earth Observation, EO) und Geoinformatik (GI) miteinander zu verknüpfen, um humanitäre Hilfsmaßnahmen und Einsätze wirkungsvoll zu unterstützen.
Die Vision von GEOHUM besteht darin, technische und organisatorische Kapazitäten gezielt weiterzuentwickeln und an die spezifischen Anforderungen humanitärer Organisationen anzupassen, in intensiver Zusammenarbeit mit unserem NGO-Partner, insbesondere jene unseres kofinanzierenden Partners MSF ( Médecins Sans Frontières, Ärzte ohne Grenzen). Zur Optimierung der humanitären Hilfe greift GEOHUM auf modernste technologische Entwicklungen an der Schnittstelle von Erdbeobachtung, Geoinformatik und künstlicher Intelligenz zurück. Ziel ist die wissenschaftliche Fundierung sowie die Entwicklung räumlicher Informationsprodukte für Logistik‑ und Einsatzplanung in den Bereichen Konfliktminderung und Katastrophenhilfe.
EXDIGIT: Exzellenz in digitaler Wissenschaft und interdisziplinären Technologien
2022 gründete die Universität Salzburg die Fakultät für Digitale and Analytische Wissenschaften (DAS) und hat am Standort Itzling ihre Kompetenzen im digitalen Bereich wie Informatik, Data Science, Human-Computer Interaction und Geoinformatik zusammengeführt.
Mit dem Projekt EXDIGIT sollen die Universität Salzburg und die DAS Fakultät noch stärker in den europäischen und nationalen Exzellenzprogrammen oder anderen hochrangigen Forschungsinitiativen vertreten sein. Das Besondere ist dabei die enge im Projekt verankerte interinstitutionelle Kooperation mit Salzburg Research und weiteren Partnern, wie z.B. der Fachhochschule Salzburg oder der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität PMU.
Projektziele:
- Schaffung und Etablierung einer Forschungs- und Entwicklungsplattform mit internationaler Sichtbarkeit für zukunftsweisende interdisziplinäre digitale Themen.
- Brückenbau zwischen den interdisziplinären Schnittstellen der Universität Salzburg mit Partnern innerhalb der Salzburger Forschungslandschaft
- Schaffung dreier Brückenprofessuren
- Gezielte und effiziente Schließung von Lücken in Wissens- und Forschungsketten am Standort
- Positionierung der Universität Salzburg und der Fakultät DAS als Leitinstitution für digitale Wissenschaften
- Steigerung der Attraktivität im internationalen Wettbewerb um Forschende und Studierende sowie um Fachkräfte und Unternehmenspartner*innen in digitalen Bereichen
Infrastruktur und Data Governance
Damit Potenziale im Umgang mit KI verantwortungsvoll und effizient genutzt werden können, stellt die Universität Salzburg eine leistungsfähige technische Infrastruktur sowie klare Leitlinien für den Umgang mit Forschungsdaten bereit.
Forschungsdatenmanagement
Forschungsdatenmanagement (FDM) ist die Organisation und Verwaltung von Daten, die bei wissenschaftlichen Forschungstätigkeiten entstehen. Ziel von FDM es, Forschungsdaten langfristig und personenunabhängig auffindbar, zugänglich, nachprüfbar und somit vor allem nachnutzbar zu halten. Systematisches, nach den FAIR Prinzipien ausgerichtetes Forschungsdatenmanagement ist der Grundpfeiler von Open Science. Nutzen Sie für weiterführende Informationen auch den Kontakt zu unseren Ansprechpartner*innen sowie nützliche Links.
SCC – Salzburg Collaborative Computing
Das SCC ist ein Hochleistungsrechenzentrum (High‑Performance Computing, HPC) an der Universität Salzburg. Es befindet sich aktuell im Aufbau bzw. in der frühen Betriebsphase (Alpha‑Stadium) und soll eine moderne, leistungsstarke Recheninfrastruktur für Forschung und Lehre in Salzburg bereitstellen.
Das Projekt wird gemeinsam von der Universität Salzburg, den Salzburger Landeskliniken (SALK), der FH Salzburg und der Universität Mozarteum Salzburg betrieben. Die Finanzierung erfolgt u. a. durch das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung (BMBWF) sowie das Land Salzburg.Zweck und Ziele:
- Rechenkapazitäten bereitstellen, die weit über herkömmliche Arbeitsplatzcomputer hinausgehen.
- Forschungseinrichtungen und Universitätsgruppen bei datenintensiven Analysen, Simulationen, KI‑Anwendungen und HPC‑Workflows unterstützen.
- Als „Backbone“ für das Forschungsdatenmanagement (FAIR‑Prinzipien) und Projekte wie die Austrian NeuroCloud dienen
- Ausbildung von Studierenden in der Nutzung von HPC Infrastruktur
Academic AI
Academic AI ist ein Service, der österreichischen Hochschulen – darunter auch der Universität Salzburg – eine sichere, hochschulkonforme Nutzung großer Sprachmodelle (LLMs = Large Language Models) wie ChatGPT ermöglicht.
Laut ACOmarket, dem zentralen IT‑Serviceprovider der österreichischen Universitäten, stellt Academic AI eine abgeschottete, sichere Cloud‑Plattform auf Microsoft Azure bereit. Dadurch können LLMs genutzt werden, ohne dass eingegebene Daten die geschützte Azure Secure Landing Zone verlassen. Die Plattform ermöglicht Single‑Sign‑On für Hochschulaccounts, beinhaltet Sicherheits‑ und Datenschutzkonzepte und wird kontinuierlich weiterentwickelt (z. B. RAG‑Module für Lehrveranstaltungs‑Chatbots).
Für die Universität Salzburg bedeutet das: Academic AI dient Studierenden und Mitarbeitenden als datenschutzkonforme Alternative zu öffentlichen KI‑Diensten.
Ziel ist es, Forschende und Studierende bei der verantwortungsvollen, transparenten und qualitativ hochwertigen Nutzung von KI‑Methoden zu unterstützen. Dazu gehören Beratungs- und Weiterbildungsangebote, technische Infrastruktur, Richtlinien zu Good Scientific Practice sowie Hilfestellungen im Bereich Datenschutz und ethischer KI‑Anwendung. Academic AI schafft damit einen verlässlichen Rahmen, um innovative Forschungsprojekte zu ermöglichen und gleichzeitig die hohen Standards der Universität Salzburg zu wahren.
Standards für die Nutzung von KI in der Forschung
Die folgenden Grundsätze zeigen auf, wie KI in Forschungsprojekten an der Universität Salzburg eingesetzt wird, um wissenschaftliche Qualität, Nachvollziehbarkeit und ethische Verantwortung sicherzustellen. Grundsätzlich gelten auch beim Einsatz von KI die Richtlinien zur Sicherung der guten wissenschaftlichen Praxis der Universität, die sich aktuell in Überarbeitung befinden. Bis dahin werden die Living guidelines on the responsible use of generative AI in research der Europäischen Kommission empfohlen.
Ethische Genehmigung
Forschungsprojekte, die KI einsetzen, benötigen eine ethische Prüfung, insbesondere wenn personenbezogene Daten verarbeitet oder nachteilige Auswirkungen auf Menschen erwartet werden. Die Ethikkommission der Universität Salzburg prüft solche Vorhaben vor Projektstart.
Anforderungen an Methodentransparenz
Forschungsprojekte, die KI einsetzen, müssen ihre Methoden offenlegen. Dazu gehört die Beschreibung der eingesetzten Algorithmen, Trainingsdaten und Parameter. Ziel ist es, die Nachvollziehbarkeit für andere Forschende zu gewährleisten und den wissenschaftlichen Diskurs zu fördern.
Dokumentation der KI-Nutzung
Im Rahmen der guten wissenschaftlichen Praxis muss die Entstehung von Forschungsergebnissen nachvollziehbar und überprüfbar sein. Dies umfasst die Version der verwendeten Modelle, Datenquellen sowie die Art der Vorverarbeitung. Die Dokumentation dient als Grundlage für Reproduzierbarkeit und Qualitätssicherung.
Umgang mit Bias und Reproduzierbarkeit
KI-Systeme können Verzerrungen (Bias) enthalten, die Forschungsergebnisse beeinflussen. Forschende sind verpflichtet, mögliche Bias-Risiken zu identifizieren und zu minimieren. Zudem muss die Reproduzierbarkeit der Ergebnisse gewährleistet sein – durch offene Daten, Code und klare Beschreibungen der Prozesse.
Richtlinien zu Co-Autor*innenschaft und Zitation
KI ist kein*e Autor*in. Wenn KI-Tools zur Erstellung von Texten, Analysen oder Visualisierungen genutzt werden, muss dies transparent gemacht werden. Die Universität Salzburg orientiert sich an internationalen Standards: KI wird nicht als Co-Autor*in genannt, aber ihr Einsatz wird in der Methodik oder den Danksagungen klar angegeben.
Kontakt
Nutzen Sie die Möglichkeit, Fragen zu stellen oder um weiterführende Informationen zu erhalten.
Forschungsservice und Technologietransfer
Beratungs- und Unterstützungsleistungen im Bereich Forschung | Förderungen und Rechtsberatung bei administrativen Forschungsangelegenheiten
E-Mail: