News

Veröffentlicht am
September 22, 2026
Letzte Aktualisierung: September 24, 2026

Gastvortrag: Eine heilige Bildhauerin?

(Un-)Sichtbarkeiten weiblicher Formgebungskraft in der Frühen Neuzeit

Dienstag, 13. Oktober 2026 | 18:00 Uhr | UNIPARK NONNTAL | Erzabt-Klotz-Straße 1 | Seminarraum 2.205 | 5020 Salzburg

Der Vortrag widmet sich einem in der Forschung bislang wenig beachteten Motiv – der Darstellung von Heiligen als Bildhauerinnen. Wenn eine sizilianische Eremitin eine Liebeserklärung an Jesus Christus in die Felswand ihrer Grotte schreibt, wird sie zum Prototyp der steinformenden Künstlerin. In der Analyse ausgewählter Bildbeispiele des 17. und 18. Jahrhunderts soll den Werkzeugen in den Händen von weiblichen Heiligen ein besonderes Augenmerk gelten. Ihre Auswahl und Präsentation offenbaren – so die zentrale These des Vortrags – frühneuzeitliche Aushandlungsprozesse um die Frage der Darstellbarkeit von Frauen bei der handwerklich-künstlerischen Bearbeitung des Materials Stein.

Maria Schaller-Kowalski studierte Kunstgeschichte und Klassische Archäologie an der Freien Universität Berlin und an der Universität Hamburg. Ihre Dissertation „Das Herz in den Bildmedien religiöser Frauengemeinschaften. Frühneuzeitliche Körperkonzepte im Spannungsverhältnis von Konfession, Stand und Geschlecht“ ist 2024 bei De Gruyter erschienen (Open Access). Derzeit ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin der DFG-Forschungsgruppe 5138 „Geistliche Intermedialität in der Frühen Neuzeit“ an der Universität Hamburg im Teilprojekt „Der mediale Status des Körpers – Körper im Bild und Körperbild. Äthiopische Heilige in der Frühen Neuzeit“.

Gastvortrag_Schaller-Kowalski_Abbildung zur Ankündigung

David Hobelleitner

Universität Salzburg | Kunst-, Musik- und Tanzwissenschaft | Abteilung Kunstgeschichte

Erzabt-Klotz-Straße 1 | 5020 Salzburg | Austria

Tel: +43 662 8044-4600

E-Mail an David Hobelleitner

Bildausschnitt: © Kupferstich (Detail), Augsburg [ca. 1740–1741], Foto: Maria Schaller-Kowalski.