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Veröffentlicht am
Mai 13, 2026
Letzte Aktualisierung: Mai 13, 2026

Rückblick: Erfolgreicher dritter Salzburger Zirkel

Am 12. Mai 2026 fand der dritte Salzburger Zirkel der Rechts- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät statt. Unter dem Titel „Trump, das Völkerrecht und die Krise der transatlantischen Beziehungen“ diskutierten Reinhard Heinisch (Fachbereich Politikwissenschaft) und Kirsten Schmalenbach (Fachbereich Völkerrecht) im großen Saal im DAS KINO aktuelle geopolitische Entwicklungen und deren Auswirkungen auf Europa, die NATO und das Völkerrecht.

Inhaltlich spannte sich der Bogen von der Krise des Völkerrechts bis zu sicherheitspolitischen Herausforderungen Europas. Kirsten Schmalenbach skizzierte das mögliche Szenario einer Blockade der NATO. Ursachen dafür seien deren hierarchischen Führungsstrukturen und die Tatsache, dass die obersten Reihen der NATO überwiegend mit amerikanischen Generälen besetzt sind. Zudem warnte die Völkerrechtsexpertin davor, die österreichische Neutralität zu weit auszulegen, und verwies dabei beispielsweise auf das Luftverteidigungsinitiative Sky Shield.

Reinhard Heinisch analysierte die transatlantischen Beziehungen. Beide Akteure, Trump und die Europäische Union würden mit einem innenpolitische Blick agieren: Trump sehe in der Europäischen Union gewissermaßen die eigenen Demokraten, während viele Europäer in Trump ihre jeweils eigenen rechtspopulistischen Bewegungen erkennen würden.

Ein zentrales Thema des Abends war die Krise des Völkerrechts. Große Akteure verstoßen zunehmend gegen bestehende Regeln, so Schmalenbach. Dennoch werde das Völkerrecht diese Krise überdauern – offen sei lediglich, wie es zukünftig ausgestaltet sein wird.

Die Veranstaltung fand in Kooperation mit den Salzburger Nachrichten statt und wurde von Marco Riebler, Lokalressortchef der SN, moderiert. Unter den Gästen befanden sich auch Rektor Fügenschuh und der Dekan der Rechts- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät Martin Auer. Das Publikum, bestehend aus Studierenden und  Interessierten aller Altersstufen, beteiligte sich aktiv an der Diskussion.

Die pointierte Abschlussbemerkung von Reinhard Heinisch über mögliche politische Szenarien in den USA  ließ die Zuhörer*innen nachdenklich zurück: „Wer auf ein Impeachment oder gar den Tod Donald Trumps hoffe, müsse bedenken, dass in diesem Fall JD Vance Präsident werden würde – und dieser sei gefährlicher als Trump.“  In einem normalen Wahlgang hätte seiner Ansicht nach JD Vance wenig Chancen auf einen Sieg, außer er wäre zuvor Präsident gewesen. Daher sein Fazit: „You better be careful what you wish for.“

Der Abend bot spannende Analysen und Diskussionen und zeigte wie groß das Interesse an fundierter wissenschaftlicher Einordnung aktueller Weltpolitik ist. Der dritte Salzburger Zirkel der Rechts‑ und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät hat sich damit erneut als erfolgreiches Format etabliert.

Salzburger Zirkel im DAS KINO

Dr. Johannes Warter

Universität Salzburg | Arbeits- und Wirtschaftsrecht

Churfürststraße 1 | 5020 Salzburg | Austria

Tel: +43 662 8044-3093

E-Mail an Dr. Johannes Warter

Foto: © Universität Salzburg