Diskriminierung

Definition

Diskriminierung bedeutet, dass Menschen aufgrund bestimmter persönlicher Merkmale benachteiligt, ausgeschlossen oder herabgesetzt werden. Handlungen dieser Art können sich auf das Geschlecht, die Ethnizität, die Hautfarbe, die Religion oder Weltanschauung, das Alter, Behinderungen und/oder chronische Erkrankungen, die sexuelle Orientierung oder die geschlechtliche Identität beziehen.

Diskriminierung kann offen und direkt erfolgen, zum Beispiel durch beleidigende Äußerungen oder die Verweigerung von Leistungen. Sie kann aber auch indirekt und versteckt  auftreten, etwa durch strukturelle Benachteiligungen, ungleiche Zugangsmöglichkeiten oder diskriminierende Regeln.

Formen von Diskriminierung

  • Verbale Diskriminierung: Abwertende Sprache, Witze oder Kommentare.
  • Strukturelle Diskriminierung: Ungleiche Chancen durch institutionelle Regelungen oder Praktiken.

Wichtig: oft sind die Kategorien Diskriminierung und Mobbing schwer zu unterscheiden. In beiden Situationen kommt es zu verletzenden und benachteiligenden Ausgrenzungen von Menschen. Diskriminierungen beziehen sich immer auf ein bestimmtes Merkmal einer Person – in der Praxis sind die Unterschiede oft fließend.

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Tipps für Betroffene

Sie sind von Diskriminierung betroffen? 

Hier finden Sie Tipps, was Ihre nächsten Schritte sein können: Setzen Sie aktiv erste Schritte: Tipps für Betroffene 

Hier finden Sie Anlaufstellen, an die Sie sich wenden können.

  • Beratungen finden vertraulich statt
  • Es werden keine Schritte ohne Ihre Zustimmung gesetzt

 

Sie haben Diskriminierung beobachtet bzw. Ihnen wurde von Diskriminierung berichtet?

Als Active Bystander können Sie sicher und situationsangemessen eingreifen und so betroffene Personen unterstützen: Tipps für Active Bystander

Lehrende sind of die ersten Ansprech- und Vertrauenspersonen für Studierende. Hier finden Sie Tipps für die Gesprächsführung und den Umgang mit herausfordernden Situationen: Empfehlungen für Lehrende

Als Führungskraft kommen Ihnen besondere Aufgaben und Pflichten zu, wenn es um Vorfälle von Diskriminierungen geht. Genauere Informationen und Tipps für die Gesprächsführung finden Sie hier: LINK

In jedem Fall empfiehlt es sich Berichte oder Erlebtes zu dokumentieren: Vorlage Gedächtnisprotokoll

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Beispiele

Beispiele für verbale Diskriminierung

  • “Eine Promotionsstelle? In Ihrem Alter noch eine wissenschaftliche Karriere?“
  • “Nachteilsauslgeich? Sie sehen gar nicht benachteiligt aus!”
  • “Trans, inter, nicht-binär… das ist mir alles zu kompliziert“
  • “Wie haben Sie so gut Deutsch gelernt?”
  • “Hab dich nicht so, das ist doch ein Kompliment!”
  • “Wer versorgt ihre kleinen Kinder, wenn Sie wieder ganztags arbeiten wollen?”
  • “Sie brauchen aber lang für Ihren Bachelor.”

 

Beispiele für strukturelle Diskriminierung

  • Fehlende Barrierefreiheit
    • Gebäude ohne Rampen oder Aufzüge für Rollstuhlnutzer*innen
    • Keine barrierefreien digitalen Inhalte (z. B. PDFs nicht für Screenreader geeignet)
  • Ungleiche Zugangsmöglichkeiten
    • Lehrveranstaltungen oder Gremien-Sitzungen nur zu Zeiten, die Personen mit Betreuungspflichten ausschließen
    • Fehlende Kinderbetreuung für Studierende oder Mitarbeitende
  • Diskriminierende Regelungen
    • Dresscodes, die kulturelle oder religiöse Kleidung verbieten
    • Prüfungsformate, die Menschen mit Behinderungen benachteiligen
  • Institutionelle Benachteiligung
    • Keine geschlechtsneutralen Toiletten oder Umkleiden
    • Fehlende Richtlinien für den Umgang mit trans* oder nicht-binären Personen
  • Ungleichheit in der Repräsentation
    • Lehrmaterialien, die nur stereotype heteronormative Rollenbilder zeigen
    • Keine Berücksichtigung von Diversität in Forschung und Lehre

 

Fallbeispiel

Ausgangslage: Amina K.  ist Mitarbeitende in einer Verwaltungseinheit und trägt ein Kopftuch (Hijab). Sie arbeitet seit 2 Jahren befristet an der Universität. Ihre Aufgaben: Front‑Office, Auskunft, Formularprüfung, interne Koordination.

Zwei Kolleg*innen äußern sich wiederholt im „Scherz“ über Aminas Namen, ihren Akzent („fürs Front‑Office hätten wir gern österreichisch klingende Stimmen“), leiten Einladungen zu Team‑Terminen verspätet oder gar nicht weiter und schicken in der dienstlichen WhatsApp‑Gruppe Memes mit religiösen Stereotypen. Die Vorgesetzte verlegt Amina ohne sachliche Begründung aus dem Publikumsverkehr in den Back‑Office‑Bereich („Kund*innen fühlen sich wohler“), streicht ein bereits zugesagtes Servicetraining und verweist auf „begrenzte Budgets“.

Amina dokumentiert die Vorfälle, ersucht die Vorgesetzte um Abhilfe und wendet sich – wegen ausbleibender Reaktion – an den Arbeitskreis für Gleichbehandlungsfragen (AKG). Es handelt sich hierbei um Formen der Belästigung aufgrund der ethnischen Zugehörigkeit/Religion sowie um Ungleichbehandlung im Arbeitsalltag, mit Bezug zur Weiterbildungsmöglichkeit.

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Weiterführende Quellen

Der Schutz vor Diskriminierung wird auf universitärer Ebene insb. durch den IV. Abschnitt der Satzung Chancengleichheit: Nichtdiskriminierung, insb. Frauenförderung geregelt.

Auf nationaler Ebene sind das Gleichbehandlungsgesetz (GlBG) und das Bundesgleichbehandlungsgesetz (B-GlBG) ausschlaggebend. Mehr Infos und Zusammenfassungen finden Sie in der Sprachbox.

Die Gleichbehandlungsanwaltschaft bietet eine Reihe von  Ressourcen und Fallbeispielen zu Diskriminierung.