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Umwelterklärungen – Universität SalzburgHerr Habel, die Beantwortung komplexer Fragen erfordert oft einen transdisziplinären Ansatz. Können Sie uns erklären, wie ein neues Zentrum an der Universität Salzburg genau diese Verknüpfung von Disziplinen fördern soll?Jan Christian Habel: Das neue Zentrum, das wir 2024 ins Leben gerufen haben, zielt darauf ab, transdisziplinäre Arbeitsansätze in Forschung und Lehre zu stärken. Es trägt den Namen „Climate Change Resilience“ und widmet sich der Resilienz von Systemen im Kontext des Klimawandels. Der Klimawandel beeinflusst nicht nur die Natur, sondern auch unser Leben in vielfältiger Weise. Zunehmende Wetterextreme und langsam ablaufende klimatische Veränderungen führen zu tiefgreifenden Veränderungen in Systemen und Prozessen unserer Umwelt. Das hat zur Folge, dass Stressoren für Organismen und ganze Systeme zunehmen, was wiederum die Funktionsfähigkeit von Umweltprozessen gefährdet.
Sie sprechen von Resilienz. Was genau bedeutet dieser Begriff in diesem Zusammenhang?Jan Christian Habel: Resilienz beschreibt das Potenzial eines Systems, nach einer Störung wieder in seinen ursprünglichen Zustand zurückzukehren. Das ist entscheidend, um auch in Zukunft essenzielle Funktionen in der Umwelt und für uns Menschen sicherzustellen. In der Klimadebatte ist die Resilienz von Systemen daher von zentraler Bedeutung. Unser Ziel ist es, besser zu verstehen, wie ökologische Systeme, aber auch wir Menschen resilient werden können, um den Herausforderungen des Klimawandels zu begegnen.
Wie ist das Zentrum aufgebaut, und wer wird daran beteiligt sein?Jan Christian Habel: Das Zentrum ist bewusst interdisziplinär aufgestellt. Wissenschaftler*innen der Universität Salzburg arbeiten hier gemeinsam mit Expert*innen von außeruniversitären Einrichtungen. Da der Klimawandel und die Resilienz von Systemen auf sehr unterschiedlichen räumlichen und zeitlichen Skalen ablaufen und sämtliche Bereiche der belebten und unbelebten Umwelt betreffen, haben wir ein Gründungsteam aus verschiedenen Disziplinen zusammengestellt. Dazu gehören Fachgebiete wie Biologie, Geowissenschaften, Chemie, Physik, Statistik, künstliche Intelligenz, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften sowie Psychologie. Diese Vielfalt ermöglicht es uns, das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten und innovative Lösungsansätze zu entwickeln.
Welche Ziele verfolgt das Zentrum konkret?Jan Christian Habel: Unser Ziel ist es, die transdisziplinäre Forschung zu Klimawandel und Resilienz an der Universität Salzburg zu stärken. Das wollen wir unter anderem durch die Einreichung von Konsortialanträgen erreichen. Gleichzeitig möchten wir die Themen Klimawandel und Klimawandelresilienz stärker in die akademische Ausbildung integrieren. Darüber hinaus soll das Zentrum als Kommunikationsplattform dienen – sowohl innerhalb der Universität als auch zwischen der Universität und externen Partnern, wie der Gesellschaft, der Wirtschaft und der Politik.
Einen ersten Erfolg konnten wir bereits erzielen und eine Kooperation mit der internationalen Stiftung Green 2030 starten. Die Stiftung unterstützt bereits drei Forschungsprojekte, die schon gestartet sind. Dabei beschäftigen sich Kolleg*innen mit den Fragen:
– Wie beeinflusst der Klimawandel die biologische Vielfalt und die Funktionsfähigkeit von Ökosystemen?
– Welche Auswirkungen hat das Abschmelzen von Gletschern und Permafrost auf die Wasserqualität und -verfügbarkeit?
– Wie können Veränderungen in der Vegetation zur Erhöhung der Kohlenstoffspeicherung beitragen?