1931 und die folgenreichen Ereignisse Zollunion, Bankenkrise, Putschversuch – Meilensteine am Weg zum Ende der demokratischen Ersten Republik Österreich
Banken-, Spekulations- und Korruptionsskandale erschütterten die Erste Republik. Im Mai 1931 musste der Staat die renommierte Credit-Anstalt vor dem Zusammenbruch, zu dem auch die überfallsartige Ankündigung der deutsch-österreichischen Zollunion im März 1931 beigetragen hatte, retten. Die hohen Kosten, etwa eine Milliarde Schilling bzw. ein halbes Jahresbudget, führten zu einer rigiden Sparpolitik und zur wirtschaftlichen Katastrophe.
Im September 1931 versuchte der rechte paramilitärische Heimatschutz, seit Sommer 1931 mit der NSDAP im „Kampf gegen Marxismus und Parteienstaat“ verbündet, gewaltsam die Macht im Staat zu übernehmen. Auf Seite der Putschisten agierte mitunter der Mattseer Notar Franz Hueber, Salzburger Heimatschutzführer, Heimatblock-Fraktionsvorsitzender, mehrmaliger Justizminister und Hermann-Göring-Schwager. Die Folge der politischen Unruhen war die autoritäre Regierung Dollfuß, die im März 1933 die Demokratie, u. a. zum Wohlgefallen des Hauptverbandes der Industrie, beseitigt hatte. Die Präsentation skizziert die Machtverhältnisse Anfang der 1930er Jahre und den weiteren Weg in Diktatur und Nationalsozialismus.
Moderation: Robert Obermair, Postdoc und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Salzburg
Autorin: Helene Belndorfer, Doktorin der Handelswissenschaften der Wirtschaftsuniversität Wien sowie der Philosophie/Geschichte der Universität Wien, ist eine österreichische Zeithistorikerin, die sich in Theorie und Praxis mit Wirtschaftskrisen auseinandergesetzt hat und in ihrer Forschung auf Schnittstellen zwischen Wirtschaft und Politik fokussiert.
Kontakt
Eva Bammer BSc MA
https://www.plus.ac.at/geschichte/
