News

Jahrestagung der Gesellschaft für Globalgeschichte 2027 – CfP

Christliche Missionen waren transnationale, transimperiale und transkulturelle Projekte, die maßgeblich an der Entstehung, Legitimation und Aufrechterhaltung kolonialer Herrschaftsordnungen mitwirkten. Missionarische Praktiken unterschiedlicher Konfessionen innerhalb des Christentums waren dabei auf den subtileren Ebenen der Wissensordnung, Erziehung sowie alltäglichen Kontrolle angelegt und zielten auf die Regulierung privater Bereiche von Familie und Haushalt sowie von Intimsphären der Sexualität und Körper. Diese geschlechterspezifischen Ordnungen und sexuelle Normen dienten nicht nur der Disziplinierung im kolonialen Kontext, sondern wirken in postkolonialen Kontexten nach. Gleichzeitig waren sie auch Gegenstand der Aushandlung und des Widerstandes seitens lokaler Gemeinschaften. Mission erscheint damit als epistemischer, sozialer, kultureller und politischer Handlungsraum, in dem Geschlecht, Sexualität, Race, Klasse und Religion in ihrem wechselseitigen Verhältnis in interkultureller Interaktion immer wieder neu konfiguriert wurden.

Veröffentlicht am 08 Juli 2026
1