Neuerscheinung
Wissenschaftliche Einführungs- und Kommentarliteratur hat eine lange Tradition: die Notwendigkeit, einem interessierten Publikum kanonische Texte über sprachliche, kulturelle und geistesgeschichtliche Distanzen hinweg zu erschließen, kennt man seit der Antike. Was in Akademie, Peripatos und ähnlichen Institutionen an theoretischen Inhalten entwickelt, diskutiert, kritisiert sowie adaptiert wurde, war schon im damaligen Bogen der athenischen Polis nur für Wenige verstehbar. Mitschriften, Abschriften und Übersetzungen vermitteln die Inhalte in andere antike Kontexte des Mittelmeerraumes, die Zugänglichkeit dieses hochabstrakten Fachwissens gewinnt immer mehr an Bedeutung: es entsteht Kommentarliteratur, die – im Horizont der jeweiligen Interessen – in die verfügbaren Schriften einführt und den Umgang mit distinktem Fachvokabular erfordert.
Das Berufsleben endet, die Forschung jedoch nicht
Dass mit der Pensionierung der Eros des Forschenden nicht enden muss, ist offensichtlich – wird das universitär verfasste Berufsleben in den verdienten Ruhstand überführt, bedeutet dies nicht, dass Studium und Beforschung eines Faches/Themengebietes, dem die akademische Karriere diente, einfach abreißt. Vielmehr eröffnet sich durch Wegfallen der Verpflichtungen der Raum, im Alltagsgeschäft Liegengebliebenes aufzugreifen und den Fokus auf Vermittlung dessen zu legen, für das man als Wissenschafter „brennt“, was – jenseits der notwendigen intellektuellen Kunststücke – manchmal über Jahrzehnte als Essenz des eigenen Fachgebietes destilliert wurde: jenes, das man an die nächsten Generationen von Interessierten weitergeben möchte.
Papyrologischer Kommentar zum Neuen Testament
Der von Mag. Andreas Bammer, der 2021 bei einem Bergunfall tödlich verunglückt ist, im Rahmen eines FWF-Projekts an unserem Fachbereich begonnene Kommentar-Band zum Ersten Thessalonikerbrief wird nun in einem FWF-Projekt von Hans Förster (Universität Wien) fortgesetzt.