„Aber jetzt Schluss mit dem Schweigen” | Konzert und Lesung im Andenken an Stefan und Lotte Zweig zum Jahrestag der Salzburger Bücherverbrennung
Anlässlich des ersten Jahrestags seiner Gründung veranstaltete das Stefan Zweig Haus – bestehend aus dem Stefan Zweig Zentrum (2008 gegründet) und dem Literaturarchiv Salzburg (2012 gegründet) – am 30. April 2026 eine Gedenkfeier für Stefan und Lotte Zweig mit Lesung und Musik. Im Jahr zuvor hatte die Universität Salzburg von den Erben Stefan und Lotte Zweigs eine bedeutende Schenkung von mehr als 500 Briefen und Dokumenten erhalten, verbunden mit der Verpflichtung, Zweigs Andenken und literarisches Erbe zu bewahren und weiterzugeben.
Als Zeichen der besonderen Verbundenheit zur Universität wirkte ein Mitglied der Familie, der international renommierte Geiger David Alberman aus London, persönlich an der Gestaltung des musikalischen Programms mit.
Neben Alberman waren Martin Walch, berühmter Violinist und Leiter des Merlin Ensembles Wien, an der Geige und Valentina Schachner-Nedherer am Klavier zu hören. Die Musik von Béla Bartók, Olivier Messiaen und Johann Sebastian Bach sowie Viktor Ullmanns erster Satz aus der Sonate “Freundlich bewegt” (Allegro piacevole) für Violine und Klavier op. 39 (1937) in der Neukomposition der verschollenen Klavierstimme von Till A. Körber wechselte sich ab mit Texten von Stefan Zweig. Der Dramaturg und Regisseur Hermann Beil las aus Stefan Zweigs Tagebüchern und Briefen sowie aus dem Kapitel „Incipit Hitler” aus Zweigs autobiographischem Erinnerungsbuch „Die Welt von Gestern“. Für Stefan Zweig als überzeugten Humanisten war Europa eine geistige Heimat – ein Kulturraum des Austauschs, der Toleranz und des Friedens. In „Die Welt von Gestern“ thematisiert Zweig den Zerfall alter Ordnungen sowie die politische Radikalisierung, die in der Machtergreifung der Nationalsozialisten und dem Zweiten Weltkrieg gipfelte. Das Werk ist nicht nur literarisches und historisches Dokument, sondern ist als Aufruf gegen Krieg und Faschismus und für ein kulturelles Miteinander auch heute von großer Bedeutung.
Der 30. April als Datum der Gedenkveranstaltung für Stefan und Lotte Zweig ist nicht zufällig gewählt, jährt sich doch auch an diesem Tag der Gedenktag der Salzburger Bücherverbrennung vom 30. April 1938, bei der nach der nationalsozialistischen Machtübernahme auch Stefan Zweigs Bücher ins Feuer geworfen wurden.
Eine Kooperationsveranstaltung der Universität Salzburg | Stefan Zweig Haus, des Alumni Clubs, der IE Wissenschaft und Kunst, Programmbereich „Figurationen des Übergangs“ sowie der Universität Mozarteum Salzburg.
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