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Veröffentlicht am
April 16, 2026
Letzte Aktualisierung: April 16, 2026

Atelier Gespräch: ‚… die zärtliche Gleichgültigkeit der Welt‘

Eine philosophisch-literarisch-künstlerische Begegnung mit dem Existenzialismus anlässlich Albert Camus‘ „Der Fremde“ am Salzburger Landestheater in Kooperation mit dem Landestheater Salzburg

20. April 2026 | 18:00 Uhr | HS 301 Wallistrakt | Franziskanergasse 1, 4. Stock | 5020 Salzburg | Austria 

Univ.-Prof.in Dr.in Sabine Coelsch-Foisner im Gespräch mit Clara Bender (Dramaturgie), dem Schauspieler Maximilian Paier und Univ.-Prof. Dr. Andreas Scheib (FB Philosophie / KTH ).

L’étranger (Der Fremde)“ von Albert Camus ist einer der bedeutendsten Romane des 20. Jahrhunderts und ein Meisterwerk der Philosophie des Existentialismus. Er handelt von einem französischstämmigen Algerier namens Meursault, beginnt mit dem Tod seiner Mutter und endet mit seiner bevorstehenden Hinrichtung für den Mord an einem Araber, den er zufällig begeht. 1942 veröffentlicht und im Algerien der 1930er Jahre angesiedelt, birgt der Roman politische Brisanz als Krisentext und Kolonialismuskritik. Doch beides erscheint nicht vordergründig angesichts der weltanschaulichen Grundkräfte, die den (Anti-)Helden Meursault in seiner Eigenart und seiner radikalen Gleichgültigkeit zum Mörder und Opfer einer Gleichschaltungsmaschinerie werden lassen. Der Roman oszilliert zwischen Beklemmung und Befreiung, Sinnsuche und Sinnlosigkeit, Absurde und einem Bekenntnis zur Mitmenschlichkeit.

Als Meursault in Murat Dikencis Bühnenadaption vor seiner Hinrichtung dem Publikum einen emotionalen Protest gegen die Vermassung entgegenschleudert, drängt sich eine Passage aus Camus Roman auf: „Als hätte diese große Wut mich vom Bösen geläutert, von Hoffnung entleert, öffnete ich mich angesichts dieser Nacht voller Zeichen und Sterne zum ersten Mal der zärtlichen Gleichgültigkeit der Welt.“* Was bedeutet diese „tendre indifférence du monde“* ? Welche existenzialphilosophischen Gedanken drückt sie aus? Warum entzieht sie sich der Vermittlung?

*Rowohlt Taschenbuch Verlag, 90. Auflage, 2026, S. 159; èditions Gallimard, 1957, S. 188.

Anmeldung zum Atelier Gespräch unter:

Der Fremde – Maximilian Paier

Univ.-Prof.in Dr.in Sabine Coelsch-Foisner 

Projektleiterin Atelier Gespräche

Erzabt-Klotz-Straße 1 | 5020 Salzburg | Austria

E-Mail an Univ.-Prof.in Dr.in Sabine Coelsch-Foisner 

Foto: Der Fremde – Maximilian Paier © SLT / Christian Krautzberger