Okinawa. Bericht aus dem Ryūkyū-Archipel
Ein Vortrag von Prof. Matthias Theodor Vogt (Rom)
Dienstag, 10. März 2026, 13:15-14:45 Uhr | Forum Asia Pacific, HS 888, Sigmund-Haffner-Gasse 18, 3. Stock | 5020 Salzburg
Eine der konfliktreichsten und gleichzeitig kulturpolitisch faszinierendsten Weltgegenden ist das östliche Hinterland von Taiwan, die japanische Präfektur Okinawa auf dem rund 1.000 km lang sich erstreckenden Ryūkyū-Archipel. Wenn die Volksrepublik China Taiwan besetzen würde und Okinawa spalten könnte, dann hätten seine Schiffe freie Fahrt in den Pazifik und würden die pax americana empfindlich bedrohen.
Wie unterstützt China die Unabhängigkeitsbewegung von Okinawa, und warum ging Staatspräsident Xi Jinping 2024 in das Staatsarchiv, um sich dort einen Vertrag mit Japan zeigen zu lassen? Nach diesem zwischen den damaligen Kaiserreichen China und Japan fertig ausgehandelten, dann aber kurzfristig nicht unterschriebenen Vertrag hätte das seinerzeitige Königreich Ryūkyū (chinesische Bezeichnung) bzw. Okinawa (japanische Bezeichnung) zwischen den Mächten geteilt werden sollen.
Schwer lastet auf den Inseln die Erinnerung an die Battle of Okinawa 1945, bei der die japanischen Truppen zehntausende Einheimische in den Selbstmord trieben. Nicht minder schwer lastet heute auf den Inseln die größte US-amerikanische Besatzungstruppe weltweit mit ihren straffreien Vergewaltigungen. Gleichzeitig ziehen die Korallenstrände tausende von Touristen in das „japanische Hawaii“. Im Bericht von seinen aktuellen Forschungen auf dem Ryūkyū-Archipel geht Matthias Theodor Vogt der Frage nach, ob die heutige Südspitze des Kaiserreichs Japan geologisch, biologisch, sprachlich, kulturell, historisch tatsächlich zu Japan gehört oder ob es sich eher um ein Eigengebiet handelt.
