Studierende erforschen Effekte des globalen Wandels auf Biodiversität
Beim 9. FORUM ANTHROPOZÄN in Heiligenblut präsentierten Studierende des Masterstudiengangs Data Science Ergebnisse aus ihrem Forschungsseminar „Ökologie & Statistik“. Ihre Forschungsarbeiten liefern neue Erkenntnisse darüber, wie sich Insektengemeinschaften in alpinen Landschaften, sowie in Naturschutzgebieten verändern.
Studierende des Masterstudiengangs Data Science an der Universität Salzburg präsentierten die Ergebnisse ihres gemeinsamen Forschungsprojekts „Effekte des globalen Wandels auf Biodiversität“ mit einem Vortrag auf dem 9. FORUM ANTHROPOZÄN, das vom 11. bis 13. Juni 2026 im Haus der Steinböcke in Heiligenblut stattfand. Mithilfe statistischer und datengestützter Methoden untersuchten die Studierenden zum Teil umfangreiche Beobachtungsdaten von Tag- und Nachtfaltern, die über Jahrzehnte über das Land Salzburg aufgenommen wurden.
Die spannenden Ergebnisse wurden von den Studierenden Anush Shaikh, Priyanka Roy, Afroza Sharmin Urmi und Rajani Jagarwal im Rahmen des Graduiertenseminars „Ökologie & Statistik“ unter der Betreuung von Univ.-Prof. Dr. Jan Christian Habel und Raphael Schallegger (MSc) vom Fachbereich Umwelt und Biodiversität (Fakultät für Natur- und Lebenswissenschaften) sowie von Univ.-Prof. Dr. Arne Bathke vom Fachbereich Artificial Intelligence and Human Interfaces (Fakultät Digital and Analytical Sciences) erarbeitet.
Das Zusammenspiel von umfangreichen Beobachtungsreihen und ökologischem Wissen mit modernen statistischen Methoden ermöglichte die Analyse und Interpretation von zum Teil komplexen Daten über Schmetterlingsgemeinschaften in Abhängigkeit von Höhe. Außerdem wurden Trends der Schmetterlingsvielfalt für Schutzgebiete und für die angrenzende, nicht geschützte Landschaft analysiert.
Die gewonnenen Ergebnisse zeigen, dass Schutzgebiete eine wichtige Rolle bei der Erhaltung der Artenvielfalt spielen. Während die Gesamtzahl der erfassten Arten nach der Einrichtung von Schutzgebieten stabil blieb, veränderte sich die Artenzusammensetzung im Laufe der Zeit weiter. Einige Arten verschwanden, während andere neu auftraten. Dieses Ergebnis belegt, dass durch den globalen Wandel sich landschaftsübergreifend die Artengemeinschaften rasant ändern.
Die Analysen zeigten zudem deutliche Unterschiede von Tagfaltergemeinschaften in Abhängigkeit der Höhe. Diese Daten wurden über die letzten Jahre entlang der Großglockner-Höhenstraße gesammelt, und decken einen einmaligen Höhengradienten ab, der sich von 700-2500m erstreckt. Die Ergebnisse zeigen, dass in Lebensräumen der höheren Lagen besonders viele anspruchsvolle Arten existieren, die optimal an die entsprechenden Umweltbedingungen angepasst sind.
Dieses Seminar und die durchgeführten Studien mit dem Vortrag bei dem FORUM ANTHROPOZÄN verdeutlicht, wie Methoden der Datenwissenschaften zur ökologischen Forschung und zu evidenzbasiertem Naturschutz beitragen können. Die Studie liefert wertvolle Erkenntnisse über die langfristige Dynamik von Biodiversität und unterstreicht das große Potenzial von interdisziplinären Arbeits- und Lehrformaten.
