Tagung: Sprachenvielfalt unter Druck
Herausforderungen und Perspektiven für den Unterricht zweiter und dritter Fremdsprachen im deutschsprachigen Raum
Tagung der Fachbereiche Romanistik & Romanistik
11.–12. Juni 2026 | Unipark Nonntal | Erzabt-Klotz-Straße 1 | Raum 3.409 (3. Stock) | 5020 Salzburg | VORLÄUFIGES TAGUNGSPROGRAMM
Der Fremdsprachenunterricht im deutschsprachigen Raum steht vor einer strategischen und bildungspolitischen Neuverortung, die weitreichende gesellschaftliche Implikationen mit sich bringt. Während Englisch die unangefochtene Leitposition eingenommen hat, kämpfen andere Sprachen, insbesondere Französisch, Spanisch, Italienisch und Russisch, um Sichtbarkeit, Wertschätzung und Relevanz im Lehrplan sowie im gesellschaftlichen Diskurs.
Einigkeit besteht darüber, dass Kommunikationsfähigkeit das primäre Ziel fremdsprachlicher Bildung darstellt. Wenn dieses Ziel jedoch durch den Einsatz von KI vermeintlich schneller und effizienter erreicht werden kann, läuft die gegenwärtige Kompetenzdefinition Gefahr, obsolet zu werden.
Vor diesem Hintergrund widmet sich die Tagung der kritischen Reflexion der Sprachenpolitik im deutschsprachigen Raum, insbesondere im Hinblick auf den Unterricht von Zweit- und Drittfremdsprachen. Kritisch diskutiert wird, ob die zweite und dritte Fremdsprache auf eine vorgesehene, erwartete oder imaginierte pragmatische Funktion reduziert werden soll.
- Müssen die Kompetenzen des Fremdsprachenlernens neu definiert, erweitert oder auf bestimmte Bereiche fokussiert werden?
- Können Ziele formuliert werden, die den gesellschaftlichen Anforderungen und technischen Entwicklungen, vor allem im Bereich der generativen KI, eine fundierte kognitive und kulturrelevante sowie inter- oder transkulturelle Antwort geben?
- Welche Konsequenzen ergeben sich daraus für den institutionalisierten Fremdsprachenunterricht in Schule und Hochschule?
- Welchen Beitrag können die Bezugswissenschaften – Sprachwissenschaft, Literatur- und Kulturwissenschaft sowie Bildungswissenschaft – mit ihrer Expertise zur Zielsetzung der Kompetenzen leisten?
Organisationsteam: Verónica Böhm, Agustín Corti, Katharina Dziuk Lameira, Julia Hargaßner & Monika Neuhofer
