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Veröffentlicht am
Juli 14, 2026
Letzte Aktualisierung: Juli 14, 2026

Ulrich Winkler Award 2026

Das Zentrum für Interkulturelle Theologie und Religionswissenschaft freut sich bekanntzugeben, dass der Ulrich-Winkler-Preis 2026 an Julia Kuhn (geb. Feldbauer) für ihre Dissertation „Das Land Israel als Spannungsfeld im jüdisch-katholischen Dialog. Eine theologische Analyse des Konzeptes ‚Land‘“ verliehen wird. Die Preisverleihung erfolgt im Rahmen eines öffentlichen Vortrags bei der Crosscultural Religious Studies Summer School; zugleich ist die Einbettung in die Salzburger Hochschulwochen vorgesehen. Der Ulrich-Winkler-Preis würdigt herausragende Dissertationen oder Habilitationsschriften im Bereich der Vergleichenden Theologie und Religionswissenschaft, die internationale Forschungsergebnisse integrieren, aktuelle „Zeichen der Zeit“ aufgreifen und zu einer friedensorientierten, dialogischen Praxis beitragen. Das Preisgeld beträgt 1.000 EUR (inklusive Reisekosten nach Salzburg bis 200 EUR und einer Übernachtung); über die Vergabe entscheidet ein Kuratorium, der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Kuhns Arbeit setzt bei einer zentralen, bis heute ungelösten Frage der jüdisch-katholischen Beziehungen an: Wie interpretiert die katholische Theologie das Land und den Staat Israel? Sie zeigt, dass zwar zwischen religiösen und politischen Dimensionen unterschieden wird, jüdische Verständnisse des Landes als Bundeswirklichkeit jedoch bislang nicht hinreichend integriert sind. Durch die Auswertung jüdischer und christlich-palästinensischer Stimmen sowie die Einbeziehung des spatial turn und der Akteur–Netzwerk-Theorie eröffnet die Studie neue Perspektiven und entwickelt Leitlinien für eine katholische Theologie des Landes, die jüdische Stimmen ernstnimmt und den gegenwärtigen theologischen wie politischen Herausforderungen Rechnung trägt. Mitglieder des Kuratoriums betonen die „state-of-the-art“-Diskussion katholischer Positionen im Dialog mit jüdischen Stimmen sowie die differenzierte Darstellung und die tragfähigen Schlussfolgerungen der Arbeit. Zugleich wird die klare Strukturierung eines hochkomplexen Diskurses hervorgehoben, die künftige Debatten auf ein neues Niveau hebe.

Julia Kuhn (1995) unterrichtet Katholische Religion an der Oberstufe in Oberösterreich. Von 2021 bis 2024 promovierte sie an der Universität Salzburg im internationalen Forschungsprojekt „Developing a Theology of the Interreligious Dialogue from a Jewish–Christian Perspective“; seit 2022 moderiert sie das „Network of Young Scholars in Jewish–Christian Dialogue“. Ihre Dissertation ist unter dem Titel „Spannungsfeld Israel. Eine katholische Theologie des Landes im Austausch mit jüdischen und kulturwissenschaftlichen Ansätzen“ erschienen. Die Preisverleihung ist mit einem öffentlichen Vortrag verbunden, in dem Kuhn zentrale Einsichten ihrer Forschung vorstellt.


Prof. Dr. Ulrich Winkler

Ulrich Winkler Ulrich Winkler wurde 1961 in Gallneukirchen/Mühlviertel (OÖ) in eine Kleinbauernfamilie geboren. Nach Schule und Gymnasium, das er im Collegium Petrinum in Linz absolvierte, begann er 1980 in Linz das Studium der Theologie, wechselte alsbald in das renommierte Studienjahr an die Dormitio Abbey in Jerusalem und ging anschließend nach Salzburg, wo er nach Gastaufenthalten in München und Tübingen 1987 sein Studium mit dem Magisterium abschloss. Nach der Promotion mit einer Arbeit zur Schöpfungstheologie 1997 legte Ulrich Winkler sein Augenmerk auf einen Themenbereich, der in der deutschsprachigen Theologie wachsende Bedeutung gewann: die Theologie der Religionen. So war er entscheidend an der Gründung des heute international anerkannten Zentrums Theologie Interkulturell und Studium der Religionen (2001) beteiligt. Seine Habilitation „Wege der Religionstheologie. Von der Erwählung zur komparativen Theologie 2010) widmete sich Ulrich Winkler insbesondere den komparativen Methoden und der Israeltheologie. Anwendung fand dies auch im Universitätslehrgang  ‚Spirituelle Theologie im interreligiösen Prozess‘, den er mit entwickelt und geleitet hat. 2016 übernahm Winkler den Laurentius Klein Lehrstuhl für Biblische und Ökumenische Theologie am Theologischen Studienjahr in Jerusalem. Nach einer Erkrankung verstarb er am 27. Jänner 2020. In dem von ihm initiierten und finanzierten Award möchte er die Themen seines Forschungslebens in der Theologie weiter fördern.

(c) Werkgartner 2026

Martin Rötting

Leiter Zentrum Theologie Interkulturell und Studium der Religionen

Katholisch-Theologische Fakultät

Universitätsplatz 1, 5020 Salzburg

Tel: 066280442629

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