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Veröffentlicht am
Juni 18, 2026
Letzte Aktualisierung: Juni 18, 2026

ZEITGESCHICHTE goes public & SOWETO50

Anlässlich des 50. Jahrestags des Soweto-Aufstands fand am 9. Juni 2026 in der Katholischen Hochschulgemeinde (KHG) Salzburg eine Podiumsdiskussion mit Walter Sauer, Anna Hable-Mayer und Ruth Zehetner statt. Die Veranstaltung wurde vom Afro-Asiatischen Institut, dem Friedensbüro Salzburg und afrika.info in Kooperation mit ZEITGESCHICHTE goes public durchgeführt. Moderiert wurde die Podiumsdiskussion von Johannes Dafinger, Postdoc und Universitätsassistent für Zeitgeschichte an der Universität Salzburg.

Was war in Soweto geschehen? Am 16. Juni 1976 demonstrierten rund 10.000 Schüler*innen in Soweto gegen die Einführung von Afrikaans als Unterrichtssprache. Der Protest endete in einem Blutbad: Die südafrikanische Polizei eröffnete das Feuer auf die Demonstrierenden. Am Ende des Tages hatten mindestens 176 Menschen ihr Leben verloren.

Zu Beginn fragte Dafinger den Wiener Wirtschafts- und Sozialhistoriker Walter Sauer nach den Ursachen des Soweto-Aufstands. Sauer, der auch eine treibende Kraft der österreichischen Anti-Apartheid-Bewegung (AAB) war, verwies vor allem auf das ungerechte Bildungssystem: „Die Ausgaben für die Bildung weißer Kinder waren zehnmal höher als jene für die Kinder der Mehrheitsbevölkerung.“ Die Proteste seien aber auch Ausdruck eines neuen Selbstbewusstseins junger Südafrikaner*innen gewesen, so Sauer. Zwar habe die brutale Niederschlagung des Aufstands zunächst einen Rückschlag bedeutet, zugleich habe sie jedoch die internationale Solidaritätsbewegung nachhaltig gestärkt.

Nach Soweto entwickelte sich die internationale Anti-Apartheid-Bewegung zu einer der größten Solidaritätsbewegungen des 20. Jahrhunderts. Warum war gerade die AAB so erfolgreich? Laut Anna Hable-Mayer, die sich im Oktober 1982 der Salzburger Anti-Apartheid-Gruppe angeschlossen hatte, bestand in Salzburg weitgehend ein politischer Konsens darüber, dass die Apartheid abzulehnen sei. Vor allem der Früchteboykott und das erfolgreich durchgesetzte Verbot des Krügerrands blieben als öffentlichkeitswirksame Aktionen in Erinnerung.

Die gebürtige Südafrikanerin Ruth Zehetner besuchte zur Zeit des Soweto-Aufstands eine Schule in Kapstadt. Sie wies darauf hin, dass auch in Orten wie Athlone oder Durban bedeutende Proteste stattfanden, die heute jedoch weitgehend in Vergessenheit geraten seien. Walter Sauer mahnte abschließend zu einer differenzierten Betrachtung der Situation: Trotz berechtigter Kritik an aktuellen Entwicklungen dürfe nicht übersehen werden, dass die damalige Situation auch in einer Katastrophe hätte enden können.

Das Team von ZEITGESCHICHTE goes public bedankt sich bei allen Anwesenden für das Erscheinen und die Teilnahme an der Diskussion sowie beim Afro-Asiatischen Institut, dem Friedensbüro Salzburg und afrika.info für die gelungene Kooperation.

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