Mobbing

Definition

Mobbing bezeichnet ein systematisches, wiederholtes und über einen längeren Zeitraum stattfindendes Verhalten, bei dem eine Person gezielt schikaniert, ausgegrenzt oder psychisch unter Druck gesetzt wird. Es kann in verschiedenen Kontexten auftreten – zum Beispiel am Arbeitsplatz, in der Schule oder online.

 

Merkmale von Mobbing

  • Wiederholung: die Handlungen geschehen nicht einmalig, sondern regelmäßig.
  • Absicht: Ziel ist es, die betroffene Person zu verletzen, zu demütigen oder zu isolieren.
  • Ungleichgewicht: oft besteht ein Machtgefälle (z. B. Vorgesetzte gegenüber Mitarbeitenden oder eine Gruppe gegenüber einer Einzelperson).

 

Formen

  • Verbale Angriffe (Beleidigungen, Gerüchte, Drohungen)
  • Soziale Ausgrenzung (Ignorieren, Ausschließen)
  • Psychischer Druck (ständige Kritik, Herabwürdigung)
  • Cybermobbing (Mobbinghandlungen über digitale Kanäle)

Folgen von Mobbing kann schwerwiegende psychische Folgen haben, wie Stress, Depressionen oder sogar körperliche Beschwerden.

Mobbing kann sich in Konflikten verstecken, weil beide Situationen zunächst ähnlich wirken.

Hier finden Sie eine Übersicht zur Unterscheidung von Mobbing und Konflikten.


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Tipps für Betroffene

 

Sie sind von Mobbing betroffen? 

Hier finden Sie Tipps, was Ihre nächsten Schritte sein können: Setzen Sie aktiv erste Schritte: Tipps für Betroffene 

Hier finden Sie Anlaufstellen, an die Sie sich wenden können.

  • Beratungen finden vertraulich statt
  • Es werden keine Schritte ohne Ihre Zustimmung gesetzt

 

Sie haben Mobbing beobachtet bzw. Ihnen wurde von Mobbing berichtet?

Als Active Bystander können Sie sicher und situationsangemessen eingreifen und so betroffene Personen unterstützen: Tipps für Active Bystander

Lehrende sind of die ersten Ansprech- und Vertrauenspersonen für Studierende. Hier finden Sie Tipps für die Gesprächsführung und den Umgang mit herausfordernden Situationen: Empfehlungen für Lehrende

Als Führungskraft kommen Ihnen besondere Aufgaben und Pflichten zu, wenn es um Vorfälle von Mobbing geht. Genauere Informationen und Tipps für die Gesprächsführung finden Sie hier: LINK

In jedem Fall empfiehlt es sich Berichte oder Erlebtes zu dokumentieren: Vorlage Gedächtnisprotokoll


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Fallbeispiele

Fallbeispiel: „Anna im Masterstudium“

Anna ist Masterstudentin an einer österreichischen Universität. Sie arbeitet in einer Forschungsgruppe und schreibt ihre Abschlussarbeit bei Professor*in X.

Anna wird von einer kleinen Gruppe von Studienkolleg*innen regelmäßig ignoriert und nicht zu Arbeitsgruppentreffen eingeladen. In einem internen Chat werden abwertende Kommentare über ihre Fähigkeiten gepostet. Bei Präsentationen wird sie öffentlich kritisiert, ohne konstruktive Hinweise.
Ihr*e Betreuer*in reagiert nicht auf ihre Beschwerden und gibt ihr stattdessen zusätzliche Aufgaben, die nichts mit ihrer Arbeit zu tun haben. Durch die fehlende Einbindung und die ständigen Zusatzaufgaben verzögert sich Annas Fortschritt bei der Masterarbeit.
Aufgrund der feindlichen Stimmung am Arbeitsplatz leidet Anna unter Schlafproblemen und denkt daran, das Studium abzubrechen.

Merkmale von Mobbing:

  • Systematisch und wiederholt: Die Angriffe passieren über Monate.
  • Machtungleichgewicht: Gruppe + Professor*in gegen eine Einzelperson.
  • Absicht: Ziel ist, Anna zu isolieren und ihre Position zu schwächen.

Folgen: psychische Belastung (Stress, Schlafstörungen), negative Folgen für die Studienkarriere

Anlaufstellen für Studierende bei Mobbing: z.B.  ÖH Beratungszentrum, AKG 


 

Fallbeispiel: „Konflikt am Fachbereich“

Ausgangslage:

An einer österreichischen Universität arbeiten Dr.in Maria K. und Mag. Thomas L. am selben Fachbereich. Beide sind wissenschaftliche Mitarbeitende und teilen sich ein Büro. Maria ist seit Jahren im Team, Thomas ist neu und möchte sich profilieren.

Thomas beginnt, Maria bei Teammeetings ständig zu unterbrechen und ihre Vorschläge als „veraltet“ darzustellen. Er verbreitet Gerüchte, dass Maria ihre Forschungsergebnisse „nicht selbst erarbeitet“ habe.

In E-Mails an die Institutsleitung stellt er Maria als „unkooperativ“ dar. Maria wird zunehmend von Projekten ausgeschlossen, die sie früher leitete. Kolleg*innen berichten, dass Thomas andere gegen Maria aufhetzt („Mit ihr zusammenzuarbeiten bringt nichts“).

Maria muss sich ständig gegen Thomas Anschuldigungen rechtfertigen. Sie hat Angst, Urlaub zu nehmen oder in Krankenstand zu gehen, um nicht als “faul” wahrgenommen zu werden. Das bis dahin gute Arbeitsklima am Fachbereich wird zunehmend angespannt.

Merkmale von Mobbing

  • Systematisch und wiederholt: die Handlungen passieren über Monate hinweg
  • Machtungleichgewicht: entsteht, weil Thomas sich mit der Institutsleitung gut vernetzt.
  • Absicht: Ziel ist es Marias Ruf zu schädigen und persönliche Vorteile für das eigene beruflichen Ansehen zu generieren

Folgen: psychische Belastung, negative Folgen für die berufliche Laufbahn

Anlaufstellen für Mitarbeitende bei Mobbing: z.B. Betriebsrat I oder II,  Arbeitsmedizinischer Dienst (AMD)


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Ressourcen

Die Arbeiterkammer bietet eine  Themenseite zu Mobbing sowie eine umfangreiche  Mobbingcheckliste.

Auch das  Gesundheitsportal Österreich bietet Informationen zum  Thema Mobbing.