Atelier Gespräch: Der Freischütz: Romantische Schaueroper der Superlative
Sabine Coelsch-Foisner im Gespräch mit dem Regisseur Johannes Reitmeier und dem Musikalischen Leiter Leslie Suganandarajah
18. November 2024 | 17.00 Uhr | HS E.004 | Unipark | Erzabt-Klotz-Straße 1 | A-5020 Salzburg
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Carl Maria von Webers Oper Der Freischütz, 1821 in Berlin uraufgeführt, hat derzeit Hochkonjunktur auf den großen Opernbühnen. Als Schlüsselwerk der deutschen Romantik bietet sie brisante Anknüpfungspunkte an die Gegenwart. Das betriff sowohl Webers musikdramatische Überzeugungskraft als auch Friedrich Kinds Libretto. Ängste und sozialer Druck lasten auf dem Einzelnen, als die idyllische (und engstirnige) Ordnung eines böhmischen Dorfs kurz nach dem Dreißigjährigen Krieg mit dem Fremdenkonfrontiert wird. In Gestalt eines (teuflischen) Verführers und Doppelgängers, der Sieg und Erfolg verspricht, macht sich das Unheimliche breit, und die Waldschlucht zur Geisterstunde liefert mit gespenstischem Chor und aufgeregt agierendem Orchester einen Paradeschauplatz für ein Schauer-Abenteuer der Superlative und ist zugleich Symbol für erschütternde Naturereignisse, die jenseits der menschlichen Kontrolle liegen.
Die Beschreibung im Libretto ist paradigmatisch: bleicher Vollmond, stürzender Wasserfall, Blitzschlag, Nachtvögel, etc. In diesem Szenario gießt Max die magischen Freikugeln, die ihn dem Teufel ausliefern sollen. Max liebt Agathe, die Tochter des Erbförsters, und sie liebt ihn, doch um sich ihrer würdig zu erweisen, muss er beim Probeschießen treffen. Da ihn das Jagdglück in letzter Zeit verlassen hat, wird er leichte Beute für Kaspar, der mit dem Teufel im Bund steht. Mit den gegossenen Freikugeln trifft Max, doch die letzte Kugel wird vom Bösen gelenkt. Es bedarf der Intervention höherer Mächte, um diese von Agathe auf Kaspar umzuleiten und die Liebe der beiden über gesellschaftliche Zwänge triumphieren zu lassen. Johannes Reitmeier, langjähriger Intendant des Innsbrucker Landestheaters und mit dem Österreichischen Musiktheaterpreis 2020 ausgezeichnet, inszeniert diese Paradeoper derdeutschen Romantik in der Felsenreitschule.
Eine Kooperationsveranstaltung von
- Salzburger Landestheater – Vorstellungen: 15.11. / 24.11. / 28.11. / 30.11. / 4.12.24
- Paris Lodron Universität Salzburg
Anmeldung und weitere Informationen
Website: PLUS Kultur – Empowerment Through Culture
