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Die Wiederentdeckung des Camino Real

Anni Albers’ Wandbehang in Transit, ca. 1970

Ein Vortrag von Jordan Troeller im Rahmen der Ringvorlesung: Entangled Art Histories. Objekte – Narrative – Diskurse

Anfang 2019 wurde Anni Albers’ monumentaler Wandbehang für das Hotel Camino Real in Mexiko-Stadt im Untergeschoss des Gebäudes wiederentdeckt. Zuletzt in den 1980er Jahren gesehen, galt er jahrzehntelang als verschollen. Auf altamerikanischen Motiven basierend, wurde das Textil von den Architekten des Gebäudes, Ricardo Legorreta und Luis Barragán, anlässlich der Olympischen Spiele 1968 beauftragt. Hergestellt für ein Publikum aus dem Ausland, welches im Hotel übernachtete, war das Kunstwerk auch selbst unterwegs, argumentiert dieser Vortrag. Denn zusätzlich zu dem zehn Fuß hohen Gewebe fertigte Albers auch eine Reihe von Drucken und Gouachen an, in denen sich die Dreiecke als zentrales Kompositionsmittel in kleinerem Format wiederholten. Durch diese reproduzierbare Form konnte Albers ein Design aus Mexiko sowohl in einen US-amerikanischen als auch in einen europäischen Kontext überführen, die jahrzehntelang als unbeweglich galten.

Die Vortragende

Dr. Jordan Troeller ist Kunsthistorikerin und wissenschaftliche Mitarbeiterin im DFG-Graduiertenkolleg «Normativität, Kritik, Wandel» an der Freien Universität Berlin, wo sie über Gender und Schöpfungsmythologien in der Kunst forscht. Kürzlich erschienen sind: ein Beitrag in kritische berichte über Mutterschaft und „Lucia Moholy’s Idle Hands,“ in October (2020). Zurzeit ist sie Stipendiaten des Andy Warhol Foundation Arts Writers Grant für ihr Buchmanuskript über Ruth Asawa.

27. Oktober 2022 | 17.15 Uhr | Raum E.002 (HS Agnes Muthspiel) | Unipark Nonntal

Das Programm zur Ringvorlesung finden sie HIER.

Raum

Eva Wiegert

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Paris Lodron Universität Salzburg | FB Kunst- Musik- und Tanzwissenschaft

Erzabt-Klotz-Straße 1 | A-5020 Salzburg

Tel: +43 662 8044 4607

E-Mail an Eva Wiegert

Foto: Anni Albers, Camino Real, Hotel Camino Real, Mexico City, Mexico, 1968 | Jon Naar | © The Josef and Anni Albers Foundation