Fabian Mußnig: Neue Professur für Mathematik an der Universität Salzburg
Ein Experte für Konvexgeometrie und geometrische Funktionsanalyse bereichert Forschung und Lehre in Salzburg.
Fabian Mußnig, geboren 1989 in Villach, zog es nach seiner Matura an der HTL Villach an die TU Wien, wo er das Studium der Technischen Mathematik sowie Lehramt Mathematik/Physik studierte. Nach seinen Abschlüssen verfolgte er ein Doktoratsstudium an der TU Wien, bevor er 2024 im Fach Analysis und Geometrie habilitierte.
Seine bisherigen beruflichen Stationen führten ihn zunächst als Unterrichtspraktikant und später als Lehrer an das Privatgymnasium Sacré Coeur Wien. Parallel zu seiner Lehrtätigkeit war er ab 2018 Universitätsassistent an der der TU Wien, danach als Postdoctoral Fellow an der Tel Aviv University. Fabian Mußnig sammelte weitere internationale akademische Erfahrung im Zuge eines Erwin-Schrödinger-Stipendiums des FWF an der Universität Florenz und als Visiting Postdoc am ICERM (Brown University). Anschließend kehrte er als Universitätsassistent an die TU Wien zurück, wo er ab 2024 als unbefristeter Senior Scientist tätig war.
An der Universität Salzburg wird der Mathematiker Schwerpunkte in der Konvexgeometrie und geometrischen Funktionalanalysis setzen, insbesondere in der geometrischen Bewertungstheorie, der Integralgeometrie, sowie zu geometrischen Ungleichungen und Minkowski-Problemen. Mußnig beschäftigt sich mit der Frage, wie man geometrische Körper allein anhand bestimmter Messgrößen beschreiben kann. Dazu gehören etwa Volumen, Oberfläche oder die Art, wie ein Körper Schatten wirft. Ein klassisches Resultat der Integralgeometrie zeigt etwa, dass sich die Oberfläche eines konvexen Körpers berechnen lässt, indem man die Flächen seiner Schatten aus allen Richtungen mittelt.
In der Lehre setzt Mußnig zunächst einen Fokus auf Funktionentheorie und plant Veranstaltungen aus dem Bereich der Geometrie, wie beispielsweise „Grundlagen der Konvexgeometrie“ oder „Geometrische Tomographie“ abzuhalten. Dabei legt er großen Wert auf einen fairen und respektvollen Umgang mit Studierenden – insbesondere darauf, dass Studierende ausreichend Möglichkeiten haben, Fragen zu stellen. Jene, die sich für eine wissenschaftliche Karriere interessieren, möchte Fabian Mußnig bestärken, sich ihre Neugier und Kreativität zu bewahren, gerade in Phasen des Zweifelns und Nicht-Weiterkommens.
„Die Konvexgeometrie hat in Salzburg mit August Florian und seinem Nachfolger – bzw. meinem Vorgänger – Christian Buchta eine lange und bedeutende Tradition, welche sich auch in den Ehrendoktoraten an László Fejes Tóth (1991), Rolf Schneider (2004) und Peter Gruber (2010) widerspiegelt. Umso mehr freut es mich nun in der hervorragenden Atmosphäre des Fachbereichs Mathematik mit sehr engagierten Kolleginnen und Kollegen zusammenzuarbeiten“, so Mußnig.
Am Standort Salzburg schätzt Mußnig die zentrale Lage zwischen den führenden europäischen Forschungsgruppen auf seinem Gebiet (Wien, Florenz und Karlsruhe). Der Mathematiker plant die Salzburger Tradition der Konvexgeometrie weiter auszubauen und international sichtbar zu positionieren.
„Ein zusätzlicher Bonus ist neben der hohen Lebensqualität in Salzburg natürlich auch die Nähe zu meiner Heimat Kärnten“, zeigt sich der Wissenschaftler begeistert. Seine Ehefrau und er teilen nicht nur die Liebe für die gemeinsame Tochter, sondern auch für das Fach: Seine Frau schloss dieses Jahr ihr Doktorat in Angewandter Mathematik ab. In seiner Freizeit widmet sich Mußnig seiner anderen großen Leidenschaft, der Musik: Er spielt Schlagwerk und ist heute noch Mitglied des Kelag Blasorchesters in Villach.
Die Universität Salzburg begrüßt Fabian Mußnig sehr herzlich und gratuliert zur Berufung an den Fachbereich Mathematik.
Kontakt:
Fabian Mußig | Fachbereich Mathematik | Hellbrunner Straße 34 | 5020 Salzburg
Tel.: +43 662 8044-5320
