New Investigator Award für Salzburger Sportwissenschafter Markus Huthöfer
Markus Huthöfer, Doktorand am Fachbereich Sport- und Bewegungswissenschaft der Universität Salzburg, wurde beim diesjährigen Kongress der International Society of Biomechanics in Sports (ISBS) mit dem New Investigator Award ausgezeichnet. Der Kongress fand heuer in Loughborough (UK) statt. Huthöfer setzte sich gegen 60 Mitbewerber*innen durch.
Die ISBS ist die international führende Fachgesellschaft für Sportbiomechanik. Mit seiner Forschung zur Muskelkoordination und Kreuzbandbelastung überzeugte Markus Huthöfer die internationale Fachjury.
Verletzungen des vorderen Kreuzbandes zählen zu den folgenschwersten Verletzungen im Sport. Besonders häufig entstehen sie bei schnellen Richtungswechseln, etwa im Fußball. Bislang war weitgehend unklar, welche Rolle dabei die spezifische Koordination einzelner Muskeln spielt. Um dieser Frage nachzugehen, wurden Richtungswechselsprints von Fußballspielern im Biomechanik-Labor gemessen und die erfassten Gelenkwinkel in computergestützte Simulationen überführt. Der Ansatz: Die Bewegung selbst bleibt exakt gleich, verändert wird ausschließlich, mit welchen Muskeln der Körper sie ausführt. So lässt sich isolieren, welchen Einfluss die muskuläre Ansteuerung auf die Belastung des vorderen Kreuzbands hat.
Ein zentrales und zugleich überraschendes Ergebnis betrifft die Wadenmuskulatur: Zwei ihrer Muskeln, der Soleus und der Gastrocnemius, beeinflussen die Kreuzbandbelastung enorm und in entgegengesetzter Richtung, obwohl sie zur gleichen Muskelgruppe (Triceps Surae) gehören. Für Prävention und Rehabilitation bedeutet das: Es kommt nicht allein darauf an, wie kräftig ein Muskel ist, sondern auch darauf, ob, wie und wann er eingesetzt wird.
Zur Person
Markus Huthöfer promoviert am Fachbereich Sport- und Bewegungswissenschaft der Universität Salzburg unter der Betreuung von Hermann Schwameder und Hans Kainz (Universität Wien). Sein Forschungsschwerpunkt liegt auf der muskuloskelettalen Simulation von Richtungswechselbewegungen und der Belastung des vorderen Kreuzbands. Huthöfer ist auch als Athletiktrainer im Frauenfußball bei FC Red Bull Salzburg tätig, wo er diese Erkenntnisse sofort in die Sportpraxis übertragen kann. Die ausgezeichnete Arbeit entstand in Zusammenarbeit mit der Universität Wien, der Universität Paderborn und der FH St. Pölten.
Mit dem New Investigator Award zeichnet die International Society of Biomechanics in Sports (ISBS) herausragende wissenschaftliche Arbeiten von Nachwuchsforscher*innen aus. Die Auswahl erfolgt auf Basis einer eingereichten Studie und ihrer Präsentation vor einer internationalen Fachjury.
Die Universität Salzburg gratuliert sehr herzlich!
