Würdevoller Abschied von Univ.-Prof. Emmanuel J. Bauer
Salzburg, 2. Juni 2026 – In einem festlichen und von großer Wertschätzung getragenen Rahmen verabschiedete die Katholisch-Theologische Fakultät der Universität Salzburg Univ.-Prof. Dr. Emmanuel J. Bauer mit seiner Abschiedsvorlesung. Der Hörsaal 101 am Universitätsplatz war nicht nur bis auf den letzten Platz gefüllt – selbst die Gänge waren von Zuhörerinnen und Zuhörern gesäumt. Dieses außergewöhnlich große Interesse zeugte eindrucksvoll von der Bedeutung des Abends und der Persönlichkeit des scheidenden Professors.
Eröffnet wurde die Veranstaltung durch die Grußworte des Dekans Dietmar W. Winkler (Grußworte des Dekans) sowie des Fachbereichsleiters Prof. Rolf Darge. Beide hoben in ihren Ansprachen nicht nur die herausragenden wissenschaftlichen Leistungen Bauers hervor, sondern würdigten auch seine prägende Rolle für die Fakultät und den Fachbereich Philosophie.
Im Anschluss richtete sich die volle Aufmerksamkeit des dicht gedrängten Publikums auf die Abschiedsvorlesung selbst. Unter dem Titel „Selbst-Sein – Im Spannungsfeld zwischen Ich, Du und Wir“ führte Prof. Bauer noch einmal eindrucksvoll in jene Fragen ein, die sein wissenschaftliches Schaffen über Jahrzehnte hinweg geprägt haben: die Suche nach Identität, das Verständnis von Beziehung und die existenzielle Verortung des Menschen. Mit großer gedanklicher Klarheit und zugleich spürbarer persönlicher Tiefe gelang es ihm, den Bogen seiner Forschung zu spannen und dabei nicht nur den Verstand, sondern auch die Lebenserfahrung seiner Zuhörerschaft anzusprechen.
Kurzbiografie von Univ.-Prof. Dr. Emmanuel J. Bauer
Univ.-Prof. Dr. Emmanuel J. Bauer (*1959 in Mistelbach, Niederösterreich) ist ein österreichischer Philosoph, Theologe und Benediktiner des Stiftes Göttweig.
Nach Studien der Theologie und Philosophie in Wien, Salzburg und Innsbruck wurde er 1983 zum Priester geweiht. Er promovierte 1986 und habilitierte sich 1995 im Fach Philosophie, womit er die Grundlage für eine langjährige akademische Laufbahn legte.
Über Jahrzehnte hinweg lehrte Bauer an den Universitäten Salzburg und Innsbruck, bis er schließlich 2018 zum Professor für Christliche Philosophie an der Katholisch-Theologischen Fakultät in Salzburg berufen wurde. Seine Forschungsschwerpunkte lagen in der Metaphysik, der philosophischen Anthropologie und der Existenzphilosophie – stets verbunden mit zentralen Fragen nach Sinn, Person und Beziehung.
Neben seiner universitären Tätigkeit war Bauer auch als Psychotherapeut im Bereich der Existenzanalyse und Logotherapie tätig und engagierte sich intensiv für den interdisziplinären Austausch. Mit dem von ihm gegründeten Forschungskreis SYMPEA schuf er ein nachhaltiges Forum für die Auseinandersetzung mit existenziellen Grundfragen des Menschseins.
Die eindrucksvolle Kulisse des überfüllten Hörsaals – mit dicht besetzten Sitzreihen und bis in die Gänge stehenden Zuhörenden – verlieh der Veranstaltung eine besondere Dichte und Feierlichkeit. Sie spiegelte nicht nur die wissenschaftliche Bedeutung Bauers wider, sondern auch die persönliche Verbundenheit, die viele mit ihm als Lehrer, Forscher und Mensch verbindet.
Mit Emmanuel J. Bauer verabschiedet sich eine prägende Persönlichkeit der Katholisch-Theologischen Fakultät, deren Wirken weit über den Hörsaal hinausreichte. Er verband akademische Tiefe mit existenzieller Offenheit und verstand es, Denken und Leben, Theorie und Praxis in einen fruchtbaren Dialog zu bringen.
Beim anschließenden Zusammensein im Rahmen einer Agape bot sich schließlich Gelegenheit, diese Verbundenheit auch persönlich zum Ausdruck zu bringen und den gemeinsamen Erinnerungen Raum zu geben.
So wurde die Abschiedsvorlesung zu einem ebenso festlichen wie bewegenden Moment – einer würdigen Verabschiedung eines Gelehrten, der die Universität Salzburg über viele Jahre hinweg geprägt hat und dem ein bis in die Gänge gefüllter Hörsaal und langanhaltender Applaus die gebührende Ehre erwiesen.
