Active Bystander

Active Bystander (aktive Zeug*innen) sind Personen, die bei beobachtetem schädigendem Verhalten – z. B. Belästigung, diskriminierende Sprüche, Drohungen – sicher und situationsangemessen eingreifen, statt wegzusehen.

Ziel ist, Schaden zu stoppen oder zu mindern, Betroffene zu unterstützen und ein klares Signal zu senden: „Das ist nicht okay“.

 

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Warum ist Active Bystanding wichtig?

  • Wegschauen verstärkt Schaden: Wenn Umstehende nichts tun, verstärkt das die Belastung Betroffener. Sichtbare Unterstützung reduziert Stress und vermittelt, dass Betroffene nicht allein sind.
  • BystanderEffekt überwinden: In Gruppen handeln Menschen seltener, weil sie hoffen, andere würden eingreifen. Das bewusste Nutzen einfacher Interventionsschritte hilft, diese Hemmschwelle zu durchbrechen.
  • Prävention: Je früher Warnzeichen adressiert werden, desto eher lassen sich Eskalationen verhindern—auch in Bildungseinrichtungen und Arbeitskontexten.

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Der 5D‑Werkzeugkasten (sicher eingreifen)

Wählen Sie das, was für Sie sicher ist und zur Situation passt:

  • Distract – Ablenken
    Mit einer harmlosen Unterbrechung die Situation in eine andere Richtung lenken (z. B. nach dem Weg fragen, „zufällig“ dazwischengehen, eine Ablenkung inszenieren). Fokus: bei der betroffenen Person bleiben.
  • Delegate – Delegieren
    Andere um Hilfe bitten (Security, Lehrende, Kolleg*innen, Mitreisende) und klar sagen, was passiert und wobei Sie Unterstützung brauchen.
  • Document – Dokumentieren
    Nur wenn bereits jemand unterstützt: sicher mitschreiben/filmen, Zeit/Ort/Details notieren – und nachher die betroffene Person fragen, was mit dem Material passieren soll.
  • Delay – Nachsorge
    Wenn Eingreifen nicht möglich war: später checken („Ich habe es gesehen – wie kann ich helfen?“), ggf. begleiten, auf Anlaufstellen hinweisen.
  • Direct – Direkt ansprechen
    Ruhig und klar Verhalten benennen/unterbinden („Diesen Kommentar akzeptieren wir hier nicht.“). Nur, wenn risikoarm – sonst lieber eine der indirekten Optionen wählen.
  • Sicherheitsprinzipien:
    • Eigene Sicherheit zuerst
    • Situation nicht eskalieren
    • Einverständnis der betroffenen Person respektieren (insb. bei Dokumentation)

Mehrere „Ds“ lassen sich kombinieren!


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Um Vorfälle zu dokumentieren eignet sich die Vorlage Gedächtnisprotokoll


 

Typische Hürden – und wie Sie diese überwinden

  • Niemand sonst macht was, also mache ich auch nichts…“ → BystanderEffekt kennen und bewusst eine kleine Aktion wählen (Distract/Delegate).
  • Ich will nichts verschlimmern…“ → Sicherheitscheck (Distanz wahren, Ausgänge im Auge behalten, Unterstützung einfordern)
  • Filmen ist doch immer gut…“ → Nur dokumentieren, wenn andere bereits helfen – und Einwilligung der betroffenen Person einholen.

 

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Weiterführende Quellen

 Show Up: A Guide to Bystander Intervention
A guide released in November 2017 by Right To Be and designed in collaboration with the Center for Urban Pedagogy (CUP)

 The 5Ds of Bystander Intervention
by Right To Be

 Becoming an Active Bystander
University of Leeds